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Inflation

Inflation: Diese Produkte werden tatsächlich billiger

Die Inflation im April lag über 7 Prozent. Einzelne Produkte wie Butter wurden binnen eines Jahres sogar um 60 Prozent teurer. Doch steigen tatsächlich alle Preise? Nein, es gibt ein paar Ausreißer.

Spätestens seit der Invasion Russlands in der Ukraine kehrt eine Urangst des modernen Menschen zurück: Die Angst vor der Inflation. Fast täglich wird darüber berichtet, dass ein neues Produkt knapp wird, die Hersteller mit Lieferengpässen zu kämpfen haben oder die Energie- und Rohstoffpreise Preiserhöhungen erzwingen.

Die Liste ist scheinbar unendlich: Zuletzt wurde über eine drohende Preisexplosion bei Gurken berichtet. Außerdem stieg der Preis für Butter auf über 3 Euro. Fast-Food-Ketten wie Mc Donalds und Burger King hoben ihre Preise ebenso an wie die fränkischen Winzer. Wird also wirklich alles teurer?

Inflationsrate steigt auf über 7 Prozent

Die Inflationsrate in Deutschland lag im April 2022 bei knapp +7,4 Prozent. Im März 2022 hatte die Inflationsrate bei +7,3 Prozent gelegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, stiegen die Verbraucherpreise im April 2022 gegenüber März 2022 nochmals um 0,8 Prozent.

Seit Beginn des Kriegs in der Ukraine sind insbesondere die Preise für Energie merklich angestiegen und beeinflussen die hohe Inflationsrate erheblich. Ähnlich hoch war die Inflationsrate in Deutschland zuletzt im Herbst 1981, als infolge des Ersten Golfkriegs zwischen dem Irak und Iran die Mineralölpreise ebenfalls stark gestiegen waren. Doch die Energiepreise sind nicht alles: Krieg und Corona-Krise haben die internationalen Lieferketten unterbrochen.

Lieferengpässe erhöhen den Druck auf die Hersteller, Ressourcen können teilweise nur zu erheblichen Mehrkosten eingekauft werden. Die Folge: Erzeugerpreise explodieren und stiegen um einen deutlich zweistelligen Prozentsatz an. Bisher wurde diese Preissteigerung noch nicht komplett an die Verbraucher weitergegeben - ein Ende der Inflation ist also nicht absehbar.

Nicht alles wird teurer: Bei diesen Produkten und Dienstleistungen fielen die Preise sogar

Die Inflation schlägt sich jedoch nicht auf alle Bereiche und Produkte gleich stark durch. So stieg der Butterpreis innerhalb eines Jahres um über 60 Prozent. Preise für Heizöl und Erdgas haben sich innerhalb eines Jahres sogar verdoppelt. Auch Sonnenblumen- und Rapsöl wurde um 30 Prozent teurer.

In anderen Bereichen stiegen die Preise hingegen weniger stark: Vor allem der Dienstleistungsbereich ist bisher kaum teurer geworden. Doch auch hier steht zu erwarten, dass die Anbieter in Zukunft höhere Preise verlangen werden beziehungsweise müssen. 

Wieder andere Produkte und Dienstleistungen sind sogar billiger geworden - vor allem im Bereich Telekommunikation und Technik. So fielen die Preise für Software innerhalb eines Jahres um 10,5 Prozent. Mobilfunkverträge wurden um immerhin 2,3 Prozent billiger, Onlinedienste und Internetverträge um 1,3 Prozent. 

Persönliche Inflationsrate: Wer besonders unter der Inflation leidet

Gerade auch technische Geräte wurden billiger: Die Preise für Kopfhörer (-1,2%), E-Book-Reader (-1,2%), elektrische Küchengeräte (-3,3%) und Fernseher (-1,5%) sanken leicht. Auch die Bahn wird attraktiver: Die Ticketpreise sanken um 1,2 Prozent - und das noch vor Einführung des 9-Euro-Tickets im ÖPNV

Auch im Bereich Mode sind die Preise weniger stark gestiegen. Laut Destatis sanken beispielsweise die Preise für Damenschuhe um 1,3 Prozent. 

Diese Zahlen zeigen aber auch: Die Preissenkungen gleichen die Preissteigerungen bei weitem nicht aus. Insgesamt wird das Leben tatsächlich deutlich teurer. Insbesondere dadurch, dass es eben die Dinge des täglichen Bedarfs sind, die teurer werden. Auf Lebensmittel, Heizung und Energie lässt sich eben deutlich schwerer verzichten, als auf einen neuen Fernseher oder ein paar neue Schuhe. 

Dies zeigt zudem auch, dass die Inflation Menschen unterschiedlich hart treffen kann: Momentan sind es gerade die unteren Einkommensschichten, die unter den hohen Preisen leiden. Denn sie geben einen größeren Anteil ihres Einkommens Lebensmittel, Miete und Energie aus.

Wenn du wissen willst, wie hoch deine persönliche Inflationsrate ist, kannst du diese hier ausrechnen lassen

 

Vorschaubild: © Fabian Sommer/dpa/pixabay