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Grundrente ab 2021: Bis zu 400 Euro mehr im Monat - wer profitiert?

Im Januar 2021 startet die Grundrente. Sie dient als Rentenaufschlag für Niedrigverdiener und soll Zuschläge von bis zu 418 Euro gewähren. Doch wem kommt die neue Altersvorsorge zugute?
 
Grundrente ab 2021: Wer profitiert?
Wer profitiert von der Grundrente ab Januar 2021? Symbolfoto: Josh Appel/ unsplash.com
  • Die Grundrente kommt ab dem 1. Januar 2021.
  • Rentner bekommen einen monatlichen Aufschlag von bis zu 400 Euro.
  • Die Mini-Rente dient der Aufbesserung der Altersvorsorge von unterdurchschnittlichen Verdienern.

Der Jahreswechsel steht vor der Tür und mit dem Jahr 2021 startet auch die Grundrente: Jedem der mindesten fünf Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, steht auch eine Altersvorsorge zu. Doch nur etwas mehr als die Hälfte ist auch zufrieden mit der Höhe ihrer Bezüge, berichtet das Renteninformationsportal ihre-vorsorge.de. Um das zu ändern, hat die Regierung nun die Einführung einer Grundrente beschlossen. Ab dem 1. Januar 2021 sollen Rentner mit unterdurchschnittlichem Einkommen einen Aufschlag bekommen. Dieser kann bis zu 400 Euro hoch sein.

Grundrente ab 2021: Wer bekommt sie und wie viel Geld gibt es pro Monat? 

Die Grundrente startet ab dem 1. Januar 2021 und soll Niedrigverdienern eine stabilere Altersvorsorge gewähren.

Doch wer bekommt die Rente? Und auf wie viel Euro belaufen sich die monatlichen Aufschläge?

Die Grundrente ist gedacht für alle Rentnerinnen und Rentner, die während ihres Arbeitslebens unterdurchschnittliche Verdienste erzielt haben. Dies würde laut Bundesregierung 1,3 Millionen Ruheständler betreffen - vor allem Frauen und Menschen aus Ostdeutschland, so das Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Wer darf Grundrente beziehen?

Um die Grundrente ausgezahlt zu bekommen, sind mindesten 35 Jahre Grundrentenzeit nötig. Wer nur 33 Jahre gearbeitet hat, bekommt ebenfalls Grundrente, allerdings nicht in voller Höhe. Laut der Deutschen Rentenversicherung zählen folgende Zeiten zu den Grundrentenzeiten:

  • Zeit zur Erziehung der Kinder
  • Pflegezeiten
  • Krankheits- und Rehabilitationszeiten
  • Ersatzzeiten (zum Beispiel Zeiten des Kriegsdienstes, der Kriegsgefangenschaft oder der politischen Haft in der DDR)

Nicht zur Grundrentenzeit gehören hingegen:

  • Arbeitslosenzeit
  • Schulische Ausbildungen
  • Zeiten der Erwerbsminderungsrente
  • Zeiten, in denen Sie freiwillige Beiträge gezahlt haben

Zudem ist ein im Mittel unterdurchschnittlicher Verdienst nötig. Ihr Einkommen muss über Ihr gesamtes Arbeitsleben mindestens 30 Prozent aber höchsten 80 Prozent des deutschen Durchschnittsverdienstes betragen. Im vergangenen Jahr 2020 wären dies beispielsweise zwischen 1013 Euro und 2703 Euro brutto im Monat gewesen, erklärt Daniel Konczwald, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Rentenberater.

Wie viel Geld erhalte ich pro Monat? So berechnen Sie Ihre Grundrente

Der Höchstsatz der Mini-Rente liegt bei 418 Euro pro Monat. Im Durchschnitt wird sich der Aufschlag allerdings zwischen 75 und 80 Euro bewegen. 

Welchen Betrag Sie von der Rentenversicherung erhalten, können Sie folgendermaßen ausrechnen:

  1. Zunächst ist es wichtig, den Durchschnittswert Ihrer Entgeltpunkte zu ermitteln. Was man unter Entgeltpunkte versteht, erfahren Sie in unserem Artikel zum Thema Frührente. Dabei ist jedoch dringend zu beachten, dass Monate mit weniger als 0,3 Rentenpunkten nicht mit eingerechnet werden.
  2. Verdoppeln Sie im Anschluss den durchschnittlichen Wert Ihrer Entgeltpunkte, allerdings nur für höchstens 35 Jahre und maximal 80 Prozent des Durchschnittsverdienstes.  Die Differenz aus Durchschnittswert und Maximalwert 0,8 ergibt den Grundrentenzuschlag.
  3. Mindern Sie den so errechneten Zuschlag um 12,5 Prozent. Der erhaltene Entgeltpunkte-Wert wird dann auf alle Jahre hochgerechnet und mit dem entsprechenden Faktor (Westen: 34,19 Euro, Osten 33,23 Euro) multipliziert.

Die Deutsche Rentenversicherung erklärt die Rechnung anhand des folgenden Beispiels:

Frau Müller hat im Westen 40 Jahre gearbeitet mit jeweils 50 Prozent des Durchschnittslohns. Dieser liegt im Jahr 2020 bei 40 551 Euro.

  1. Hieraus  ergibt sich eine eigene Rente in Höhe von 661 Euro (40 Jahre × 0,5 Entgeltpunkte × 33,05 Euro).
  2. Die durchschnittlichen Entgeltpunkte werden verdoppelt und auf maximal 0,8 Entgeltpunkte begrenzt. Es ergibt sich ein Zuschlag von 0,3 ­Entgeltpunkten.
  3. Dieser wird um 12,5 Prozent gekürzt wird (= 0,2625 Entgeltpunkte). Der Zuschlag von 0,2625 Entgeltpunkten wird für höchstens 35 Jahre berechnet. Der Zuschlag für die Grundrente beträgt somit rund 304 Euro (0,2625 Entgeltpunkte × 35 Jahre × 33,05 Euro).

Aber Vorsicht: Erzielen Sie neben der Rente noch Einkommen, müssen Sie sich auf Abzüge der Grundrente einstellen.

Auch die gesetzliche Rente lässt sich berechnen. Hier kommen Sie zu unserem "Renten-Rechner".

Grundrente ab 2021: Wann bekomme ich mein Geld?

Die Grundrente tritt ab Januar 2021 in Kraft. Ein Antrag auf Grundrente muss nicht gestellt werden. Sofern Sie einen Anspruch haben, wird diese automatisch ausgezahlt.

Aufgrund des Verwaltungsaufwands durch die Ermittlung der Ansprüche, werden die Bezüge voraussichtlich erst Ende 2022 ausgezahlt. Bis dahin besteht keine Gefahr, dass Ihre Ansprüche verfallen könnten. Sie erhalten in diesem Fall eine Nachzahlung.

Um die gesetzliche Rente ranken sich zahlreiche Mythen. Hier werden die größten Mythen der gesetzlichen Rente verständlich erklärt. Für das Jahr 2021 soll es noch weiter Änderungen in Sachen Rente geben. Die CDU plant für das kommende Jahr eine "Renten-Revolution".

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