• Grundrente 2021: Bonus-Geld für Rentnerinnen und Rentner
  • Anspruch von bis zu 418 Euro mehr
  • Seit Juli werden erste Bescheide versandt: Sie gelten auch rückwirkend

Die Grundrente 2021 kommt - endlich sind die Auszahlungen gestartet: Mehr als ein halbes Jahr nach der Einführung der Grundrente haben Rentner*innen nun endlich den ersten Aufschlag bekommen. Die Bescheide an Neurentner*innen wurden im Juli verschickt. Die Auszahlungen finden rückwirkend zum Januar statt. 

Grundrente 2021 wird endlich ausgezahlt: Bescheide gelten rückwirkend

Die Auszahlung der Grundrente soll rückwirkend stattfinden. Die ersten Bescheide sollen jene erhalten, die nun in Rente gehen. Bei den Menschen, die schon in Rente sind, will die Rentenversicherung mit den ältesten Jahrgängen anfangen. Insgesamt will die Rentenversicherung in diesem Jahr bei sieben bis acht Millionen Rentnerinnen und Rentnern prüfen, ob sie den Aufschlag bekommen. Bis Ende 2022 sollen alle 26 Millionen Renten daraufhin überprüft werden. 

Warum kommt die Grundrente? Jedem, der mindestens fünf Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, steht auch eine Altersvorsorge zu. Doch nur etwas mehr als die Hälfte ist auch zufrieden mit der Höhe ihrer Bezüge, berichtet das Renteninformationsportal ihre-vorsorge.de.

Um das zu ändern, hat die Regierung die Einführung einer Grundrente beschlossen. Ab dem 1. Januar 2021 sollten Rentner mit unterdurchschnittlichem Einkommen einen Aufschlag bekommen. Dieser kann bis zu 418 Euro hoch sein. Die Grundrente wird ab Juli 2021 ausgezahlt und soll Niedrigverdienern eine stabilere Altersvorsorge gewähren.

Grundrente 2021: Mehr Geld für Rentner - wer hat überhaupt Anspruch?

Doch wer bekommt die Rentenaufstockung?  Die Grundrente ist gedacht für alle Rentnerinnen und Rentner, die während ihres Arbeitslebens unterdurchschnittliche Verdienste erzielt haben.

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Dies würde laut Bundesregierung  etwa 1,3 Millionen Ruheständler betreffen. 

So viele Jahre Grundrentenzeit sind nötig - nicht nur Arbeit zählt dazu 

Um die Grundrente ausgezahlt zu bekommen, sind mindesten 35 Jahre Grundrentenzeit nötig. Wer nur 33 Jahre gearbeitet hat, bekommt ebenfalls Grundrente, allerdings nicht in voller Höhe. Laut der Deutschen Rentenversicherung zählen neben der Arbeitszeit folgende Zeiten zu den Grundrentenzeiten:

  • Zeit zur Erziehung der Kinder
  • Pflegezeiten
  • Krankheits- und Rehabilitationszeiten
  • Ersatzzeiten (zum Beispiel Zeiten des Kriegsdienstes, der Kriegsgefangenschaft oder der politischen Haft in der DDR)

Nicht zur Grundrentenzeit gehören hingegen:

  • Arbeitslosenzeit
  • Schulische Ausbildungen
  • Zeiten der Erwerbsminderungsrente
  • Zeiten, in denen freiwillige Beiträge gezahlt wurden

Zudem ist ein im Mittel unterdurchschnittlicher Verdienst nötig. Das Einkommen muss über das gesamte Arbeitsleben mindestens 30 Prozent, aber höchstens 80 Prozent des deutschen Durchschnittsverdienstes betragen. Im vergangenen Jahr 2020 wären dies beispielsweise zwischen 1013 Euro und 2703 Euro brutto im Monat gewesen, erklärt Daniel Konczwald, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Rentenberater.

Monatlicher Höchstsatz der Rente: So wird die Grundrente berechnet 

Der Höchstsatz der Mini-Rente liegt bei 418 Euro pro Monat. Im Durchschnitt wird sich der Aufschlag allerdings zwischen 75 und 80 Euro bewegen. 

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Welchen Betrag Sie von der Rentenversicherung erhalten, können Sie folgendermaßen ausrechnen:

  1. Zunächst ist es wichtig, den Durchschnittswert der Entgeltpunkte zu ermitteln. Was man unter Entgeltpunkte versteht, haben wir in unserem Artikel zum Thema Frührente erklärt. Dabei ist jedoch dringend zu beachten, dass Monate mit weniger als 0,3 Rentenpunkten nicht mit eingerechnet werden.
  2. Dann Verdoppelt man im Anschluss den durchschnittlichen Wert der Entgeltpunkte, allerdings nur für höchstens 35 Jahre und maximal 80 Prozent des Durchschnittsverdienstes.  Die Differenz aus Durchschnittswert und Maximalwert 0,8 ergibt den Grundrentenzuschlag.
  3. Danach muss man den so errechneten Zuschlag um 12,5 Prozent mindern. Der erhaltene Entgeltpunkte-Wert wird dann auf alle Jahre hochgerechnet und mit dem entsprechenden Faktor (Westen: 34,19 Euro, Osten 33,23 Euro) multipliziert.

Rechenbeispiel zur Grundrente:

Die Deutsche Rentenversicherung erklärt die Rechnung anhand des folgenden Beispiels:

Frau Müller hat im Westen 40 Jahre gearbeitet mit jeweils 50 Prozent des Durchschnittslohns. Dieser liegt im Jahr 2020 bei 40.551 Euro.

  1. Hieraus  ergibt sich eine eigene Rente in Höhe von 661 Euro (40 Jahre × 0,5 Entgeltpunkte × 33,05 Euro).
  2. Die durchschnittlichen Entgeltpunkte werden verdoppelt und auf maximal 0,8 Entgeltpunkte begrenzt. Es ergibt sich ein Zuschlag von 0,3 ­Entgeltpunkten.
  3. Dieser wird um 12,5 Prozent gekürzt wird (= 0,2625 Entgeltpunkte). Der Zuschlag von 0,2625 Entgeltpunkten wird für höchstens 35 Jahre berechnet. Der Zuschlag für die Grundrente beträgt somit rund 304 Euro (0,2625 Entgeltpunkte × 35 Jahre × 33,05 Euro).

Aber Vorsicht: Erzielt man neben der Rente noch Einkommen, muss man sich auf Abzüge der Grundrente einstellen.

Auch die gesetzliche Rente lässt sich berechnen. Hier geht es  zu unserem "Renten-Rechner".

Wann bekomme ich das Geld und welche Jahre zählen für die Grundrente?

Die Grundrente wird ab Juli 2021 ausgezahlt. Ein Antrag auf Grundrente muss nicht gestellt werden. Sofern man einen Anspruch hat, wird dieser automatisch ausgezahlt.

Aufgrund des Verwaltungsaufwands durch die Ermittlung der Ansprüche werden die Bezüge voraussichtlich erst Ende 2022 ausgezahlt. Bis dahin besteht keine Gefahr, dass die Ansprüche verfallen könnten. Man erhält in diesem Fall eine Nachzahlung.

Um die gesetzliche Rente ranken sich zahlreiche Mythen. Hier werden die größten Mythen der gesetzlichen Rente verständlich erklärt. Für das Jahr 2021 soll es noch weiter Änderungen in Sachen Rente geben. Die CDU plant für das kommende Jahr eine "Renten-Revolution".

Kritik an Union: "Die CDU wollte die Grundrente nicht"

Im Schnitt soll die Grundrente nach Schätzungen der Regierung 75 Euro betragen. Aber ob die Prognose zutrifft, ist noch offen. "Genauere Aussagen sind hier erst möglich, wenn eine repräsentative Zahl von Grundrentenzuschlägen tatsächlich berechnet worden ist. Ich bin selber auf die Zahlen sehr gespannt", sagte die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach, dem Weser-Kurier (Montag).

Jährlich neu überprüft wrden dann die Einkommen der Grundrentenbezieher - schließlich kann es sich ändern. Ansonsten ist das System nun fest installiert - außer künftige Gesetzgeber wollen es anders. Heil sagte bei einem Besuch in Nürnberg: "Die CDU wollte die Grundrente nicht, die CSU in der Form auch nicht."

Deshalb habe es viele Debatten in der Koalition gebraucht. Nun leiste das Instrument einen Beitrag zur Absicherung im Alter. Altersarmut müsse aber auch noch auf andere Weise bekämpft werden. 

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