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Gehaltscheck: Wie viel verdient ein Chefarzt eigentlich?

Sie sind Manager und Mediziner zugleich: Chefärzte und Chefärztinnen leiten eine Klinik und kümmern sich um medizinische sowie strukturelle Abläufe. Das wirkt sich auch auf den Verdienst aus - kaum eine Berufsgruppe verdient mehr Geld.
Vom Mediziner zum Millionär? Als Chefarzt oder Chefärztin zählt man zu den Topverdienern.
Vom Mediziner zum Millionär? Als Chefarzt oder Chefärztin zählt man zu den Topverdienern. Foto: CC0 / Pixabay / Parentingupstream
  • Chefärzte und Chefärztinnen verdienen so viel wie Top-Manager
  • Verschiedene Faktoren beeinflussen das Gehalt
  • Nebeneinkommen steigern das Einkommen erheblich 

Chefärzte und Chefärztinnen erhalten neben ihrem Grundeinkommen noch viele weitere Vergütungen. Wie reich sind sie wirklich? 

Wie viel verdienen Chefarzt und eine Chefärztin im Schnitt?

Chefärzte und Chefärztinnen sind die Topverdiener in Krankenhäusern. Das liegt nicht nur daran, dass diese die höchste Position innerhalb des Krankenhauses besetzen, sie sind zudem von den Tarifverträgen der Kliniken befreit. Die Spannbreite möglicher Gehälter ist relativ groß, so ist das Gehalt abhängig, von:

  • Standort
  • Träger
  • Größe

Was man als Chefarzt oder Chefärztin verdient, ist meistens reine Verhandlungssache. Im Durchschnitt ergibt sich daraus ein Gehalt von rund 300.000 Euro pro Jahr.

Unterschiede bei den Fachrichtungen

Innerhalb der einzelnen Fachrichtungen lassen sich teils erheblich Gehaltsunterschiede erkennen: Ein Chefarzt oder eine Chefärztin in der Geriatrie verdient lediglich halb so viel, wie jemand aus der Inneren Medizin.

Das Brutto-Monatsgehalt schwankt also je nach Fachrichtung zwischen 15.000 und mehr als 30.000 Euro. In der Inneren Medizin (372.000 Euro), Radiologie (360.000 Euro) und Chirurgie (331.000 Euro) lässt am meisten Geld verdienen.

Geriatrie (177.000 Euro), Pädiatrie (208.000 Euro) und Neurologie (234.000 Euro) verdienen dagegen am wenigsten. 

Unterschiede Stadt - Land

Ebenso entscheidet die Lage des Krankenhauses über das Gehalt. Innerhalb einer Stadt kommen deutlich mehr Patienten und Patientinnen ins Krankenhaus, wodurch mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.

Zudem gibt es Unterschiede bei den Trägern, so kann ein Krankenhaus öffentlich, frei-gemeinnützig und privat geführt werden.

Private Träger erhalten weniger Förderungsmittel und zahlen daher auch geringere Gehälter. 

Wie reich sind Chefärzte und Chefärztinnen?

Bereits durch ihr reines Gehalt zählen Chefärzte und Chefärztinnen zu den Spitzenverdienern in Deutschland. Zudem werden diese oftmals neben dem Grundgehalt auch noch variabel vergütet: Das bedeutet, dass sie anteilsmäßig an den Klinikeinnahmen beteiligt werden.

Auch weitere Bonuszahlungen, beim Erreichen bestimmter Ziele, werden häufig vereinbart. Dazu kommen noch diverse Zusatztätigkeiten, die ebenfalls für weiteres Einkommen sorgen.

Viele Chefärzte und Chefärztinnen arbeiten zusätzlich als Gutachter oder üben ambulante Behandlungen aus. Aber auch Vorträge bei Seminaren und Kongressen werden sehr gut bezahlt. So können bis zu siebenstellige Jahresbeiträge zusammenkommen.