• Deutliche Rentenerhöhung steht für 2022 an
  • Erhöhungen sollen auch nach 2023 fortgesetzt werden
  • Bis 2037 sollen Renten um ein Drittel steigen
  • So entwickeln sich die Rentenzahlungen in den kommenden 15 Jahren

Nach dem Auszahlungsstart der Grundrente in 2021 steigen auch die Bezüge für Rentner*innen im Jahr 2022 in Deutschland. Wie hoch die Zulagen ausfallen, wird regional unterschieden. Klar ist aber: So stark erhöht wurde die gesetzliche Rente seit rund 40 Jahren nicht. Zwar fällt die ursprünglich für 2022 angedachte Erhöhung nun etwas geringer aus - Grund dafür ist der sogenannte Nachholfaktor - aber dennoch können Rentner*innen in Deutschland mit einer deutlichen Erhöhung rechnen. In diesem Artikel wird er ausführlich erklärt.

Massive Rentenerhöhungen in den nächsten 15 Jahren? So viel mehr Geld bekommen Rentner bis 2037

Wie im Rentenbericht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zu lesen ist, dürfen sich die rund 21 Millionen Rentner*innen in Deutschland auch auf kräftige Erhöhungen über das Jahr 2022 hinaus freuen. Der Trend zu höheren Renten setzt sich auch 2023 fort: Nach den kräftigen Erhöhungen in diesem Jahr sollen die Renten 2023 nochmals um 4,9 Prozent im Westen und um 5,7 Prozent im Osten steigen. Dafür wird die Hinzuverdienstgrenze 2023 wieder auf 6300 Euro gesenkt, nachdem sie aufgrund der Coronakrise auf 46.060 Euro angehoben worden war.

Hochgerechnet sollen sich die Renten so weit steigern, dass eine Person, die 45 Jahre lang gearbeitet hat, bei einem durchschnittlichen Lohn im Jahr 2037 etwa 2111 Euro brutto pro Monat ausbezahlt bekommt, statt die bisher üblich 1538,55 Euro. An den Plänen gibt es jedoch auch heftige Kritik. Wolfgang Steiger, Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats nannte die Erhöhungen "geradezu grotesk", da Renten von Arbeitnehmer*innen erwirtschaftet werden müssen und allein in diesem Jahr rund 100 Milliarden Euro in der Rentenkasse fehlen. 

Wie die Erhöhungen finanziert werden sollen, ist derzeit nicht klar. Das Rentenniveau, also das Verhältnis der Rente zum Lohn, soll aber nicht unter die Grenze von 48 Prozent fallen, zumindest nicht bis 2025.

Rente steigt auch 2023 stark an: Erneut etwa 5 Prozent mehr Geld für Rentner

Aus einem Entwurf des Rentenversicherungsberichts für 2021 geht hervor, dass die Bezüge um mehr als fünf Prozent erhöht werden sollen.  Rund 21 Millionen Rentner*innen können sich voraussichtlich ab Juli 2022 über die Änderung freuen. Dabei gibt es aber Unterschiede: Während die Bezüge in Westdeutschland voraussichtlich um 5,2 Prozent steigen sollen, sind es in Ostdeutschland sogar 5,9 Prozent. Trotzdem ist es für westdeutsche Rentner die stärkste Erhöhung seit rund 40 Jahren. Konkret bedeutet die Erhöhung am Beispiel einer monatlichen Rente von 1000 Euro, dass die Bezüge ab dem 1. Juli in Westdeutschland 52 Euro und in Ostdeutschland 59 Euro betragen. Auch 2023 soll es kräftige Renten-Erhöhungen geben: Dann ergibt sich nach derzeitiger Einschätzung eine hohe Anpassung von 4,9 Prozent im Westen und 5,7 Prozent im Osten.

Zuletzt gab es 1983 ein Plus von 5,59 Prozent. In Ostdeutschland stiegen die Renten zuletzt 2016 um 5,95 Prozent in einer vergleichbaren Höhe, wie es 2022 der Fall sein wird.

Aufgrund der Corona-Pandemie mussten die Rentner*innen 2021 auf eine deutliche Erhöhung verzichten. Im Westen gab es eine Nullrunde, in Ostdeutschland zumindest ein Plus von 0,72 Prozent. Schuld daran war der konjunkturbedingte Einbruch der Beitragseinnahmen – eine Trendumkehr hatte sich aber bereits seit mehreren Monaten angedeutet. Dem Entwurf des Rentenversicherungsberichts zufolge sind die Beitragseinnahmen im aktuellen Jahr bis September gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um rund 3,7 Prozent gestiegen.

Reserven der Rentenkasse

Die Rentenschätzer sagen in ihrem Bericht, dass die Reserve der Rentenkasse im vergangenen Jahr leicht gestiegen ist. So wurde für das Jahresende 2021 eine Nachhaltigkeitsrücklage von rund 37,2 Milliarden Euro errechnet. Dies entspricht knapp 1,6 Monatsausgaben. Ende 2020 waren es 37,1 Milliarden. Festzuhalten sei, „dass die gesetzliche Rentenversicherung die Pandemie bislang sehr gut überstanden hat“, so der Entwurf des Rentenversicherungsberichts.

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Das Sicherungsniveau von Steuern, das das Verhältnis von Renten zu Löhnen zeigt, beträgt derzeit 49,4 Prozent. Laut Schätzung soll es im Jahr 2025 mit 49,2 Prozent um 0,2 Prozentpunkte darunter liegen. Gesetzlich ist ein Absinken des Rentenniveaus unter 48 Prozent bis 2025 ausgeschlossen. Dann büßt die Rente laut Berichtsentwurf Sicherungskraft ein: „Längerfristig sinkt das Sicherungsniveau über 47,6 Prozent im Jahr 2030 bis auf 45,7 Prozent zum Ende des Vorausberechnungszeitraums im Jahr 2035.“ Der Beitragssatz soll nach der vorläufigen Berechnung bis 2023 beim aktuellen Wert von 18,6 Prozent stabil bleiben. Bis 2035 soll er auf 22,3 Prozent ansteigen.

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