Berlin
Steuererklärung 2018

Steuererklärung: 7 Tage noch bis zur Abgabefrist - was kann alles abgesetzt werden?

Noch eine Woche bis zur Abgabe der Steuererklärung. Durch das Absetzen von Ausgaben bekommen die meisten Arbeitnehmer durch ihre Lohnsteuerabrechnung Geld zurück. Was kann abgesetzt werden und was ist beim Ausfüllen zu beachten?
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Die Steuererklärung lohnt sich für die meisten Arbeitnehmer. Denn in der Regel können sie mit einer Erstattung rechnen. Foto: Robert Günther/dpa
Die Steuererklärung lohnt sich für die meisten Arbeitnehmer. Denn in der Regel können sie mit einer Erstattung rechnen. Foto: Robert Günther/dpa
In der Regel bis zum 31. Mai 2018 muss die Steuererklärung fürs Steuerjahr 2017 abgegeben werden. In vielen Fällen lohnt sich der Aufwand. Denn die meisten Arbeitnehmer können mit einer Erstattung rechnen. Nicht immer ist die Abgabe einer Steuererklärung verpflichtend. "Sie sollten das aber grundsätzlich machen, um in jedem Fall in den Genuss sämtlicher Steuervorteile zu kommen", empfiehlt Uwe Rauhöft vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine. Vor allem Selbstständige profitieren meist steuerlich, wenn sie ihre beruflichen Ausgaben in der Steuererklärung angeben.

Die Abgabe lohnt sich vor allem dann, wenn Beschäftigte hohe Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen geltend machen können, erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Steuerermäßigungen winken auch, wenn man die Ausgaben etwa für eine Putzfrau oder einen Babysitter unter haushaltsnahe Beschäftigungs- oder Dienstleistungsverhältnisse angibt. Familien können oftmals in diesen Bereichen Steuern sparen. Hat sich im Laufe des Jahres die Steuerklasse geändert, dann macht die Abgabe einer Steuererklärung oft ebenfalls Sinn.


Werbekostennachweis unaufgefordert einreichen


An Steuerformularen benötigen Arbeitnehmer neben dem Mantelbogen die Anlage N. Auf Seite eins von Anlage N werden Angaben zu den Einnahmen gemacht. Auf Seite zwei können Werbungskosten angegeben werden. "Jedem Arbeitnehmer stehen grundsätzlich 1000 Euro als pauschaler Werbungskostenabzug zu", sagt Carsten Nicklaus, Vorstandsmitglied des Steuerberaterverbands Düsseldorf. Erst bei tatsächlichen Werbungskosten von über 1000 Euro wirken sich diese in Form einer Steuererstattung aus.

Die angefallenen Werbungskosten sollte man möglichst nachweisen oder zumindest plausibel erklären können. Bei Beträgen über 1000 Euro macht es jedoch Sinn, den Nachweis unaufgefordert einzureichen, um Rückfragen des Finanzamtes zu vermeiden. "Angegeben werden kann etwa die Anschaffung von Arbeitsmitteln, sofern sie für den Beruf gebraucht werden", erläutert Nicklaus. Das kann etwa ein Aktenkoffer, ein Mobiltelefon oder ein Laptop sein - vorausgesetzt, dass sie nicht vom Arbeitgeber bereitgestellt wurden.

Maximal 1250 Euro im Jahr kann für ein häusliches Arbeitszimmer abgesetzt werden. Voraussetzung: Für die im Arbeitszimmer ausgeübten Tätigkeiten darf kein anderer Arbeitsplatz beim Arbeitgeber zur Verfügung stehen. Noch höhere Kosten können abgesetzt werden, wenn das Arbeitszimmer im Mittelpunkt der beruflichen Betätigung steht und es mindestens zu 90 Prozent beruflich genutzt wird.


Zu Werbekosten zählen auch Ausgaben für Fortbildungen


Zu den Werbungskosten zählen außerdem Ausgaben für die Fortbildung, etwa Sprachkurse. Abgesetzt werden können nicht nur die Kursgebühren, sondern auch die Reisekosten - etwa Fahrt- und Übernachtungskosten. Bei Sprachkursen sollte der berufliche Zusammenhang nachvollziehbar sein. "Finden die Sprachkurse im Ausland statt, werden sie vom Finanzamt häufig steuerlich nicht anerkannt", so Nicklaus. Der Grund: Der Fiskus geht davon aus, dass die Reise auch aus privaten Gründen erfolgte. Ebenfalls unter Werbungskosten fallen die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz - sofern sie vom Arbeitgeber nicht erstattet wurden. Auch Ausgaben für die Mitgliedschaft in einem Berufsverband werden berücksichtigt.

Lohnsteuerhilfeverein - für wen ist es sinnvoll?

Angaben zu Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen werden im Mantelbogen der Steuererklärung eingetragen. Gleiches gilt für Kosten, die durch die Inanspruchnahme von haushaltsnahen Dienstleistungen entstanden sind. Weitere Sonderausgaben sind etwa Kosten einer ersten Ausbildung, Unterhalt an den geschiedenen oder getrennt lebenden Partner sowie Spenden. Versicherungsbeiträge kommen in die Anlage Vorsorgeaufwand.


Auch Spenden steuerlich absetzbar


Für Spenden unter 200 Euro gilt: Es reicht ein vereinfachter Nachweis - etwa in Form eines Kontoauszugs. Wird die Spende online getätigt, dann muss die Seite mit der Zuwendungsbestätigung, die die jeweilige Organisation nach Erhalt der Spende mailt, ausgedruckt und dem Finanzamt nur auf Anforderung präsentiert werden. "Eine Spendenbescheinigung muss der Steuererklärung nicht mehr beigefügt, aber ein Jahr nach Erhalt des Steuerbescheids aufbewahrt werden", so Rauhöft.

Zu den außergewöhnlichen Belastungen zählen Krankheits- sowie Pflegekosten, sofern die jeweilige Versicherung dafür nicht aufkommt. Steuermindernd wirken sie sich aber erst dann aus, wenn eine zumutbare Belastung überschritten wird. Wer einen Fensterputzer oder einen Gärtner beschäftigt, kann dessen Verdienst in der Steuererklärung angeben - steuerlich berücksichtigt werden 20 Prozent, allerdings maximal 4000 Euro im Jahr. Auch für die Beschäftigung von Minijobbern winkt ein Steuerbonus von 20 Prozent, allerdings ist die Steuerersparnis auf 510 Euro im Jahr begrenzt.

Mit der Abgabe ihrer Steuererklärung für 2017 können sich Arbeitnehmer bis zum 31. Mai 2018 Zeit lassen. "In Bundesländern, in denen der Tag auf einen Feiertag, nämlich Fronleichnam, fällt, muss die Steuererklärung erst am 1. Juni 2018 vorliegen", so Klocke. Wer sich jedoch von einem Steuerberater beraten lässt, erhält automatisch eine Fristverlängerung bis zum 31. Dezember 2018.

Steuererklärung 2017: Die Abgabedaten im Überblick Berlin

In den meisten Bundesländern müssen die verpflichtenden Einkommensteuererklärungen bis 31. Mai 2018 abgegeben werden. Es gibt aber inzwischen mehrere Ausnahmen, erläutert der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine:

- In Bundesländern mit dem Feiertag Fronleichnam verlängert sich die Frist bis 1. Juni.
- In den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Bayern gilt für elektronisch abgegebene Erklärungen die Frist bis 31. Juli 2018.
- Wer mit Hilfe eines Steuerberaters oder einem Lohnsteuerhilfeverein die Unterlagen zusammenstellt, kann diese bis zum 31. Dezember abgeben.
- Wer nicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet ist, kann die Dokumente für das Steuerjahr 2017 freiwillig bis zum 31. Dezember 2021 einreichen.
- Verlängerung beantragen: Wer seinen Abgabetermin nicht einhalten kann, kann mit einer überzeugenden Begründung eine Verlängerung beim zuständigen Finanzamt formlos beantragen. Laut dem Bundesverband wird diese in der Regel auch genehmigt.


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