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Internetkriminalität

Sicher online shoppen: So kannst du deine Bankdaten schützen

Bei einem Cyberangriff können Kriminelle deine Bankdaten ausspionieren. Wie du dich schützen kannst und was du als Opfer sofort tun solltest, erfährst du in diesem Artikel.
Beim Onlineshopping solltest du einiges beachten, um keine bösen Überraschungen zu erleben.
Beim Onlineshopping solltest du einiges beachten, um keine bösen Überraschungen zu erleben. Foto: CC0 / Pixabay / StockSnap
  • Ist Onlineshopping in der Corona-Pandemie beliebter geworden?
  • Wie kann ich meine Bankdaten schützen?
  • Mit welchen Zahlungsmethoden bin ich auf der sicheren Seite?
  • Wie erkenne ich, ob die Bankdaten in falsche Hände geraten sind?
  • Was du tun solltest, wenn es passiert ist
  • Muss meine Bank den Schaden ersetzen, wenn mein Online-Banking gehackt wurde?

Von Mode über Elektronik bis hin zu Pizza und Co. bei Lieferdiensten: Während der Corona-Krise hat Onlineshopping einen regelrechten Aufschwung erlebt. Laut dem Digitalverband Bitkom kaufen seit Beginn der Corona-Pandemie 43 Prozent der Online-Shopper*innen mehr im Internet. Die von Internetshops angebotenen Zahlungsmethoden sind vielfältig. Die gängigsten sind Bankeinzug per SEPA-Lastschriftverfahren und die Nutzung von Kreditkarten. Alle Methoden haben eines gemeinsam: Du musst während des Bestellprozesses deine Konto- beziehungsweise Kreditkartendaten eingeben. Sobald diese im Netz sind, können sie Ziel von Betrügern sein, die sie dann für ihre Zwecke nutzen. Du kannst deine Daten schützen, solltest aber im Fall des Falles schnell reagieren.

Bankdaten: Wie kannst du sie schützen?

Kriminelle versuchen zum Beispiel mithilfe so genannter Phishing-Mails an deine Daten zu kommen. Es kommt auch vor, dass unseriöse Onlineshops nach deiner Bestellung deine Zahlungsdaten einfach weiter benutzen. Um dich vor Cyberkriminellen zu schützen, empfiehlt die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) eine Reihe von Maßnahmen:

  • Bei Transaktionen solltest du generell auf die Internet-Sicherheit achten. Dazu zählen eine aktuelle Virenschutzsoftware und eine aktuelle Firewall.
  • Überprüfe regelmäßig deinen Browser hinsichtlich aktiver Inhalte.
  • E-Mails von unbekannten Absendern solltest du nicht öffnen, vor allem wenn dir die E-Mail-Adresse kryptisch erscheint.
  • Es ist ratsam, Transaktionen nur am eigenen Rechner durchzuführen, nicht etwa im Internetcafé.
  • Gib deine Bankdaten nur über Verbindungen weiter, die eine Verschlüsselung zwischen deinem Rechner und dem Empfänger gewährleisten, zum Beispiel SSL-Standard
  • Du solltest dich versichern, mit wem du es zu tun hast. Überprüfe die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und das Impressum. Recherchiere anhand der Angaben, wie Adresse oder Telefonnummer, ob es das Unternehmen überhaupt gibt. Bei Anbietern mit Sitz im Ausland, vor allem in Nicht-EU-Staaten, solltest du vorsichtig sein. Es kann sein, dass die deutsche Justiz keine Möglichkeiten hat, wenn du auf einen solchen Shop hereingefallen bist. Wenn du dennoch im Ausland etwas bestellen möchtest, empfiehlt die ProPK andere Zahlungsmöglichkeiten zu wählen, wie Nachnahme, Lastschrift oder Überweisung.

Überweisung schützt dich zwar vor Phishing, aber nicht vor Fakeshops. Diese haben zwar in der Regel kein Interesse an deinen Bankdaten, schicken aber meist keine oder minderwertige Ware. Während du Lastschriften binnen acht Wochen zurückbuchen lassen kannst, ist das Geld bei einer Überweisung weg. Wie du Fakeshops erkennst, erfährst du hier.

Cybercrime: Das solltest du sofort tun, wenn deine Bankdaten gestohlen wurden

Anzeichen dafür, dass deine Bankdaten in falsche Hände geraten sind, sind zum Beispiel Abbuchungen, die du nicht kennst oder überraschende Mahnschreiben, die dir ins Haus flattern. Was du in einem solchen Fall tun solltest, wissen ebenfalls die Experten der ProPK:

  • Bei Missbrauch deiner Debitkarte - früher EC- oder Girokarte - solltest du sofort deine Bank verständigen und die Karte sperren lassen. Das ist auch über den bundesweit einheitlichen Sperr-Notruf 116116 möglich. Der Anruf kostet aus dem Festnetz und aus den Mobilfunknetzen nichts. Für sprach- und gehörgeschädigte Menschen ist die Nummer auch per Telefax erreichbar. 90 Prozent der Bank- und Zahlungskarten können mittlerweile über diese Nummer gesperrt werden.
  • Wenn deine Kreditkartendaten gestohlen wurden, solltest du die Karte beim Kreditkartenunternehmen sperren lassen. Die entsprechende Hotline findest du auf der Internetseite deines Kartenanbieters. Präventiv solltest du diese in deinem Handy speichern.
  • Wenn du eine Straftat vermutest, solltest du Anzeige bei der Polizei erstatten.

Wenn dein Online-Banking gehackt worden ist, bist du übrigens gesetzlich geschützt. Laut §§ 675 ff. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) haftet die Bank für Geldtransfers, die nicht von dir autorisiert wurden. Das Geldinstitut muss in so einem Fall das Konto ausgleichen. Andererseits bist du verpflichtet, dein Konto so gut wie möglich zu schützen. Bei fahrlässigem Handeln ist die Bank nicht zum Kontoausgleich verpflichtet.