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Bezahlen in Corona-Krise: Dürfen Geschäfte Bargeld ablehnen?

Derzeit nimmt die bargeldlose Zahlungsbereitschaft der Deutschen stark zu - gerade in der Pandemie ist das von Vorteil, da wegen der Weitergabe von Bargeld, ein Infektionsrisiko besteht. Aber darf ein Verkäufer Bargeld prinzipiell ablehnen?
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In der Corona-Krise wird vielerorts mit Karte bezahlt. Symbolfoto: pixabay.com/ pexels.com

Die Deutschen hängen an ihrem Bargeld. Schon ein altes Sprichwort lautete im Volksmund: "Nur Bares ist auch Wahres". Spätestens seit dem Beginn der Corona-Krise hat sich das geändert: Aufgrund der Pandemie werden immer mehr Menschen dazu angehalten, auf bargeldlose Zahlungsarten umzusteigen. Auf diese Weise wird das Sterben des Bargeldes zusätzlich befeuert - nicht zuletzt, da mehr und mehr Händler und Verkäufer das bargeldlose  Bezahlen bevorzugen, stellt sich aber auch die Frage: Dürfen Geschäfte Bargeld ablehnen und auf die kontaktlose Bezahlungsweise bestehen?

Cornelia Schulz, Sprecherin der "Deutschen Kreditwirtschaft", bestätigt t-online.de, dass derzeit eine deutliche Tendenz zu bargeldlosen Zahlungsmitteln beobachtbar sei. Demnach greifen immer mehr Deutsche beispielsweise zur Kreditkarte oder der Girokarte, um zu bezahlen. Laut Schulz tendieren aber nicht nur die Käufer zu der bargeldlosen Bezahlung: Auch deutlich mehr Händler und Verkäufer bieten mittlerweile  kontaktlose Zahlungsmethoden an. Diese seien hygienischer, sicherer und vor allem auch schneller. In Zeiten der Pandemie wichtige Faktoren, die zum eigenen Schutz beitragen. 

Darf ein Verkäufer auf Kartenzahlung bestehen?

"Grundsätzlich gilt das Prinzip der Vertragsfreiheit", erklärt Ulrich Binnebößel vom "Handelsverband Deutschland in Berlin" t-online.de. Somit können Kunden die Art der Zahlungsform frei bestimmten. Dies gilt aber nicht, wenn der Händler vorher bereits darauf hingewiesen hat, dass er kein Bargeld akzeptieren will. Dafür reicht bereits ein einfaches Schild mit diesem Hinweis. Somit kann er auf eine Kreditkartenzahlung bestehen, wenn der Kunde darüber im Vorfeld aufgeklärt worden ist.

Auch interessant ist, dass seit Beginn der Corona-Krise das komplett kontaktlose Bezahlen, also das Bezahlen ohne Eingabe eines PINs, immer größere Verwendung findet. Bislang war das nur bei Beträgen unter 25 Euro möglich: Nun wurde die Zahlungsmethode auf einen Betrag von bis zu 50 Euro aufgestockt, bestätigt Michael Herte von der "Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein". Dabei muss die Karte oder das Smartphone einfach an das Kartenlesegerät gehalten werden, bis der Betrag abgebucht wird.