Lichtenfels
Traditionen

Pfefferkuchen und Pfefferleintag

Das "Pfeffern" ist eine alte Tradition die heute Nahezu in die Vergessenheit geraten ist. Jedoch wird das "Pfeffern" heute noch praktiziert in wenigen Dörfern praktiziert.
 
Pfefferkuchen wurde traditionell als Gabe gegeben, um das "Pfeffern" zu beenden. Foto: TanteTati/ pixabay.com
Pfefferkuchen wurde traditionell als Gabe gegeben, um das "Pfeffern" zu beenden. Foto: TanteTati/ pixabay.com

Das "Pfeffern" nach Weihnachten war vor allem in den katholischen Gegenden in unserer Region ein fester Brauch. Dabei sind die Kinder mit Weidenruten durch ihre Dörfer gezogen, um Erwachsene oder Kinder spielerisch auf die Beine zu schlagen und dabei auch einen Sprung aufzusagen. Daran können sich die Senioren noch gut erinnern. Viele wünschen sich wieder eine Auflebung dieses Jahrhunderte alten Rituals. Leider ist es in den letzten Jahrzehnten um diesen schönen Brauch sehr ruhig geworden.

Die Buben durften schon am 28. Dezember, am Fest der unschuldigen Kinder, pfeffern. Deshalb wird das Fest auch in manchen Gegenden bei uns heute noch "Pfefferleinstag" genannt. Dieser zeugt von der großen Beliebtheit des Pfefferns. In vielen Dörfern sind von den Buben zum Pfeffern Weidenruten genommen worden, die mit einer roten Schleife geschmückt wurde. Damit schlug man hauptsächlich den weiblichen Bewohnern ans Bein und sagte dabei einen Spruch auf, der oft von Dorf zu Dorf verschieden war. Das Pfeffern ist so lange fortgesetzt worden, bis eine kleine Gabe herausgerückt wurde. Im Juragebiet wie in Modschiedel und Görau wird der Brauch noch vereinzelt gepflegt,

Die Mädchen dagegen gehen am Neujahrstag den Männer und Buben mit einer Rute aus Birkenreisig oder Fichtenzweigen an die Beine. Nach ihrem Spruch sagen sie, Schmeckt das neue Jahr gut? Das Pfeffern setzt sich dann so lange fort, bis der Gepfefferte erklärt, dass es gut schmeckt. Die Mädchen bekamen dabei ebenfalls von den aufgesuchten Familien Gebäck, Süßigkeiten oder auch Geld. Sehr oft wurden Lebkuchen verteilt. Deshalb werden diese in manchen Gegenden Oberfrankens auch heute noch Pfefferkuchen genannt.

In Lichtenfels und auch in Bamberg lautete der Spruch: "Ich bin ein kleiner König, gebt mir nicht zu wenig. Lasst mich nicht zulange stehen, ich muss ein Häuschen weitergehen". Eine andere Version lautet: "Pfeffer, Pfeffergerten, komm ich hereingetreten, mit meinem frischen Mut, schmeckt der Pfeffer gut?" Noch einen weiteren Spruch aus unsere Gegend: "Drei Röselein, drei Röselein, die wachsen an einem Stängelein. Der Mann ist schön, die Frau ist schön, die Kinder sind wie Engelein." Von Görau berichtet eine Einwohnerin folgenden Spruch: "Komm ich hergetreten, mit meiner Pfeffergerten, mit meinem Rosmarinstängel, pfeffere ich den Herrn als wie ein Engel, mit meinem frischen Mut, schmeckt der Pfeffer gut?"

Weiterhin wird aus diesem Ort von Erwachsenen berichtet, dass sie als kleine Kinder immer den Nachbarn vom Bett "rauspfeffern" mussten. "Er ist nicht vorher aufgestanden, bis wir Mädchen Ihn am Neujahr in der Frühe oder vormittags mit unserer Rute besuchten und unseren Spruch aufsagten. Die Gerte war ein Zweig vom Christbaum, die mit einem Bändchen geschmückt wurde", sagt eine Bürgerin aus Görau.

Ein Spruch aus Unterfranken lautet: Pfeffer, Pfeffer Krone, ich pfeffere nicht um Lohne. Ich pfeffere nur aus Höflichkeit, dass die Dame gesund bleibt. Oder: ich pfeffere einen netten Herrn, ich weiß, er hat das Pfeffern gern. Ich pfeffere ihn aus Herzensgrund, bleib viele Jahre noch gesund.