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Weihnachtszeit

Warum feiern wir den Nikolaustag? Bedeutung und Geschichte hinter dem christlichen Gedenktag

Der 6. Dezember 2020 ist Nikolaustag. Dieses Jahr fällt der christliche Gedenktag auf den zweiten Advent. Doch warum feiern wir diesen Tag und zählt er überhaupt als Feiertag? Wer war Nikolaus und warum stellen wir nachts unsere Schuhe vor die Tür?
 
Weihnachtsmann / Nikolaus
Den Nikolausbrauch gibt es schon lange - er geht auf den Bischof Nikolaus von Myra zurück. Foto: unsplash.com/Lynda Hinton

Lasst uns froh und munter sein... An Nikolaus stellen viele Menschen wieder einen Schuh oder einen Teller vor ihre Tür. Es heißt, dass der Nikolaus den Kindern in der Nacht vor seinem Feiertag Süßigkeiten oder kleine Geschenke bringt. Mit dem Nikolausabend ist der Abend vor dem eigentlichen Nikolaustag gemeint, also der Abend des 5. Dezember. Der Nikolaustag selbst ist der 6. Dezember.

Doch wer war überhaupt der Nikolaus? Und warum stellen wir am Abend vorher Stiefel vor die Tür?

Nikolaustag 2020: Wann wird gefeiert und was ist während Corona zu beachten? 

Der Gedenktag von Nikolaus ist jedes Jahr am 6. Dezember, denn an einem solchen soll der heilige Nikolaus gestorben sein. Der Nikolaustag wird im gesamten Christentum mit zahlreichen Bräuchen begangen.Dieses Jahr fällt er auf den zweiten Advent. Es gibt also am Sonntag doppelten Grund zum Feiern. Der Nikolaustag ist kein gesetzlicher Feiertag, sondern lediglich ein christlicher Gedenktag. Da er dieses Jahr auf einen Sonntag fällt, sollte jedoch der Großteil der Bevölkerung an Nikolaus genügend Zeit zum Feiern haben. 

Laut dem Beschluss der Bundesregierung dürfen private Treffen im Dezember nur noch mit maximal fünf Personen aus bis zu zwei verschiedenen Haushalten stattfinden (ausgenommen sind Kinder unter 14 Jahren). Daran muss sich auch der Nikolaus halten. Da er bereits als ein Haushalt gilt, darf er sich somit nur zeitgleich mit einer weiteren Familie (die alle in demselben Haushalt wohnen müssen) mit insgesamt 4 Personen über 14 Jahren treffen.

Auch auf das Händeschütteln oder Umarmungen muss der Nikolaus in diesem Jahr verzichten. Für ihn gilt: Abstand halten – und zwar mindestens eineinhalb Meter. Um eine Tröpfcheninfektion zu verhindern, sollte er außerdem im besten Fall eine Schutzmaske tragen. Die gute Nachricht für weniger brave Kinder lautet: Knecht Ruprecht darf in diesem Jahr nicht mit dem Nikolaus von Haus zu Haus ziehen, sobald  beide nicht aus demselben Haushalt stammen. Ist dies jedoch der Fall, dürfen sich beide mit nur mit einem weiteren Haushalt treffen. 

Gedenktag für einen Heiligen: Wer war eigentlich Nikolaus?

Nikolaus hat wirklich gelebt. Es gibt aber nur wenige gesicherte historische Daten über sein Leben und Wirken. Fest steht, dass es vor vielen Hundert Jahren einen wichtigen Bischof mit diesem Namen gab. In der Überlieferung verschmelzen die Lebensgeschichten des Bischofs Nikolaus von Myra (4. Jahrhundert, gestorben vermutlich im Jahr 343) und des Abts Nikolaus von Sion (6. Jahrhundert). Beide lebten an der Küste Lykiens in der heutigen Türkei. Beide Lebensgeschichten sind wohl miteinander verschmolzen. Zahlreiche Legenden ranken sich um den heiligen Nikolaus.

Allerdings sind sich Fachleute nicht sicher, welche Geschichten über den Nikolaus tatsächlich geschehen sind. Denn nicht alle wurden damals aufgeschrieben. Manche wurden nur weitererzählt. Einige Fachleute glauben, dass sich Nikolaus-Geschichten über verschiedene Menschen im Laufe der Zeit vermischt haben. Wann genau der Bischof gelebt hat, steht nicht genau fest. Er soll aber an einem 6. Dezember gestorben sein. Deshalb erinnern wir uns an diesem Tag an den besonderen Mann.

In Geschichten von früher wird erzählt, dass Nikolaus ein guter Mensch war. Er war großzügig und kümmerte sich um arme Leute - wohl besonders um Kinder. Deshalb wird er heute von gläubigen Christen als Heiliger verehrt. So heißt es etwa, Nikolaus' Eltern haben ihm ein großes Vermögen hinterlassen, mit dem er Bedürftigen half. Außerdem habe er Mädchen vor der Prostitution bewahrt, unschuldig Verurteilte gerettet und eine Hungersnot abgewendet. Aus den Legenden schälte sich das Bild eines ungewöhnlich menschenfreundlichen Kirchenmannes heraus, volksnah und voller Güte, Mut und Zivilcourage. Nikolaus ist einer der beliebtesten christlichen Heiligen. Heute wird er als Nothelfer und Schutzpatron der Kinder, der Seeleute und vieler weiterer Berufsgruppen verehrt.

Welche Bräuche gibt es zu Nikolaus?

In vielen Regionen wird bei Nikolaus der sogenannte Einkehrbrauch praktiziert. Dabei kommt der Nikolaus zu den Kindern und fragt, ob sie im vergangenen Jahr brav waren. Antworten liefert ihm auch sein goldenes Buch. Wer artig war, wird mit Süßigkeiten aus dem Nikolaussack belohnt.

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Oftmals hat der Nikolaus einen finsteren Begleiter bei sich. Dieser ist als Knecht Ruprecht, Hans Muff oder Krampus bekannt. Meist trägt er eine Rute bei sich und nimmt die drohende und strafende Gegenrolle zum gütigen Nikolaus ein. Knecht Ruprecht stellt das gezähmte Böse dar, das im Dienste des Guten steht. Eigentlich ist der finstere Knecht Ruprecht eine Brauchtumserfindung, die immer mehr in Vergessenheit gerät.

Beim Einlegebrauch stellen die Kinder ihre Stiefel vor die Haustür, damit sie über Nacht mit Nüssen, Süßigkeiten oder kleinen Geschenken gefüllt werden. Der Brauch basiert auf der Legende von den drei Jungfrauen, die nachts heimlich von Nikolaus beschenkt wurden, um ihre Mitgift zahlen zu können. Im 15. Jahrhundert wurden Schiffe gebastelt, in die Nikolaus seine Gaben legen sollte ("Schiffchensetzen"). Hintergrund dieses Brauchtums ist sein Schifferpatronat. Später wurden die Nikolausschiffchen durch Stiefel, Schuh, Strumpf oder Gabenteller abgelöst.

Nikolaus ist auch ein Ort

Im Saarland kommt nicht nur der Nikolaus, es gibt sogar einen ganzen Ort, der so heißt. In dem kleinen Ort St. Nikolaus nahe der französischen Grenze werden die Wünsche von Kindern gesammelt. Das dortige Nikolauspostamt erhält jährlich Tausende Briefe aus aller Welt. Alle Schreiben werden persönlich von Helfern beantwortet. Nach Angaben der Deutschen Post ist es das älteste Nikolauspostamt in Deutschland.

Am Nikolaustag werden 222 orange Frauen auf dem Maxplatz in Bamberg stehen: Hierbei handelt es sich um ein Kunstprojekt eines  Bonner Künstlers

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