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Weihnachtstraditionen

Skurrile Weihnachtsbräuche: Haferbrei für den Gnom, Pudding an der Decke, Nachtisch-Overload

Weihnachten bedeutet vor allem eins: Tradition. Die meisten Familien freuen sich besonders auf die Entschleunigung am Jahresende. Doch wird Weihnachten eigentlich auch in anderen Ländern so beschaulich gefeiert wie in Deutschland? Wir haben einige kuriose Weihnachtsbräuche gesammelt.
Kuriose Weihnachtstraditionen gibt es auf der ganzen Welt.
Kuriose Weihnachtstraditionen gibt es auf der ganzen Welt. Foto: TerriC/pixabay.com
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Den Weihnachtsbaum schmücken, Geschenke an Heiligabend auspacken, ein Essen im Familienkreis: Hierzulande gibt es einige Traditionen und Bräuche zu Weihnachten - von denen manche auch eine moderne Erfindung sind.

Doch nicht überall wird so gemächlich gefeiert wie in Deutschland. Wir haben einige kuriose Weihnachtsbräuche aus dem Ausland gesammelt.

Skurilles Fest: Die kuriosesten Weihnachtsbräuche aus aller Welt

Weihnachten, das verbinden die meisten mit Lichterketten, Liedern, Tannenbäumen und selbst gebackenen Plätzchen. Aber in manchen Ländern gehören auch durchaus kuriose Bräuche und Gepflogenheiten zum Fest - samt blanken Hintern und surfenden Santas.

Andere Länder, andere Sitten: Die Festtage sind in aller Welt mit zahlreichen Traditionen und Bräuchen verbunden. Manche sind dabei ganz schön schräg.

Pudding-Spritzen, surfende Santas und Scheißerchen als Glücksbringer: Mancherorts geht es zu Weihnachten ziemlich skurril zu. 

Weihnachtsbrauch in Polen: Mit Strohhalmen langes Leben ziehen

In Polen gibt es einen besonders makabren Weihnachtsbrauch. Dabei wird unter die Tischdecke Stroh gelegt. Alle Gäste ziehen dann einen Strohhalm unter der Decke hervor und anschließend wird verglichen, wer das längste herausgezogen hat. Diese Länge soll dann Auskunft darüber geben, wer am längsten leben wird.  

Erster Weihnachtsgast in Tschechien sagt Baby-Geschlecht voraus

Wer in Tschechien in freudiger Erwartung ist, der erwartet seine Gäste ebenso freudig und vor allem gespannt. Der erste Gast, der an Weihnachten zur Tür hereinkommt, soll nämlich das Geschlecht des Ungeborenen prophezeien. Viele Tschechen verbinden Weihnachten außerdem mit einem Karpfen in der Badewanne. Lange war es üblich, den Fisch bei einem der vielen Straßenhändler lebend zu kaufen und bis Heiligabend im Wannenwasser schwimmen zu lassen. Der Brauch ist auf dem Rückzug, da viele Familien inzwischen über eine Tiefkühltruhe verfügen. Zudem machen Tierschützer dagegen mobil. Gereicht wird der panierte Karpfen am 24. Dezember traditionell mit Kartoffelsalat. Einige Karpfenschuppen werden unter den Teller gelegt oder in die Geldbörse gesteckt - sie gelten als Symbol des Reichtums. Ärzte raten dazu, sich beim Essen Zeit zu lassen und auf die Gräten zu achten. Dutzende Menschen landen in Tschechien aus Unachtsamkeit jedes Jahr zu Weihnachten in der Krankenhaus-Ambulanz.

Kack-Figur in katalonischen Krippen

In Katalonien darf in der Krippe eine bestimmte Figur auf gar keinen Fall fehlen. Es handelt sich dabei um den sogenannten Caganer. Das ist  ein Männchen, das in der Hocke sitzt und - ja - sein großes Geschäft verrichtet. Die berühmte Figur des Caganers (was man mit "Kacker" oder "Scheißerchen" übersetzen kann) ist für einige zum absoluten Sammel-Trend geworden und gilt als Glücksbringer. In Barcelona und Umgebung ist sie das Weihnachtssymbol schlechthin.  

Nachtisch-Overload in der französischen Provence

In der südfranzösischen Gegend Provence gibt es zu Weihnachten einen besonders reich gedeckten Tisch. Die Tradition verlangt nach 13 Nachtischen - in Erinnerung an Jesus und seine zwölf Jünger. Lange in der Küche stehen muss für den Brauch aber niemand, denn bei den Nachspeisen handelt es sich etwa um Trockenfrüchte, Nüsse und Nougat. Die genaue Zusammenstellung variiert von Familie zu Familie. Der Brauch will es, dass jeder ein bisschen von jedem Nachtisch nascht, um Glück zu bekommen.

Weihnachtspudding an slowakischen Zimmerdecken

In der Slowakei hat Pudding eine prophezeiende Eigenschaft. So wird der traditionell servierte Loksa-Pudding beim gemeinsamen Abendessen vom ältesten Familienmitglied mit einem Löffel an die Decke gespritzt. Je mehr dann dort von der Süßspeise kleben bleibt, desto mehr Glück für das kommende Jahr wird der Familie vorhergesagt.  

Gurken am US-Weihnachtsbaum

Besonderer Schmuck ziert in den USA den Weihnachtsbaum - und zwar in Form von einer Essiggurke. Das gewürzte Gemüse wird traditionell irgendwo zwischen den Kugeln und Sternen am Baum versteckt und wer sie dann zuerst entdeckt, der bekommt ein zusätzliches Geschenk.  

In Australien surfen die Santas

Wenn im Dezember "White Christmas" aus den Radios tönt, schwitzen die Australier unter der heißen Sonne. Das Weihnachtsfest fällt mitten in den Sommer, deshalb feiert man in bester "Aussie"-Manier mit Barbecues und eiskaltem Bier. Auch frische Garnelen dürfen nicht fehlen, besonders an Heiligabend. Beim Familienpicknick am Strand kann man die surfenden Santas beobachten, die mit Weihnachtsmütze – aber ohne dicken Bauch und Rauschebart – den hohen Wellen trotzen. Noch mehr Weihnachtsmänner gibt es bei den "Santa Pub Crawls" zu sehen, bei denen sich Kostümierte von Bar zu Bar trinken.

Liberia: Tanzende Teufel fordern Geld

Im westafrikanischen Liberia besuchen in der Vorweihnachtszeit tanzende Teufel Städte und Dörfer. Begleitet von lautem Trommeln ziehen die von Kopf bis Fuß mit Bast bedeckten, bis zu drei Meter großen Figuren auf Stelzen durch die Straßen. Statt Kindern Geschenke zu bringen, fordern sie Geld von Passanten ein. Die Teufel verkörpern jedoch nicht das Böse, sondern werden als spirituelle Persönlichkeiten angesehen, die ähnlich wie Knecht Ruprecht etwa Kindern ein wenig Angst einjagen sollen.

Grøt für den Gnom in Norwegen

In Norwegen stellen Familien mit kleinen Kindern an Heiligabend gern einen Teller mit Haferbrei (grøt) vor die Tür. Der ist für den Gnom, der dem Volksglauben zufolge im Stall lebt und über die Tiere wacht. Sein norwegischer Name ist Nisse und von ihm gibt es verschiedene Ausführungen. Bekommt er keinen grøt, kann er den Menschen üble Streiche spielen. Über die Jahrhunderte hinweg ist die Figur des Nisse mit dem aus Deutschland kommenden St. Nikolaus zusammengeschmolzen. Heute ist es der Weihnachtsnisse mit der roten Mütze, der die Geschenke bringt. Wer aber nun den Brei isst, wird für die Kinder wohl ein Rätsel bleiben.

Knallende Bonbons und flache Witze in Großbritannien

Im Vereinigten Königreich wird abgesehen vom Königshaus, das der deutschen Tradition folgt, nicht an Heiligabend Bescherung gefeiert, sondern am ersten Weihnachtstag. Zur Tradition des Festessens gehören dann oft Knallbonbons, die gemeinsam mit dem Tischnachbarn geknackt werden. Jeder hält ein Ende in der Hand und zieht, so fest er kann. Peng! Wer das längere Ende behält, hat gewonnen. In den Bonbons sind kleine Geduldsspiele oder Schlüsselanhänger, dazu eine farbige Papierkrone, die man sich aufsetzt und ein Zettel mit einem - meist recht flachen - Witz.

Statt Aschenbrödel oder kleinem Lord: In Schweden läuft Donald Duck im Fernsehen

Die wohl berühmteste Ente der Welt erscheint in Schweden pünktlich zu Weihnachten auf den Bildschirmen. Hier ist es nämlich ein Brauch, am Heiligen Abend Entenhausens berühmtesten Bürger Donald Duck bei seinen komischen Abenteuern im Fernsehen zu verfolgen.  

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mit Material von dpa

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