Stockholm
Sonnenwende

Sonnenwende: Wenn das Licht die Nacht verdrängt - was hat es mit dem längsten Tag des Jahres auf sich?

Die Sommersonnenwende 2021 ist auf den 21. Juni gefallen. Die Sonnenwende ist der längste Tag im Jahr. In Skandinavien ist der Mittelpunkt des Sommers - "Midsommar" - das wichtigste Fest im Jahr. Aber auch in anderen Ländern Europas wird dieser Tag gefeiert.
 
Um die Sommersonnenwende zu feiern, wurden und werden in vielen fränkischen Gemeinden wieder mehr oder weniger große Johannisfeuer entfacht. Symbolfoto: Larissa Händel
Um die Sommersonnenwende zu feiern, wurden und werden in vielen fränkischen Gemeinden wieder mehr oder weniger große Johannisfeuer entfacht. Symbolfoto: Larissa Händel
  • Am 21. Juni 2021 war Sommersonnenwende
  • Es ist der längste Tag des Jahres, danach werden die Tage wieder kürzer
  • Gerade in Skandinavien wird dieser Tag groß gefeiert
  • Aber auch in anderen Ländern Europas gibt es Traditionen und Bräuche

Sommersonnenwende bedeutet, dass die Sonne an ihrem höchsten Punkt steht. Es ist der längste Tag des Jahres - und auch die kürzeste Nacht. In einigen Kulturen ist das ein Grund zu feiern. 

Sommersonnenwende 2021: So wird in verschiedenen Ländern Europas gefeiert 

In Deutschland, Europa und auf der gesamten Nordhalbkugel ist heute (21.06.) der längste Tag des Jahres. Während für Meteorologen der Sommer bereits am 1. Juni begann, markiert die Sonnenwende nach astronomischer Definition den Sommeranfang. Die Sonne steht dann an ihrem höchsten Punkt über der Nordhalbkugel, sie steht also am weitesten vom Äquator entfernt. Nach Angaben der Deutschen Presseagentur gilt der Tag in Skandinavien zum Beispiel als Mittelpunkt des Sommers - mit entsprechenden Ritualen. Aber auch in Süddeutschland, Österreich, Spanien, Großbritannien oder Estland gibt es an diesem Tag Traditionen. 

Die genauen Ortszeiten unterscheiden sich je nach Zeitzone. So fällt der Termin in diesem Jahr in Berlin auf den 21. Juni 05.32 Uhr und im kanadischen Montréal auf den 20. Juni 23.32 Uhr. Das ist aber derselbe Zeitpunkt. Das Ereignis wird nach dem Moment definiert, an dem die Sonne senkrecht über dem nördlichen Wendekreis steht - unabhängig von Zeitzonen und Koordinaten. 

Der 21. Juni wird dann zum längsten Tag im Jahr und markiert den Beginn der warmen Jahreszeit. Allerdings nimmt von dort an die Zahl der täglichen Sonnenstunden ab, die Kraft der Sonne schwindet, die Tage werden kürzer und es wird früher dunkel. Im Winter dagegen bedeutet die Sonnenwende, dass die Tage wieder länger werden. 

Die Menschen freuen sich zur Sommersonnenwende über den Beginn der wärmsten und hellsten Jahreszeit 

Die Menschen auf der Nordhalbkugel freuen sich zur Sonnenwende über den Beginn der wärmsten und hellsten Jahreszeit. Dabei ist im Juni die Entfernung zwischen Erde und Sonne um etwa 5 Millionen Kilometer größer als zur Wintersonnenwende im Dezember. Der Grund: Unser Planet bewegt sich nicht auf einer Kreisbahn um die Sonne, sondern auf einer elliptischen. Zudem ist die Sonne nicht genau im Mittelpunkt der Umlaufbahn. Wärmer ist es im Sommer deshalb, weil im Juni der Nordpol zur Sonne hingeneigt ist und somit die Nordhalbkugel mehr Sonnenlicht und Hitze erhält. 

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Der 21. Juni ist der einzige Tag im Jahr, an dem die Sonne innerhalb des gesamten nördlichen Polarkreises nicht untergeht. Je näher man dem Nordpol kommt, desto mehr Nächte gibt es mit der sogenannten Mitternachtssonne. Die Sonne geht hier gar nicht unter. Tatsächlich ist das Gestirn teilweise sogar auch südlich des Polarkreises die ganze Nacht sichtbar. Ihre Strahlen werden durch die Erdatmosphäre so umgelenkt, dass sich die Sonne auch dann zeigt, wenn sie sich knapp unterhalb des Horizonts befindet. Je nach Luftdruck und Temperatur kann dieser Effekt so stark sein, dass die Mitternachtssonne sogar rund 100 Kilometer jenseits des Polarkreises zu sehen ist. 

Der sogenannte Mittsommer ist für viele Skandinavier in etwa das, was für manche Deutsche Karneval ist: ein allumfassendes Fest, an dem die Arbeit liegen gelassen, das Glas gehoben und alles andere für ein paar Tage einfach vergessen wird. Mittsommer zählt für sie zu den größten Tagen des Jahres, manche halten ihn gar für den einzig wahren Nationalfeiertag. Besonders der Abend gilt den Schweden als heilig. Für sie ist es gewöhnlich eine Zeit mit Lachs, Schnaps und Tanz um die Mitsommerstange. Bei den Finnen ist der Tag nicht selten Startschuss in die Sommerferien. Auch im englischen Stonehenge gibt es jedes Jahr eine traditionelle Feier. In der Zeit vor Corona besuchten jedes Jahr rund zehntausend Menschen die Steinkolosse der Jungsteinzeit während der Sonnenwende. 

In vielen Ländern Europas gibt es Traditionen zur Sommersonnenwende

Auch in Süddeutschland und Österreich gibt es eine Tradition zur Sommersonnenwende: das "Johannisfeuer". Die Sonnenwendfeuer haben schon vorchristliche Wurzeln, tragen aber seit der Christianisierung Europas den Namen "Johannisfeuer". Der Grund dafür ist der Geburtstag von Johannes dem Täufer am 24. Juni, der sich mit der Sonnenwende überschneidet. Weil Johannes der Täufer als besonders machtvoller Heiliger galt, wurde das Hochfest der katholischen Kirche mit dem Fest zur Sonnenwende verbunden. 

Das Entzünden von Johannisfeuern wurde im Mittelalter mit vielen Bräuchen belegt. Dazu gehört der Sprung übers Feuer, der damals baldige Heirat sowie Schutz vor Hexen und Geistern versprach. Dem Volksglauben nach sollte das Johannisfeuer Dämonen abwehren, die Krankheiten und Plagen hervorrufen. Bis heute haben sich einige Aberglauben rund ums große Lagerfeuer erhalten, zum Beispiel soll das Hineinwerfen von Holz Glück bringen. 

Andere Länder im Norden Europas feiern die Sonnenwende ebenfalls groß. In Dänemark und Norwegen werden am "Sankt Hans" Strohhexen in Brand gesetzt, die alles Böse verjagen sollen. In Estland hingegen werden alte Boote verbrannt und das große Feuer bildet genauso wie in Finnland und Lettland den Mittelpunkt des Festes. Sogar in Spanien feiern die Menschen die Johannisnacht, in der sie Johannisfeuer am Strand anzünden und um Mitternacht gleichzeitig ins Meer springen. 

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