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Silvester: Deutliche Mehrheit der Deutschen für Böllerverbot

Eine Umfrage zeigt: Die Deutschen finden Feuerwerk zwar schön, aber sind für ein Verbot von Böllern zu Silvester.
 
Die Deutschen sind mehrheitlich für ein Böllerverbot zu Silvester, auch wenn sie Feuerwerk gerne sehen. Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa
Die Deutschen sind mehrheitlich für ein Böllerverbot zu Silvester, auch wenn sie Feuerwerk gerne sehen. Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

Jedes Jahr werden in Deutschland rund 130 Millionen Euro für Silvester-Böller ausgegeben. Für Deutsche gehören Raketen und Knaller einfach zur Silvestertradition - laut einer Umfrage im Auftrag der Deutschen Presseagentur (dpa) ist das Feuerwerk für 57 Prozent der Befragten mit dem Jahreswechsel fest verbunden.

Dabei gibt es auch viele Gründe, die gegen Feuerwerk zu Silvester sprechen. Lärm belastet Tiere, Feinstaub belastet Mensch und Tier und die Notaufnahmen ächzen ebenfalls jährlich unter der Last der vielen Verletzten durch Böller.

Deutliche Mehrheit der Deutschen für Böllerverbot

Laut einer Umfrage, die von YouGov im Auftrag des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) durchgeführt wurde, sind 57 Prozent der Befragten für ein Verbot von Böllern zu Silvester. Gründe sind Umweltschutz und Sicherheit. Gegen ein Verbot sprechen sich 36 Prozent aus, sieben Prozent sind unschlüssig. Das Verbot findet quer durch die meisten Parteianhänger Zustimmung - lediglich unter AfD-Wählern finden sich nur 40 Prozent, die einem Verbot zustimmen.

Ebenfalls hoch ist die Zustimmung zu einem Böllerverbot unter den Befragten über 55: 63 Prozent sind hier für ein Verbot. Auch überdurchschnittlich viele Frauen finden, dass Böllern nicht sein müsste: 63 Prozent stimmten in der Umfrage für ein Verbot.

Eine Abschaffung von Feuerwerk in Innenstädten findet einige Befürworter, darunter den Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Jürgen Resch. Er sagte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland:

Deutsche Umwelthilfe stellt Verbotsanträge

"Wir haben die höchsten Feinstaubwerte des Jahres in den Stunden, manchmal Tagen danach. Wir haben aber auch das Problem mit Tausenden von Verletzungen, mit Hausbränden, Wohnungsbränden. Das ist gerade die Zeit, wo man sich eigentlich freuen soll auf das nächste Jahr, und Rettungssanitäter, Notärzte, Feuerwehrleute, die haben einen Krisenmodus und können quasi nie mit ihren Liebsten in Ruhe feiern. Wir möchten Silvester 2.0 ohne diese schwarzpulvergetriebenen Knaller und Raketen."

Die Deutsche Umwelthilfe hat in insgesamt 98 Städten in Deutschland einen Verbotsantrag gestellt. Grund sind vor allem Feinstaubbelastung und die Gefährdung von Menschen durch Feuerwerkskörper. Die Deutsche Umwelthilfe will außerdem erreichen, dass die Sprengstoff-Verordnung dahingehend geändert wird, dass Kommunen einfacher Verbote aussprechen können.

In Franken gibt es bereits einige Städte, die zu Silvester Böller-Verbotszonen eingerichtet haben: Bamberg, Bayreuth, Würzburg und Nürnberg. Hier gilt in den Innenstädten striktes Feuerwerksverbot.

Grünenpolitikerin: Verbot ist unausweichlich

Die Berliner Grünen-Bundestagsabgeordnete Canan Bayram sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "Ein Böllerverbot in Städten halte ich für unausweichlich. Ich unterstütze die Bundesländer in ihrem Wunsch, rechtssichere Verbote für Feuerwerkskörper einzuführen. Klar ist, dass es unter Umwelt- und Gesundheitschutzaspekten möglich und geboten sein sollte. Die öffentlichen Debatten zeigen, dass es das Bewusstsein über den Nutzen und den Wunsch in der Bevölkerung für ein Verbot gibt."

Auch wenn eine deutliche Mehrheit für die Abschaffung von Feuerwerken zu Silvester ist, freut sich ebenso eine große Mehrheit über Raketen am Himmel, denn diese seien schön anzusehen - sagen 84 Prozent der Befragten.

Betroffen von dem Verbot wären laut der Umfrage sowieso nur wenige Privatpersonen, denn nur gut ein Viertel böllert zu Silvester (27 Prozent), sogar nur 12 Prozent tun dies jährlich. Für über zwei Drittel (70 Prozent) ist das Zünden von Feuerwerk sogar tabu. 37 Prozent der Befragten haben demnach noch nie Feuerwerk gezündet, ein Drittel zündet nicht mehr.