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Berlin
Feinstaubbelastung

Deutsche Umwelthilfe fordert: Kein Silvester-Feuerwerk in Innenstädten

Die Deutsche Umwelthilfe will Feuerwerke zu Silvester aus den Innenstädten verbannen. Der Grund: die hohe Feinstaubbelastung durch die Knallerei. Auch bestimmte Böller will die Umwelthilfe verbieten lassen.
 
Feuerwerk raus aus den Innenstädten fordert die Deutsche Umwelthilfe. Symbolbild: Ralf Hirschberger/dpa
Feuerwerk raus aus den Innenstädten fordert die Deutsche Umwelthilfe. Symbolbild: Ralf Hirschberger/dpa

Die Deutsche Umwelthilfe warnt vor einer hohen Feinstaubbelastung zu Silvester und fordert eine Verlegung von Feuerwerken aus belasteten Innenstädten.

"Wir möchten eine Verschiebung der Feuerwerksaktivitäten raus aus der Innenstadt", sagte der Geschäftsführer der Umwelthilfe, Jürgen Resch, am Freitag laut einer Mitteilung. "Entweder auf Flächen am Stadtrand, wo die Menschen ihre Feuerwerkskörper abfeuern können oder noch besser ein professionelles Feuerwerk außerhalb sensibler Zonen, an dem sich alle erfreuen können und welches kaum Feinstaub erzeugt."

Zum Jahreswechsel werden laut Umwelthilfe durch Feuerwerkskörper in wenigen Stunden 5000 Tonnen Feinstaub freigesetzt. Das entspricht etwa 17 Prozent der jährlich im Straßenverkehr entstehenden Feinstaubmenge. Zugleich fordert die Umwelthilfe Verbote für Silvesterböller und mit Schwarzpulver angetriebene Raketen, die für die "extremen Feinstaubwerte", aber auch viele Brände und Verletzungen verantwortlich seien. Dies sei im Ausland häufig bereits Praxis, aber erst in wenigen deutschen Städten.

Die Umwelthilfe spielt besonders in der Dieselkrise eine große Rolle. Sie hat mit Klagen vor mehreren Gerichten Fahrverbote für ältere Dieselautos in Großstädten erwirkt. Dabei geht es aber vor allem um den Ausstoß von gesundheitsschädlichen Stickoxiden durch Dieselabgase. Zuletzt forderte die Deutsche Umwelthilfe ein Tempolimit von 120 auf deutschen Autobahnen - Hintergrund ist auch hier der Klimaschutz.

Kurz erklärt: Deshalb ist Feinstaub gefährlich

Feinstaub-Partikel können laut Umweltbundesamt bis in die Lunge gelangen und in den Blutkreislauf eindringen. Sie können Entzündungen der Atemwege hervorrufen, außerdem Thrombosen und Herzstörungen. Der Feinstaub-Ausstoß ist in Deutschland seit Mitte der 1980er Jahre deutlich gesunken. Städte haben Umweltzonen eingerichtet, um ihre Feinstaubwerte zu senken. Der Grenzwert für Feinstaub für das Tagesmittel von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter darf an insgesamt 35 Tagen im Jahr überschritten werden.