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Fronleichnam: Wer heute frei hat - und was gefeiert wird

Mit Fronleichnam steht am heutigen Donnerstag (3. Juni 2021) ein Feiertag an. Das katholische Fest wird wegen der Corona-Pandemie auch 2021 noch anders werden. Was an Fronleichnam gefeiert wird, wie das Fest entstanden ist und wer jetzt eigentlich frei hat, erfahren Sie bei inFranken.de.
 
Am Donnerstag, 3. Juni 2021, ist Fronleichnam. Wir erklären, in welchen Bundesländern der Feiertag gefeiert wird.
Am Donnerstag, 3. Juni 2021, ist Fronleichnam. Wir erklären, in welchen Bundesländern der Feiertag gefeiert wird. Gebetsgänge wie den der Pfarrei Mainroth (Landkreis Lichtenfels) im Jahr 2019, wird es auch in diesem Jahr vielerorts nicht geben. Das Erzbistum Bamberg und das Bistum Würzburg haben wegen des Coronavirus alle Prozessionen abgesagt. Foto: Ingrid Kohles
  • Fronleichnam wird jedes Jahr am zweiten Donnerstag nach Pfingsten gefeiert
  • Fronleichnam ist das Hochfest des Leibes und Blutes Christi
  • Aufgrund der Corona-Pandemie entfallen auch in diesem Jahr noch die prächtigen Prozessionen durch Städte und Dörfer
  • Die festlichen Gottesdienste im Bamberger Dom und im Würzburger Kiliansdom finden aber statt
  • Etliche Live-Streams zu Fronleichnam geplant

Das Fest wird öffentlich gefeiert, indem die Gläubigen einer prunkvollen Prozession durch die Städte und Dörfer folgen können. Fronleichnam 2021 ist am Donnerstag, 3.Juni. Auch dieses Hochfest der Kirche wird in diesem Jahr anders sein.

Fronleichnam: Was dieses Jahr stattfindet

Prächtige Prozessionen sind Bestandteil von Fronleichnam: Ob in großen Städten oder in kleinen Dörfern - wenn die katholische Kirche das Fest Fronleichnam feiert, zeigt sie ihre ganze barocke Pracht. Die Gläubigen ziehen an diesem Donnerstag durch die Straßen, die Wegstrecke ist mit Birkenstämmen und Blumen geschmückt. Auch die meisten Häuser entlang des Prozessionswegs sind mit Fahnen eigens herausgeputzt. Mancherorts werden sogar Blumenteppiche über die Straßen gebreitet. 

Doch das alles fällt in diesem Jahr, wie auch schon im vergangenen, leider aus - auch in Franken. Das Erzbistum Bamberg und das Bistum Würzburg haben wegen des Coronavirus alle Prozessionen abgesagt.  Das Fronleichnamsfest auf dem Bamberger Domberg wird stattdessen in diesem Jahr mit einem festlichen Gottesdienst im Dom gefeiert. "Die traditionelle Fronleichnamsprozession vom Bamberger Domberg aus durch die Stadt und wieder zurück, an der jedes Jahr Tausende Gläubige teilnehmen, fällt aufgrund der Corona-Pandemie erneut aus." Erzbischof Ludwig Schick wird einen Gottesdienst im Dom feiern, der per Livestream übertragen wird - auch auf den Domplatz, wo weitere Gläubige mitfeiern können.

Bischof Franz Jung feiert in Würzburg am Donnerstag, 3. Juni, um 10 Uhr ein Pontifikalamt im Würzburger Kiliansdom - ohne Prozession, aber live übertragen.

Prozession via Live-Stream: Diese Bistümer feiern Fronleichnam im Netz

In Regensburg werde es keine Prozession durch die Altstadt geben, sagte ein Sprecher des Bistums. Auch auf geschmückte Außenaltäre werde verzichtet. Bischof Rudolf Voderholzer werde im Rahmen eines Gottesdienstes im Dom an drei Stationen eine kurze Prozession abhalten, vor das Südportal des Domes treten und die Stadt segnen.

In München feiert Kardinal Reinhard Marx ein Pontifikalamt im Liebfrauendom, das im Internet übertragen wird. Anschließend wird er vor die Domportale treten und die Stadt segnen. Genauso wird es Bischof Bertram Meier in Augsburg halten. Den Gemeinden des Bistums ist aber freigestellt, ob sie Prozessionen durchführen wollen. In Passau dagegen wird es eine Prozession auf dem Domplatz geben, "in einem kleineren, modifizierten Rahmen", wie es in einer Mitteilung heißt - die Gläubigen bleiben im Dom und sind per Lautsprecher dabei. In Eichstätt feiert Bischof Gregor Maria Hanke das Pontifikalamt mit Anbetung statt Prozession.

Die erste Prozession im heutigen Bayern dürfte es 1286 in Benediktbeuern gegeben haben. Eine der bekanntesten Prozessionen in Bayern führt durch die Münchner Innenstadt - das Erzbischöfliche Ordinariat rechnet mit etwa 10.000 Gläubigen.

Vielerorts werden auch Heiligenfiguren und andere christliche Kunstwerke geschmückt und durch die Straßen getragen. In Bamberg wird alljährlich für Fronleichnam ein ganz besonderer Schatz aus dem Diözesanmuseum hervorgeholt: Das Domkreuz stammt aus dem 11. Jahrhundert, es ist mit Gold beschlagen und mit Edelsteinen besetzt. 18 Männer tragen das 600 Kilogramm schwere Kreuz durch die Stadt.

Im Zentrum der Prozessionen steht die Monstranz, die der Priester trägt. In dem kostbaren Gefäß befindet sich eine geweihte Hostie.

Wann wird das Fronleichnamsfest gefeiert?

Das Datum des Fronleichnamsfestes ist abhängig von dem beweglichen Osterfestkreis und wird jedes Jahr am zweiten Donnerstag nach Pfingsten gefeiert. Dieser Feiertag ist wiederum abhängig vom Osterdatum. Pfingsten ist der 50. Tag im Osterfestkreis und findet damit 49 Tage nach dem Ostersonntag statt.

Der Ostersonntag richtet sich nach dem ersten Vollmond im Frühling und wird - wie der Name schon sagt - am ersten Sonntag danach gefeiert. Fast alle beweglichen Feiertage im Kirchenjahr richten sich nach diesem Datum. Anstatt die Daten für diese Feiertage jedes Jahr aufs Neue auszurechnen, ist es natürlich einfacher, in einen Kalender zu schauen.

In welchen Bundesländern gibt es den Feiertag?

Fronleichnam gilt nicht in allen Bundesländern als gesetzlicher Feiertag. Da es ein katholisches Fest ist, sind nur die Menschen, die in einem Bundesland mit überwiegend katholischer Bevölkerung leben, von Arbeit und Schule befreit. Dazu gehören Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland.

In Thüringen und Sachsen gilt Fronleichnam nur für einige Gemeinden als Feiertag. In den übrigen Bundesländern gelten Sonderregelungen für Katholiken. So haben katholische Schulkinder zum Beispiel ein Recht auf Unterrichtsbefreiung an diesem Tag.

Was wird an Fronleichnam gefeiert?

Fronleichnam ist das Hochfest des Leibes und Blutes Christi. Es ist angelehnt an das Letzte Abendmahl, bei dem nach der katholischen Glaubenslehre Jesus Christus seinen Jüngern den lebendigen Leib des Herrn in Form von Brot und Wein übergeben hat. Damals symbolisierte das Brot den Leib und der Wein das Blut.

Heute werden Oblaten als Hostie verwendet, durch die die Gläubigen den Leib Christi in sich aufnehmen und sich an die Anwesenheit Jesu erinnern. An das Abendmahl selbst gedenkt die katholische Kirche bereits am Gründonnerstag. Die Feierlichkeiten wurden mit dem Fronleichnamsfest auf die Zeit nach Ostern verschoben, da die Tage vor Ostern als Tage der Trauer gelten, an denen nicht gefeiert werden darf.

Wie ist der Feiertag entstanden?

Das Fronleichnamsfest geht auf eine Vision zurück, die die heilige Juliana von Lüttich im Jahre 1209, im Alter von 14 Jahren gehabt haben soll. In ihrem Traum sah sie die Scheibe des Vollmondes, allerdings mit einem schwarzen Fleck. Der Vollmond ist ein Symbol für die Kirche. Den schwarzen Fleck auf dem Mond interpretierte das Mädchen als ein Fehlendes Fest im Kirchenjahr zu Ehren des Abendmahls.

Erst im Erwachsenenalter berichtete sie anderen Nonnen von ihrer Version. Das erste Mal gefeiert wurde Fronleichnam 1246 im Bistum Lüttich in Belgien. Der Brauch verbreitete sich schnell und 1264 rief der Papst Urban Fronleichnam als Fest für die Gesamtkirche aus.

Der Name Fronleichnam ist von dem mittelhochdeutschen "Vronlichnam" abgeleitet und bedeutet so viel wie "des Herren Leib" und wird in der Liturgie auch als das Hochfest des Leibes und Blutes Christi bezeichnet.

tu/aa