Frankfurt am Main
Urteil

Urteil: Smartphone-Zugang für Kinder nicht schädlich

Kann ein Gericht Eltern verbieten, ihrem Kind ein Smartphone zu überlassen? Nein, urteilt das Oberlandesgericht Frankfurt in einem aktuellen Fall.
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Allein der Besitz eines Smartphones oder anderer digitaler Medien rechtfertige nicht die Annahme, dass Eltern durch die Eröffnung eines Zugangs ihr Kind schädigen, urteilt das OLG Frankfurt. Symbolfoto: Ole Spata/dpa
Allein der Besitz eines Smartphones oder anderer digitaler Medien rechtfertige nicht die Annahme, dass Eltern durch die Eröffnung eines Zugangs ihr Kind schädigen, urteilt das OLG Frankfurt. Symbolfoto: Ole Spata/dpa
Wenn Eltern ihrem Kind ein Smartphone überlassen, gefährden sie damit nicht unbedingt dessen Wohl. Mit dieser Feststellung hat das OLG Frankfurt zugunsten einer Mutter entschieden, deren achtjährige Tochter ein Smartphone besaß und zugleich im Haushalt über andere digitale Geräte Zugang zum Internet hatte.


Doch kein Handy-Verbot bis zum zwölften Lebensjahr


Die getrennt lebenden Eltern hatte zuvor vor dem Amtsgericht darüber gestritten, bei wem das Mädchen leben darf. Das Familiengericht entschied sich für die Mutter. Es machte ihr jedoch zur Auflage, dem Kind bis zum zwölften Lebensjahr kein Smartphone zur Verfügung zu stellen. Außerdem müsse sie für ihre Tochter Regeln mit verbindlichen Zeiten und Inhalte zur Nutzung anderer Medien im Haushalt wie TV-Gerät, Computer oder Spielkonsole festlegen.


Ursprüngliches Urteil verletzt Elternrechte


Das OLG hob mit seinem am Montag veröffentlichten Beschluss die Anordnungen des Amtsgerichts mit der Begründung auf, dies verletze die grundrechtlich geschützten Elternrechte der Mutter. Allein der Besitz eines Smartphones oder anderer digitaler Medien rechtfertige nicht die Annahme, "dass Eltern durch die Eröffnung eines Zugangs ihr Kind schädigen".


Eltern trotzdem nicht aus der Verantwortung


Medien- und Internetkonsum für Kinder berge zwar Gefahren, heißt es im Urteil weiter. Für eine mögliche Schädigung mit gerichtlichen Auflagen müssten aber im Einzelfall konkrete Anhaltspunkte vorliegen. Generell stehe es in der eigenen Verantwortung der Eltern, den Medienkonsum ihrer Kinder durch zeitliche und inhaltliche Kontrollen zu steuern.


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