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Erziehung

Taschengeld: So viel sollten Kinder bekommen - warum das Taschengeld so wichtig ist

Mit Taschengeld können Kinder den Umgang mit Geld erlernen. Dazu braucht es keine großen Summen. Wichtig: Man sollte auch Fehlausgaben zugestehen. Wir sagen Ihnen, wie viel Taschengeld Kinder im Durchschnitt bekommen sollten.
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Mit Hilfe von Taschengeld können Kinder lernen, welche Ausgaben sinnvoll sind und welche nicht. Aber wie viel Taschengeld sollte ein Kind bekommen? Foto: Silvia Marks/dpa-tmn
Mit Hilfe von Taschengeld können Kinder lernen, welche Ausgaben sinnvoll sind und welche nicht. Aber wie viel Taschengeld sollte ein Kind bekommen? Foto: Silvia Marks/dpa-tmn

Die Woche hat kaum begonnen und das ganze Taschengeld ist schon wieder verprasst? Für die Entwicklung eines Kindes sei das gar nicht so schlimm, sagt Ursula Winklhofer vom Deutschen Jugendinstitut (DJI). "Kinder dürfen beim Taschengeld Fehler machen", erklärt die Kommunikationswissenschaftlerin und Sozialpädagogin.

Taschengeld: Erstmals über Budget verfügen

Mit dem Taschengeld werden Kinder erstmals in ihrem Leben in die Lage versetzt, eigenständig über ein bestimmtes Budget zu verfügen. Experten betrachten es daher als wichtiges Instrument, um den richtigen Umgang mit Geld zu erlernen.

Taschengeld ist schnell verprasst - das muss man lernen

"Die Erfahrung, wie es ist, wenn Geld schnell für Eis, Comics und Cola ausgegeben wird, ist sehr wertvoll", sagt Winklhofer. Kinder können dann überlegen, ob die Dinge wirklich so wichtig waren und ob sie ihr Taschengeld nicht besser hätten einteilen können. Es sei daher auch nicht ratsam, dem Kind den fehlenden Betrag obendrauf zu geben, wenn es eine falsche Kaufentscheidung getroffen hat.

Wie hoch ist das durchschnittliche Taschengeld?

Laut einer vom Versicherer Cosmosdirekt in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage liegt die durchschnittliche Taschengeldhöhe für Kinder zwischen sechs und neun Jahren in diesem Jahr bei 3,50 Euro pro Woche. Im Monat sind das etwas über 15 Euro.

Die Empfehlung vom DJI liegt etwas niedriger: "Ab dem Grundschulalter sollten Kinder ein kleines Taschengeld von 1 bis 1,50 Euro pro Woche bekommen", sagt Winklhofer. Das könne sich dann mit jedem Lebensjahr um etwa 50 Cent steigern. Mit neun Jahren sind das dann um die 2,50 bis 3,00 Euro wöchentlich. Ab zehn Jahren ist es außerdem sinnvoll, das Taschengeld monatlich auszuzahlen.

Wenn es nicht klapp: Über das Taschengeld sprechen hilft

Passiert es regelmäßig, dass das Kind sein Geld zu schnell und unüberlegt ausgibt, sollten Eltern das Gespräch suchen. "Vorwürfe sind dabei nicht der richtige Weg", sagt Winklhofer. Stattdessen sollten Eltern Fragen stellen wie: Was sind das für Dinge, die du so gern haben möchtest? Hast du dir den Kauf vorher gut überlegt? "Wenn man dann zu dem Ergebnis kommt, dass das Kind nicht mit dem Betrag auskommt, kann man sich durchaus darauf einigen, probeweise etwas mehr Taschengeld zu geben."

Der Umgang mit Geld kommt in der Schule zu kurz

Zwar lernen Kinder den Umgang mit Geld teilweise auch schon in der Schule. Nach Einschätzung vom DJI sowie vom Bankenverband kommt das Thema dort meist aber noch zu kurz. "Beim Schulfach Wirtschaft gibt es zwar Fortschritte in einzelnen Bundesländern", sagt Sylvie Ernoult vom Bankenverband. "Ein flächendeckendes, eigenständiges Schulfach gibt es bisher aber noch nicht."



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