"Stopp!", eine kräftige Männerhand packt den kleinen Jungen an der Schulter und zieht ihn entschlossen ein Stück zurück. Der Mann beugt sich zu dem erschrockenen Jungen hinab und erklärt: "Du darfst nicht so weit in die Straße hineinlaufen, um zu schauen, ob ein Fahrzeug kommt! Bleib, wenn es irgendwie geht, auf dem Gehweg!"

Gut hinhören!

Der Verkehrspolizist Klaus Fuß und sein Kollege Franz Werner sind mit einer Gruppe Vorschulkinder aus dem AWO-Kinderhaus am Hauptsmoorwald zum sogenannten Schulwegtraining unterwegs. Sie üben gemeinsam das sichere Verhalten im Straßenverkehr.
Als die Polizisten den Kindergarten in voller Montur betreten, stürmen einige Kinder sofort auf sie zu. Sie zeigen keine Hemmungen, keine Ängste, sind aufgeschlossen und neugierig. In der Turnhalle des Kindergartens erfolgt zunächst eine kleine Einführung: "Wohin müsst ihr schauen, wenn ihr eine Straße überqueren wollt?" "Nach links und rechts" rufen die Kinder im Chor.
Nur da ist der Haken - bei einem kleinen Test stellt sich heraus, dass einige Kinder noch gar nicht unterscheiden können, wo links beziehungsweise rechts ist. "Das ist gar nicht schlimm, ihr müsst einfach überall dahin schauen, wo ein Auto kommen könnte!" Kurze Zeit später geht es auf die Straße zum Praxistest. Gleich beim Verlassen des Grundstücks zeigt sich, dass die Kids gut aufgepasst haben. Alle sehen sich gründlich um und werden sogleich von Polizist Klaus Fuß gelobt. Nach wenigen Schritten stoßen die Kinder schon auf die nächste Herausforderung: das Überqueren eines Zebrastreifens.
Doch bevor die Kinder ihr Können unter Beweis stellen dürfen, hat Polizist Klaus Fuß noch eine kleine Übung, die den Hörsinn trainieren soll: "Stellt euch in einer Reihe auf, schließt die Augen und zeigt in die Richtung, aus der das nächste Auto kommt und wohin es fährt!" Fast alle Kinder liegen richtig und deuten in die richtige Fahrtrichtung der Autos, sehr zur Freude der Polizisten.

Alle sind jetzt sicherer unterwegs

Als es schließlich zum Zebrastreifen geht, traut sich aber keines der Vorschulkinder, freiwillig das Überqueren vorzuführen. Adnan, ein Schüler der Klasse 8c des Dientzenhofer-Gymnasiums, der beim Schulwegtraining zu Gast ist, darf die "Übung" vormachen. Auch die Kinder lösen ihre Aufgabe daraufhin und freuen sich über ihren Erfolg. Voller Selbstvertrauen und neuer Erkenntnisse kehren die Kinder in ihren Kindergarten zurück. "Das hat voll Spaß gemacht" - "Die Polizisten können ruhig mal wieder vorbeikommen!", lautet die einhellige Meinung. So wird der Schulweg im September für die künftigen Erstklässler sicher ein Stück sicherer.


Interview: "Verkehrserziehung ist extrem wichtig"


Den Schulweg sollten alle Kinder mit ihren Eltern gut üben, sagt Klaus Fuß. Er ist Verkehrserzieher bei der Polizeiinspektion Bamberg-Stadt und weiß, dass Kinder ohne Hilfe schnell überfordert sind, wenn sie an Zebrastreifen und gefährliche Kreuzungen kommen.

Wie sinnvoll ist die Verkehrserziehung im Kindergarten?
Klaus Fuß: Nach meiner Einschätzung ist Verkehrserziehung im Kindergarten extrem wichtig. Die Kinder werden von den Angehörigen zum Kindergarten gebracht und wieder abgeholt. Dieses Muster ändert sich für viele schlagartig mit der Einschulung. Plötzlich sollen sie alleine den Schulweg bewältigen. Dies geht nur mit entsprechender Vorbereitung. Die Verkehrserziehung durch die Polizei ist dabei nur ein Baustein. Den entscheidenden Beitrag zum Gelingen müssen die Eltern leisten. Sie kennen ihr Kind und seine Fähigkeiten und sollten den Schulweg entsprechend wählen und auch üben. Der kürzeste Schulweg ist nicht immer der sicherste.

Wie wird das richtige Verhalten im Verkehr im Vorschulalter vermittelt?
Mit dem sogenannten Schulwegtraining wird ein wichtiger Grundstein gelegt. Hierbei wird ein möglicher Schulweg abgelaufen und Problemstellen, wie Zebrastreifen oder Straßenmündungen werden aufgezeigt und Lösungsmuster geübt.

Gibt es Grundvoraussetzungen, die Kinder mitbringen müssen, um an der Fahrradprüfung teilzunehmen?
Natürlich! Fahrrad fahren! Ihr lacht, aber es stimmt: Wir haben vermehrt Kinder, die mehr mit Balancieren beschäftigt sind, als mit dem eigentlichen Fahrradfahren. An zweiter Stelle kommt das Bremsen. Es gibt tatsächlich Kinder, die nicht in der Lage sind, ihr Rad zum Stehen zu bringen.


Auflösung Kinderquiz

Das Lösungswort lautet: VERKEHR
Die einzelnen Lösungswörter sind: VORFAHRT, HELM, ROT, LINKS, KLINGEL, ACHT, RADWEG


Damals ... in der Fahrrad-Fahrschule: Adnan erinnert sich an seine Prüfung

Ich erinnere mich noch genau, als wäre es gestern gewesen: der Tag meiner Fahrradprüfung. Ich war aufgeregt, als der Leiter der Fahrradprüfung die Schüler zu sich rief. Es war eine wichtige Prüfung für uns Schüler, die wir schaffen mussten und wollten.
Nachdem jeder die theoretische Prüfung geschrieben hatte, mussten wir alle an die praktische ran. Es war etwas Neues, Ungewohntes aber auch etwas, wovor alle Respekt hatten.
Zunächst wurden uns die einzelnen Übungen erklärt. Es war ziemlich schwer und das Schlimmste war der Zeitdruck, denn nur die drei Schnellsten, die fehlerfrei die Prüfung meisterten, bekamen einen Geldpreis im Wert von 40 Euro. Dies steigerte die Aufregung und die Nervosität. Erstaunlicherweise war ich ziemlich ruhig und wartete entspannt, bis ich drankam. Endlich war es soweit und ich begann die Prüfung. Es sah nicht gut aus, denn schon beim ersten Hindernis verlor ich die Balance, doch ich schaffte es, das Gleichgewicht wieder zu finden. Ich behielt einen kühlen Kopf und fuhr die restliche Strecke fehlerfrei und vor allem schnell. Als ich fertig war, war ich dann doch erleichtert und ich wartete gespannt auf das Ende und die Auswertung der Prüfung.
Schließlich war es so weit - die Gewinner wurden bekannt gegeben: Ich konnte es kaum fassen! Ich, Adnan Kadic, hatte es geschafft: Der erste Platz ging an mich!


Wussten Sie schon, dass ...



Die Artikel sind von der Klasse 8c, Dientzenhofer-Gymnasium Bamberg, verfasst worden.