Ebensfeld — Gegen das Wiederholen sprachen sich dabei allerdings nur wenige Schüler aus. Als Argumente brachten sie den Zeitverlust bezogen auf Schule, Ausbildung und Geldverdienen an. Zudem verliere man die Freunde in der ehemaligen Klassengemeinschaft und man müsse sich erst in der neuen Klasse einleben und dort soziale Kontakte knüpfen. Dies könne sich manchmal schwierig gestalten. Sicher ist auch das Gefühl des Versagens nicht zu unterschätzen, das sich dann in dem Schüler, der eine Klasse wiederholen muss, breit machen kann.
Doch insgesamt sprachen sich mehr Schüler unserer Klasse für das Sitzenbleiben aus. Es sei nur fair, dass derjenige - der sich nicht anstrengt - , das Schuljahr wiederholen müsse. Denn die Bestimmungen zum Sitzenbleiben seien nicht so streng. Wenn man nämlich nur in einem Fach schlecht wäre, würde man die Klasse ja bestehen. Außerdem bekomme man als Wiederholer eine neue Chance, sich zu verbessern und den verpassten Unterrichtsstoff zu erlernen. Insgesamt erleichtere das Wiederholen das Verständnis für die Unterrichtsinhalte. In der neuen Klassengemeinschaft könne man ja auch gute Freunde finden. In der Regel werde man auch nett aufgenommen. Da man älter ist, sei man auch reifer als im Jahr vorher und das Lernen falle einem leichter. So könne man eher an seine eigene Zukunft denken."
Auch die Schüler, die bereits eine Klasse wiederholt haben, sprachen sich für das Sitzenbleiben aus. Sie erklärten, dass es keineswegs langweilig gewesen wäre, den Unterrichtsstoff ein zweites Mal zu hören. Im Gegenteil fanden sie die Chance auf Verbesserung gut und verstanden die Unterrichtsinhalte besser.
Deshalb können wir die momentan aktuelle Diskussion um das Abschaffen des Sitzenbleibens nicht verstehen.