Was macht man mit Seminararbeiten von Gymnasiasten nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist? Bislang wurden sie in den Archiven der Schule vernichtet, hervorragende W-Seminararbeiten gingen so der breiteren Öffentlichkeit verloren. Doch das ändert sich nun am Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium. Im Rahmen einer hauseigenen Reihe mit dem Titel "Schriften zur Heimat- und Landeskunde" werden ausgewählte Seminararbeiten künftig Einzug in einen Sammelband finden. "Einmal pro Jahr sollen gute und sehr gute Arbeiten mit regionalem Bezug aus den Fachbereichen Geschichte, Deutsch, Geografie, Biologie und Kunst in einem Band zusammengefasst und gedruckt werden", erklärte Schuldirektor Horst Pfadenhauer. Den ersten Band der Reihe präsentierte die Schule jetzt zu dem Thema "Physische Geografie des Heimatraums", ein Projekt, bei dem unter der Leitung von Rosa Beyer die angehenden Abiturienten zur Höchstleistung aufliefen.


Neue Ideen für den Hochwasserschutz und die Nutzung von Geothermie

Die Schülerinnen und Schüler des 14 Köpfe starken Seminars entschieden sich für ein persönliches Thema aus dem Bereich der physischen Geographie, das sie dann mit etwas Hilfestellung eigenständig erarbeiteten. Entstanden ist ein Werk, das auf vielfältige Weise die geographischen Eigenarten, Chancen, die Historie oder aktuelle Phänomene betrachtet. Markus Rummler beschäftigte sich mit der Renaturierung der Flutmulde im Zuge des Hochwasserschutzes, Sebastian Jakob führte eine kritische Analyse des Landkreises Kulmbach in Bezug auf die Nutzung der oberflächennahen Geothermie durch und Fritz Wohlrat stellte sich die Frage, ob ein wirtschaftlich erfolgreicher Goldabbau in Goldkronach denn noch möglich sei.
Mit Schwarmbeben und Gasemissionen im Egergraben lieferte Anna Lochner eine wissenschaftlich sehr anspruchsvolle Arbeit ab. Selina Köhler führte mit der Uni Bayreuth Bodenbohrungen in der Auenlandschaft Trebgast durch und stellte die Entwicklung einer Tallandschaft dar. Katharina Münch verschlug es für ihre Arbeit eigenständig ins Gelände, denn schwarze Steine auf dem Berg hatten es ihr angetan - Steine auf einem Berg, die aus einem Fluss stammen können.


Schüler prognostiziert eine Zunahme von Hitzetagen

Mit Wetteranomalien in Oberfranken im Zeitraum von 1949 bis 2013 beschäftigte sich der 17-jährige Anton Gomer in seiner Arbeit. "Anhand meiner Erkenntnisse kann ich prognostizieren, dass der Trend für Hitzetage steigt, während der für kältere Tage sinkt." Seine Leidenschaft möchte er übrigens auch zum Beruf machen und Französisch und Geographie als Lehramt studieren.
Beeindruckt von den Schülerarbeiten zeigten sich Oberbürgermeister Henry Schramm und Landrat Klaus Peter Söllner. Großartig fanden beide, dass ein Exemplar künftig in der Kulmbacher Stadtbücherei zur Ausleihe zur Verfügung stehen wird. Ein weiteres Exemplar des Buches wird im Stadtarchiv hinterlegt, eines verbleibt am MGF.