Nachdem ich jetzt schon ein "Altsemester" war, wusste ich bereits wie man sich als Studentin fühlt und war wieder ganz neugierig auf die spannenden Vorträge, die für ungefähr 250 Kinder vorbereitet waren.
 
Das Programm enthielt vier verschiedene Vorlesungen:
  • "Warum brauchen wir eigentlich Banken?" von Prof. Dr. Thomas Schauderte
  • "Ich will `ne neue Straße!" von Prof. Dr. Curt Heumann
  • "Wie machen Wind und Sonne unser Haus hell und warm?" von Prof. Dr. Wolfram Haupt
  • "Wer denkt sich all die tollen Sachen aus?" von Prof. Anne Bergner   

Jeder bekam einen Studentenausweis

Leider musste ich mich bereits bei der "Bewerbung um einen Studienplatz" für zwei Vorlesungen entscheiden.
Obwohl ich alle vier Angebote unheimlich interessant fand, habe ich mich - weil ich ein Design-Liebhaber und ein Autofan bin - für die

Themen "Tolle Sachen" und "Straßenbau" entschieden.
Bei der Anmeldung im Foyer erhielten wir unsere Studentenausweise, die wir uns ganz stolz umhängen konnten, da sie an einem Schlüsselband mit KinderUni-Aufdruck befestigt waren.
In der Eingangshalle war auch ein großer Info-Stand, wo wir Gummibärchen geschenkt bekommen haben und eine Gewinnspielkarte ausfüllen konnten.
Da wir auch alle sehr gespannt waren und ein bisschen schlauer werden wollten, gingen wir nach kurzer Orientierung gleich in den Hörsaal, und das Studentenleben konnte beginnen.

Design = entwickeln, entwerfen, gestalten

Zu der Vorlesung "Wer denkt sich all die tollen Sachen aus?" begrüßte uns Anne Bergner.
Sie erklärte uns interessante Dinge über Design und was dieses Wort bedeutet: entwickeln, entwerfen und gestalten.
Viele Menschen arbeiten daran, um Spielzeug, Turnschuhe, Autos und Stühle entstehen zu lassen.
Wir erfuhren, dass vor ca. 5000 Jahren ein einfacher Handel bestand. Ein Mensch hat z.B. eine Vase gestaltet und ein anderer hat sie direkt vom Hersteller gekauft.
Ein weiterer Meilenstein war die Industrialisierung, als z.B. das legendäre Auto Ford T-Modell in einer Fabrik hergestellt wurde, dann in einem Verkaufsraum präsentiert und verkauft wurde.
Auch innerhalb des Begriffes "Design" gibt es ganz viele verschiedene Bedeutungen: Grafikdesign, WEB-Design, Gamedesign, Modedesign, Interior-Design und Produktdesign.
Der Designer muss sich vor Beginn seiner Arbeit überlegen, wer seine Zielgruppe ist und welche Funktion sein Werkstück haben soll.
Des Weiteren sollte er sich Gedanken um die Ergonomie, d.h. um die Benutzerfreundlichkeit und um das Aussehen machen.
Weitere Aspekte sind natürlich auch die Produktion des zu schaffenden Gegenstandes und die Ökologie.
Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit des Designers. Zuerst muss er das Produkt zeichnen und dabei holt er sich oft Anregungen im Team.
Langsam nimmt das Werkstück Formen an und es dauert nicht mehr lange, bis der geistige Vater das fertige Werk in Händen halten kann.
Zum Abschluss des Vortrages konnten wir mit "echten" Designern verschiedene Artikel auf dem Papier entwerfen und unsere Zeichnungen diskutieren.
Viel zu schnell war die erlebnisreiche Reise durch die Welt des Designs zu Ende.
Zum Schluss haben wir Studenten - wie es nach einer Vorlesung üblich ist - auf den Tisch geklopft, da der Vortrag besonders gut war.

Ab in die Mensa
 
Schon war es Zeit für das Mittagessen, das es in der Mensa gab. Dort wartete eine leckere Mahlzeit, Nudeln mit Hackfleisch- oder Tomatensoße, auf uns. Wie in einer Großkantine wurden wir schnell und routinemäßig abgefertigt.
Da ein voller Bauch bekanntlich nicht gerne studiert, stand jetzt Fitness in der Turnhalle der Realschule Coburg II auf dem Programm.
Die von netten, "echten" Studenten und Studentinnen betreute Spielpause fand gleich in der Nachbarschaft mit verschiedenen Sportstationen statt.

Wer kann eigentlich eine neue Straße bestellen?
 
Am Nachmittag begrüßte uns Curt Heumann zu der Vorlesung "Ich will ne neue Straße!".
Hier wurden viele Fragen rund um die Straßenplanung und den Straßenbau aufgeworfen und beantwortet.
Als erstes haben wir uns die Frage gestellt, wer in dem Vorlesungsthema eigentlich das "ich" ist.
Die Initiative kann für einen Straßenbau kann z.B. von einem Bürgermeister oder von einer Privatperson ausgehen.
Wir haben erfahren, dass es natürlich für eine neue Straße verschiedene Zahlungspflichtige gibt; für eine Bundesstraße muss die Bundesrepublik Deutschland bezahlen, für eine Kreisstraße muss der Landkreis oder für eine Landstraße das Bundesland "den Geldbeutel öffnen".
Der Dozent hat uns erzählt, dass jedermann eine Straße bauen kann, wenn es einen trifftigen Grund dafür gibt.
Zu diesem Thema ergeben sich auch die Fragen: "Was ist eigentlich eine Straße?" und "Was für eine Aufgabe hat eine Straße?"
Eine Straße ist ein Verkehrsweg auf der Transporte durchgeführt werden können.
Wir haben auch gehört, wie eine Straße aufgebaut ist.
Habt ihr gewusst, dass auf keiner Straße mehr Teer liegt?
Straßen werden nämlich seit ca. 50 Jahren nicht mehr geteert, sondern asphaltiert.
Interessant fand ich, dass der Straßenbau eine enorme Flächenversiegelung bedeutet. Ich habe erfahren, dass man für eine 20 Kilometer lange Straße 200.000 m² Fläche benötigt. Im Vergleich dazu muss man wissen, dass ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit Garten nur ca. 1.000 m² Fläche in Anspruch nimmt.
Zum Abschluss zeigte uns der Dozent noch Bilder von verschiedenen ausländischen, seltsamen, bemerkenswerten Straßen.
Wenn ich nun das nächste Mal mit meinem Fahrrad über die Straßen flitze, sehe ich den Asphalt unter mir sicher mit anderen Augen.   

"Klopfapplaus" für den Professor

Auch dieser Vortrag wurde am Ende mit "Klopfapplaus" belohnt.
Der Studententag neigte sich langsam dem Ende entgegen und es stand der Verleihung der Diplomurkunden nichts mehr im Weg.
Vielleicht sehen wir uns ja im nächsten Semester bei der Kinder-Uni an der Hochschule Coburg. Ich hoffe, dass ich im Herbst 2012 wieder dabei sein kann, wenn es heißt: Der Campus ruft!
 
Euere Julia Kroworz