Im Lockdown zu Hause zu sitzen und allein mit dem Schulstoff klarzukommen war für keinen Schüler leicht. Aber wie schwierig muss es gewesen sein, wenn man gerade erst in die Schule gekommen ist und das Lesen, Schreiben und Rechnen noch gar nicht kann? Wenn man außerdem kein eigenes Zimmer hat, in dem man in Ruhe lernen kann, es keinen Computer zu Hause gibt und die Eltern nicht helfen können, weil sie selbst wenig oder gar nicht Deutsch sprechen?

Probleme, den Stoff zu verstehen

So haben es viele Grundschüler der Rupprechtschule in Bamberg erlebt und deshalb nun Probleme, den Unterrichtsstoff zu verstehen. Aus diesem Grund entwickelte Beratungslehrerin Kerstin Schmitz das Projekt "Schüler helfen Schülern". Viele von uns Mittelschülern, die dabei mitmachen, haben Deutsch auch erst in der Grundschule gelernt und wissen gut, wie schwer der Unterricht ist, wenn man noch nicht alles versteht. Das war einer der Gründe, warum wir bei dem Projekt, das zwischen Februar und Juni 2022 stattfindet, mitmachen wollten. Zur Finanzierung unseres Nachhilfelohnes hat unser Schulleiter Eugen Kügler Sponsoren gesucht und gefunden, so dass wir mit unserem Engagement auch ein bisschen unser Taschengeld aufbessern können.

Erklärungen in der Muttersprache

15 Jungen und Mädchen der 7. und 8. Klassen der Erlöserschule treffen sich ein- bis zweimal pro Woche mit jeweils den gleichen Grundschülern und helfen bei den Hausaufgaben oder wiederholen gemeinsam den Unterrichtsstoff. "Wenn wir die gleiche Muttersprache wie die Kinder haben, erklären wir manchmal auch etwas in Russisch, Türkisch, Arabisch, Griechisch oder Englisch. Oft hilft es, etwas zu übersetzen und dann können die Kinder gut weiterarbeiten", erklärt Lewis (14).

Grundschüler verbessern sich

Für die Grundschüler ist es toll, einen älteren Nachhilfelehrer zu haben, der sich nur für sie Zeit nimmt und sie verbessern sich. "Es hilft mir sehr, wenn mir Rana die Aufgaben, die ich im Unterricht nicht verstehe, auf Türkisch erklärt", erzählt Mert (10). Sona (9) war oft unglücklich, weil er seine Hausaufgaben aufgrund von Sprachschwierigkeiten nicht machen konnte. "Jetzt bin ich froh, dass ich wenigstens zweimal in der Woche alle meine Hausaufgaben machen kann, weil Firuze mir hilft", so der Grundschüler.

Auch für uns ist es ein schönes Gefühl, den Kindern weiterzuhelfen. "Ich erinnere mich noch gut daran, wie es in der Grundschule war, als ich noch kein Deutsch konnte", berichtet Mariam (16). "Auch ich habe mir mit den Hausaufgaben schwergetan. Jetzt helfe ich Bahar und wenn wir fertig sind, lernen wir noch etwas zusammen, lesen oder spielen."

Bis Juni - so lange ist das Projekt finanziert - werden wir uns noch mit den Grundschülern treffen und ihnen beim Lernen helfen. Vielleicht könnt ihr das an eurer Schule auch machen?

von Schülern der Erlöser-Mittelschule und Kerstin Schmitz