Laden...
Berlin
Finanzen

Wichtige Änderung bei Kindergeld und Elterngeld: So sollen Familien jetzt entlastet werden

Die Corona-Pandemie hat vor allem Familien schwer getroffen. Ab Januar soll es jedoch einen kleinen Lichtblick geben: Die große Koalition hält ihr Versprechen und entlastet Familien mit mehr Geld und steuerlichen Vorteilen. Zudem soll der Papierkram für Eltern verringert werden.
 
Ab 2021 will der Bund Familien besser unterstützen: Das Kindergeld wird erhöht und auch steuerliche Entlastungen stehen in Aussicht.
Ab 2021 will der Bund Familien besser unterstützen: Das Kindergeld wird erhöht und auch steuerliche Entlastungen stehen in Aussicht. Foto: feelgoodjunky/pixabay.com

Familien hatten es in den vergangenen Monaten besonders schwer - vor allem durch den Spagat zwischen Homeschooling und Homeoffice, viele Eltern mussten von zuhause arbeiten und gleichzeitig Ersatzlehrer sein. Deshalb hatte der Bundestag bereits einen Kinderbonus für die Krisenzeit beschlossen. Die Kindergeld-Erhöhung werde nun zusätzlich helfen, betonten Union und SPD.

Familien winkt damit zum zweiten Mal in dieser Legislaturperiode mehr Kindergeld. Nach einem Plus von 10 Euro im vergangenen Sommer soll es ab dem kommenden Jahr noch einmal 15 Euro mehr im Monat geben. Auf das Jahr gerechnet bedeutet das für eine Familie mit zwei Kindern 360 Euro mehr.  Und es gibt eine weitere wichtige Änderung, durch die Eltern entlastet werden. 

Weniger Papierkram beim Beantragen von Kinder- und Elterngeld

Ein am Mittwochabend (10. November 2020) vom Bundestag verabschiedetes Gesetz macht es möglich, die Geburtsurkunde, das Elterngeld und das Kindergeld in einem Rutsch online zu beantragen. Mütter und Väter sollen dadurch von überflüssiger Bürokratie befreit werden. "Kindergeld beantragen wird endlich so einfach wie Onlinebanking oder Onlineshopping", erklärte Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU). Allerdings muss nach dem Bundestag auch noch der Bundesrat zustimmen, damit die Neuregelung zum Jahreswechsel in Kraft treten kann.

Die Reform sieht eine Bündelung von Leistungen vor sowie einen elektronischen Datenaustausch zwischen verschiedenen Behörden. Informationen über die Geburt des Kindes sollen auf diesem Weg ebenso automatisch weitergeleitet werden wie Angaben über das Einkommen der Eltern, von dem dann die Höhe des Elterngeldes abhängt.

Bisher ist es für Eltern oft schwer, den Durchblick zu behalten: Der Antrag auf Kindergeld muss ausgedruckt und schriftlich an die Familienkasse geschickt werden. Beim Elterngeld gibt es in einigen Bundesländern Online-Anträge, in anderen nicht. Die Geburt des Kindes muss beim Standesamt angezeigt werden, das dann die Geburtsurkunde ausstellt, die wiederum vorgelegt werden muss, um Elterngeld zu beantragen. Dieses Durcheinander soll nun beendet werden, damit frischgebackene Eltern mehr Zeit für ihren Nachwuchs haben.

Hintergründe zur Erhöhung des Kindergeldes

Die große Koalition hatte sich die Erhöhungen bereits im Koalitionsvertrag nach der letzten Bundestagswahl vorgenommen. Dass sie sie jetzt trotz Corona-Krise durchziehe, zeige ihre Prioritäten, betonten Union und SPD vor wenigen Wochen. Die Opposition kritisiert allerdings, ausgerechnet bei Familien mit sehr wenig Geld komme die Entlastung überhaupt nicht an.

Das Finanzministerium rechnet pauschal: Steuerliche Entlastungen eingerechnet würden die Familien in Deutschland im Jahr um 12 Milliarden Euro entlastet. Zusätzlich beschloss der Bundestag auch steuerliche Neuregelungen für Menschen mit Behinderung und pflegende Angehörige. Damit alles zum Jahreswechsel in Kraft treten kann, bedarf es allerdings noch der Zustimmung des Bundesrats

Wie sieht die Erhöhung konkret aus?

Konkret soll das Kindergeld für das erste und zweite Kind ab Januar auf 219 Euro pro Monat steigen, für das dritte Kind auf 225 Euro und ab dem vierten Kind auf 250 Euro. Darüber hinaus soll der Kinderfreibetrag bei der Steuer um mehr als 500 Euro auf 8388 Euro angehoben werden.

Eltern können entweder Kindergeld oder Kinderfreibetrag nutzen. Der Freibetrag verringert die Einkommensteuer und lohnt sich daher vor allem für Besserverdiener. Das Finanzamt prüft, welche Hilfe für welche Familie mehr bringt. Die Opposition kritisierte, die höheren Freibeträge entlasteten Familien, die das gar nicht nötig hätten. Familien mit ganz geringem Einkommen dagegen hätten überhaupt nichts davon, weil das Kindergeld mit Hartz-IV verrechnet werde.

Auch Entlastungen für Singles und Menschen mit Behinderung

Egal ob Eltern, Paare oder Singles - alle Steuerzahler werden im kommenden Jahr finanziell entlastet. Der Grundfreibetrag, auf den man keine Steuern zahlen muss, wird angehoben, von 9408 Euro auf 9696 Euro. Die Grenze, von der an der 42-prozentige Spitzensteuersatz verlangt wird, steigt von 57 052 Euro auf ein Jahreseinkommen von 57 919 Euro. Für das Jahr 2022 ist eine weitere Erhöhung dieser Einkommensgrenzen vorgesehen.

Schauen Sie sich das WISO steuer:Sparbuch 2020 bei Amazon an

Nach Berechnungen des Steuerzahlerbundes sparen Singles mit einem Monatsbrutto von 2500 Euro dadurch aber nur 6 Euro pro Monat. Bei einer Familie mit zwei Kindern würde ein Alleinverdiener mit einem monatlichen Einkommen von 6000 Euro etwa 15 Euro im Monat sparen - hier kommt aber immerhin noch das höhere Kindergeld hinzu. Außerdem können Alleinerziehende künftig höhere Unterhaltsleistungen bei den Steuern abziehen dürfen.

Bei Steuerzahlern mit einer Behinderung werden die ihnen zustehenden Pauschbeträge verdoppelt - zum ersten Mal seit ihrer Einführung vor 45 Jahren. Außerdem können mehr Menschen Pauschbeträge geltend machen. Dadurch können sie es sich in vielen Fällen sparen, aufwendig etwa Fahrtkosten einzeln nachzuweisen. Der Sozialverband VdK bezeichnete das als überfälligen Schritt.

Auch die Pflege von Angehörigen soll steuerlich stärker begünstigt werden. Der Pflege-Pauschbetrag für die beiden höchsten Pflegestufen wird auf 1800 Euro pro Jahr angehoben und damit nahezu verdoppelt. Bei den niedrigeren Pflegestufen zwei und drei, die bisher nicht bedacht wurden, wird künftig ein Pauschbetrag von 600 beziehungsweise 1100 Euro gewährt. Nach Schätzungen des Gesundheitsministeriums könnten davon mehr als eine halbe Million Menschen profitieren.

*Hinweis: In der Redaktion sind wir immer auf der Suche nach tollen Angeboten und nützlichen Produkten für unsere Leser - nach Dingen, die uns selbst begeistern und Schnäppchen, die zu gut sind, um sie links liegen zu lassen. Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Einkaufswagen-Symbol beziehungsweise einem Sternchen gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn Sie auf einen dieser Links klicken und darüber einkaufen, bekommen wir eine Provision vom Händler. Für Sie ändert sich dadurch nichts am Preis. Unsere redaktionelle Berichterstattung ist grundsätzlich unabhängig vom Bestehen oder der Höhe einer Provision.