Laden...
Franken
Grundsatzfrage

Erziehung: Sollte man Kinder für Hausarbeit bezahlen?

Geschirrspüler ausräumen 50 Cent, Müll runterbringen 1 Euro, staubsaugen 2: Damit Kinder und vor allem Teenager überhaupt im Haushalt mitmachen, bieten manche Eltern Geld. Doch sollte man Kinder tatsächlich für Hausarbeit bezahlen?
 
Sollen Kinder für die Mithilfe im Haushalt Geld bekommen? Darüber gibt es verschiedene Meinungen. Gut ist das Bezahlen der Dienste allerdings nicht. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa
Sollen Kinder für die Mithilfe im Haushalt Geld bekommen? Darüber gibt es verschiedene Meinungen. Gut ist das Bezahlen der Dienste allerdings nicht. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

"Kinder sind eigentlich von Natur aus kooperativ", sagt Erziehungsexpertin Danielle Graf. Für die Buchautorin und Bloggerin liegt das daran, dass Menschen zum Überleben schon immer darauf angewiesen waren, sich gegenseitig zu unterstützen.

"Deswegen wird der Zweijährige uns von ganz allein beim Wäscheaufhängen oder Kochen helfen wollen", so Graf.

Modell mag funktionieren, ist aber nicht gut

Sie warnt davor, diese Bemühungen unabsichtlich abzuerziehen, indem man sie immer wieder ablehnt - etwa weil es zu lange dauert oder zu viel Aufwand bedeutet. Ohne diese Verhinderung würden Kinder gerne und aus eigenen Antrieb freiwillig helfen, wenn auch mit schwankender Begeisterung.

Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn bei Amazon ansehen

"Den Kindern Geld dafür zu bezahlen, dass sie die Familie als Gemeinschaft unterstützen, ist der Versuch, sie stattdessen von außen zu motivieren", erklärt Graf. Das Modell mag durchaus funktionieren. "Aber es ist ungünstig, weil die Unterstützung und Kooperation aus einem Gemeinschaftsgefühl heraus erfolgen sollte", sagt die zweifache Mutter. "Wie würden wir beispielsweise ein Sparschwein neben dem Herd finden, in dem nach jeder gekochten Mahlzeit zwei Euro für Mama als Köchin landen?"

Hinter dem Wunsch nach mehr Unterstützung vermutet Graf bei vielen Eltern das Gefühl, dass es im Haushalt ungerecht zugeht und die eigene Arbeit nicht wertgeschätzt wird. "Dieses Bedürfnis wird nicht erfüllt, wenn ich Kinder mit Geld belohne", erklärt Graf. Besser wäre es, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen, die eigenen Wünsche klar zu formulieren und um Unterstützung zu bitten. Offen miteinander zu sprechen und gemeinsam Aufgaben zu verteilen, stärke den Familienzusammenhalt. "Gegenseitige Unterstützung sollte selbstverständlich sein."

 

 

*Hinweis: In der Redaktion sind wir immer auf der Suche nach tollen Angeboten und nützlichen Produkten für unsere Leser - nach Dingen, die uns selbst begeistern und Schnäppchen, die zu gut sind, um sie links liegen zu lassen. Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Einkaufswagen-Symbol beziehungsweise einem Sternchen gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn Sie auf einen dieser Links klicken und darüber einkaufen, bekommen wir eine Provision vom Händler. Für Sie ändert sich dadurch nichts am Preis. Unsere redaktionelle Berichterstattung ist grundsätzlich unabhängig vom Bestehen oder der Höhe einer Provision.