Berlin
Düsseldorfer Tabelle

Mehr Geld für Scheidungskinder: Wer bald mehr Unterhalt bekommt - und wer leer ausgeht

Reich werden die Haushalte mit Trennungskindern davon zwar nicht, aber mit dem Beginn des neuen Jahres stehen ihnen ein paar Euro mehr zu. Allerdings werden nicht alle davon profitieren.
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Alleinerziehende haben es schwer. Ab 2019 steht ihnen bzw. den Kindern mehr Unterhalt zu. Um wie viel Geld es geht und wer davon profitiert. Symbolbild: Julian Stratenschulte/dpa
Alleinerziehende haben es schwer. Ab 2019 steht ihnen bzw. den Kindern mehr Unterhalt zu. Um wie viel Geld es geht und wer davon profitiert. Symbolbild: Julian Stratenschulte/dpa

Scheidungskinder bekommen ab dem kommenden Jahr von ihren unterhaltspflichtigen Elternteilen mehr Geld. Die neue "Düsseldorfer Tabelle" tritt am 1. Januar 2019 in Kraft, wie das Oberlandesgericht Düsseldorf am Dienstag mitteilte. Was sich sonst noch zum Jahr 2019 ändert, lesen Sie hier. Die Tabelle regelt die Unterhaltszahlungen von getrennt lebenden Vätern und Müttern.

Der Mindestunterhalt für ein Kind bis sechs Jahre steigt demnach von bislang 348 auf 354 Euro. Für Jungen und Mädchen bis zum zwölften Lebensjahr liegt er bei 406 statt bisher 399 Euro, für Kinder bis zum 18. Lebensjahr bei 476 statt 467 Euro. Für volljährige Kinder, die noch im Haushalt eines Elternteils leben, bleibt der Unterhalt unverändert bei 527 Euro.

Kinder haben Anspruch auf mehr Geld

Die Einkommensklassen bleiben diesmal ebenfalls unangetastet, so dass für die meisten Haushalte, in denen Trennungskinder leben, trotz Anrechnung des Kindergeldes tatsächlich ein paar Euro mehr herausspringen dürften. Die Unterhaltspflichtigen müssen entsprechend mehr berappen. Ausnahme: Wird der sogenannte Mindestbehalt des Unterhaltspflichtigen überschritten, muss der Staat einspringen und aufstocken. Zuletzt hatte sich eine Studie der Bertelsmann-Stiftung mit der Frage beschäftigt, ob dieses Geld und das allgemeine Kindergeld auch tatsächlich bei den Kindern ankommt.

Für unterhaltspflichtige Väter und Mütter in den höheren Einkommensgruppen steigen ab 2019 außerdem die Bedarfssätze je nach Verdienst um fünf bis acht Prozent, wie das Gericht mitteilte. Auf den Unterhaltsbedarf muss das Kindergeld angerechnet werden, bei minderjährigen Kindern in der Regel zur Hälfte. Die Einkommensgruppen der Düsseldorfer Tabelle und der Selbstbehalt des unterhaltspflichtigen Elternteils, die in diesem Jahr angehoben worden waren, bleiben 2019 unverändert, hieß es.

2020 soll der Unterhaltsanspruch noch einmal angepasst werden

Die "Düsseldorfer Tabelle" war zuletzt zum 1. Januar 2018 angepasst worden, eine erneute Änderung wird es laut Gericht voraussichtlich zum Jahr 2020 geben. Die vom Oberlandesgericht Düsseldorf herausgegebene Tabelle gibt seit 1962 einheitliche Richtwerte für die Berechnung des Familienunterhalts vor. Die Düsseldorfer Tabelle selbst hat keine Gesetzeskraft und ist eine allgemeine Richtlinie, die von allen Oberlandesgerichten bundesweit bei der Berechnung des Kindesunterhalts benutzt wird. mit epd/dpa



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