Bamberg
Kinder-Uni

Jedes Buch hat seine Nummer

Seit mehr als 3000 Jahren gibt es Bibliotheken - doch wozu braucht man sie? Das weiß Fabian Franke. Er ist Leiter der Bamberger Unibibliothek.
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Gemeinsam mit Fabian Franke überprüften die Kinder in der Bibliothek, ob die Bücher  auch am richtigen Ort   stehen.  Foto: Ronald Rinklef
Gemeinsam mit Fabian Franke überprüften die Kinder in der Bibliothek, ob die Bücher auch am richtigen Ort stehen. Foto: Ronald Rinklef
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1,6 Millionen Bücher stehen in den fünf Bibliotheken der Bamberger Universität. Reiht man jedes der Bücher an ein anderes, kommt man von Bamberg bis nach Nürnberg. Umgerechnet fast 70 Kilometer Bücher lagern also in den Bibliotheken der Bamberger Universität.
Und es werden immer mehr. Für rund 1,5 Millionen Euro darf die Bamberger Universität pro Jahr Bücher, Zeitschriften und auch E-Books anschaffen. Etwa 25 000 Bücher kommen auf diese Weise Jahr für Jahr dazu. Um bei dieser fast unvorstellbaren Menge an Bücher immer genau das eine Buch, das man will, auch finden zu können, müssen die Bücher auf eine bestimmte Weise geordnet sein. Das ist eine große Herausforderung.


Ein Wort aus zwei Teilen

Wie die Bamberger Universität diese Herausforderung gelöst, berichtete am Samstag bei der Bamberger Kinderuniversität Fabian Franke.
Er ist der Leiter der Bamberger Universität. Zunächst erklärte er den Kindern aber, was das genau heißt: Bibliothek. "Das Wort besteht aus zwei Teilen", sagte Franke. "Biblion" bedeutet so viele "Buch" und "Theke" so viel wie "Behältnis". Zusammengedacht ist eine Bibliothek eine Einrichtung, die publizierte Informationen für ihre Benutzer sammelt, ordnet und verfügbar macht.
"Nach welchen Kriterien ordnet ihr denn eure Bücher zu Hause?", wollte Fabian Franke von den Kindern wissen. Viele Finger schnellten in die Höhe. "Nach der Farbe", sagt ein Kind. "Nach der Größe", sagte in anderes. "Gar nicht", ein Drittes. Fabian Franke musste über die Antworten der Kinder ein wenig schmunzeln. Vielleicht beneidete er sie aber auch nur ein wenig.
Denn ganz so einfach kann er es sich als Herr über 1,6 Millionen Bücher nicht machen. Stattdessen bekommt jedes einzelne Buch einen bestimmten Code. Der setzt sich zusammen aus Zahlen und Buchstaben. Statt "Code" kann man auch "Signatur" sagen.


Wo hat sich das Sams versteckt?

Diese Signatur orientiert sich am Inhalt des Buches, an der Fachrichtung und auch an dem Ort, an dem es zu finden ist. Dem Buch "Das Sams feiert Weihnachten" zum Beispiel haben Fabian Franke und die Mitarbeiter der Bamberger Uni-Bibliothek die Signatur "45/GE 6919 LI 65468" zugewiesen. Wer sich mit den Signaturen auskennt - und das sollte jeder Student und auch jeder Professor - weiß, dass dieses Buch in der Teilbibliothek 4 steht.
Und genau dorthin machten sich Fabian Franke und die Kinder dann auch auf den Weg. Sie wollten überprüfen, ob das Sams-Buch auch wirklich an dem Ort steht, wo es stehen müsste.
Und tatsächlich: Mit ein wenig Hilfe von Fabian Franke fanden die Kinder das Buch. Es stand, wo es zu stehen hat. Das System der Bamberger Bibliothek funktioniert also.
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