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Ja, ich will - aber wie eigentlich?

Zwischen kirchlicher, standesamtlicher und freier Trauung bestehen viele Unterschiede
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Foto: Fotolia/Monkey Business
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Wer einen Bund fürs Leben schließen möchte, muss sich früher oder später mit der Frage nach der Art der Trauung befassen. Zwischen kirchlicher, standesamtlicher und freier Trauung bestehen zahlreiche Unterschiede. Diese beginnen schon bei den für die Trauung erforderlichen Unterlagen.

Standesamtliche Trauung

Vielen Menschen erscheint die standesamtliche Trauung wie ein bürokratischer Akt ohne Hochzeitsgäste und fernab jeglicher Romantik einer kirchlichen Zeremonie. An der Ziviltrauung auf dem Standesamt kommt man jedoch nicht vorbei, denn ihr kommt eine wesentliche Bedeutung zu. Zum einen wird die Ehe erst durch sie vor dem Gesetz rechtskräftig. Zum anderen ist die standesamtliche Trauung eine zwingende Voraussetzung für die kirchliche Trauung.

Für den Termin beim Standesamt kann man sich frühestens sechs Monate im Voraus anmelden. Trauzeugen sind gesetzlich zwar nicht mehr vorgeschrieben, begleiten die Ehepartner beim Unterzeichnen der Heiratsurkunde aber üblicherweise dennoch. Vorher erfolgt eine Ansprache des Standesbeamten an das Brautpaar, der Ringwechsel, der Brautkuss und das Verlesen des Ehebucheintrags. Durch die Unterschriften des Brautpaars, der Trauzeugen und des Standesbeamten wird die Eheschließung rechtskräftig. Übrigens: Wer den Namen seines Ehepartners annimmt, unterschreibt bereits mit seinem neuen Nachnamen. Für Ehepaare, die sich nur standesamtlich das Jawort geben, kann auf Wunsch etwa durch einen Sektempfang und eine feierliche Ansprache durch den Standesbeamten ein festlicherer Rahmen geschaffen werden.

Folgende Dokumente sind für die Anmeldung beim Standesamt erforderlich: Lichtbildausweis, Aufenthaltsbescheinigung des Einwohnermeldeamtes, beglaubigter Ausdruck/Abschrift aus dem Geburtenregister. Sofern vorhanden: Scheidungs- oder Sterbeurkunden ehemaliger Ehepartner, neu ausgestellte Abstammungsurkunden gemeinsamer Kinder, Diplom-, Promotions-, oder Magisterurkunde, sofern die Eintragung eines Titels gewünscht ist, Nachweis über Berufsbezeichnungen, Alle Unterlagen dürfen zum Zeitpunkt der Anmeldung nicht älter als ein halbes Jahr sein.

Kirchliche Trauung

Auf die standesamtliche Trauung folgt in der Regel die kirchliche Trauung. Diese ist für die meisten Brautpaare die emotionalere und romantischere Zeremonie. Je nach Konfession der beiden Ehepartner kann eine evangelische, katholische oder ökumenische Trauung abgehalten werden. Für eine evangelische Trauung muss mindestens ein Partner evangelisch getauft sein, während der andere zumindest einem christlichen Glauben angehört. Hierfür ist eine Anmeldung in der Gemeinde notwendig.

Für eine katholische Trauung muss ebenfalls mindestens ein Teil des Brautpaars katholisch sein. Ist einer der Ehepartner geschieden, nachdem er bereits kirchlich verheiratet war, ist eine katholische Trauung nicht mehr möglich, da die kirchliche Trauung nach katholischem Verständnis als ein unauflösbares Sakrament gilt. Eine Ausnahme kann nur durch ein Ehenichtigkeitsverfahren gemacht werden, welches in der Regel sehr aufwendig ist und selten bewilligt wird.

Wenn beide Ehepartner einer christlichen Konfession angehören, sich aber nicht einigen können, ob die Trauung evangelisch oder katholisch abgehalten werden soll, können sie sich auch für eine ökumenische Trauung entscheiden. Diese verbindet beide Konfessionen und folgt den Vorgaben einer Kirche, während ein Geistlicher der anderen Kirche sie begleitet. Abhängig davon, in welcher Kirche die Trauung stattfinden soll, kommt der jeweils anderen Glaubensrichtung die begleitende Rolle zu. Die Eheschließung muss in diesem Fall in den Pfarrämtern beider Kirchen angemeldet werden.

Freie Trauung

Brautpaare, die sich nicht in der Kirche das Jawort geben möchten oder dürfen, können ihre Hochzeit im Rahmen einer freien Trauung feiern. Ob auf einem Berg oder in einem Schloss, bei einer freien Trauung können die Feierlichkeiten ganz individuell gestaltet werden. Gemeinsam mit einem Theologen oder einem Redner wird der Ablauf der Zeremonie geplant. Diese kann kleine Anekdoten, Auszüge aus Büchern oder von Freunden vorgetragene Gedichte, Wünsche und Lieder enthalten. Für diese Art der Trauung sind keinerlei Dokumente nötig. Für eine freie Trauung kann es verschiedene Gründe geben, w ie zum Bei- spiel interkulturelle Hochzeiten, gleichgeschlechtliche Ehen, Heiraten ohne Konfession, Erneuerung des Eheversprechens oder außergewöhnliche Wünsche für die Trauzeremonie.

Dennis Tuczay

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