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Die Geschichte des Muttertags

Rosen, Tulpen, Nelken: Der Muttertag zählt zu den besonders alten Feiertagen, doch woher kommt seine Bedeutung?
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Blumen sind das wohl beliebteste Geschenk zum Muttertag. Doch auch mit etwas Selbstgebasteltes, gemeinsamen Augenblicken oder einer Auszeit vom Alltag kann man der Mutter eine Freude machen. Foto: Pixabay
Blumen sind das wohl beliebteste Geschenk zum Muttertag. Doch auch mit etwas Selbstgebasteltes, gemeinsamen Augenblicken oder einer Auszeit vom Alltag kann man der Mutter eine Freude machen. Foto: Pixabay

Jedes Jahr werden am zweiten Maisonntag mehr Blumen verschenkt als zum Valentinstag - an die beste aller Frauen. Wer nun genau den modernen Muttertag ins Leben gerufen hat, darüber scheiden sich die Geister - der Ursprung jedenfalls liegt in Amerika.

Die Amerikanerin Anna Jarvis wollte nach dem Tod ihrer Mutter, am 8. Mai 1905, erreichen, dass alle Mütter noch zu Lebzeiten geehrt werden, um den Müttern in der Gesellschaft ein unvergängliches Denkmal zu setzen. Und dafür setzte sie sich auch ein. Die Bitte an ihren Pfarrer, eine Predigt über die Rolle der Mutter in der Gesellschaft zu halten, war nur der Anfang. Es folgten Briefe an Geistliche, Politiker und andere einflussreiche Männer. Sie kaufte eine Werbeagentur und brachte ihre Botschaft unter die Menschen: "Schafft den Ehrentag der Mutter - setzt diesen Frauen ein unvergängliches Denkmal". Und tatsächlich wurde bereits 1907 der zweite Mai-Sonntag, der Todestag von Anna Jarvis' Mutter, offiziell zum Muttertag erklärt.

Ursprung des Muttertages

Angefangen hat alles allerdings schon viel früher. 250 Jahre vor Christus waren es römische und griechische Göttinnen, für die eine Art Muttertagsfest abgehalten wurde. In England, zu der Zeit Heinrich des Dritten stand Mutter Kirche im Mittelpunkt der Feierlichkeiten des damaligen Mothering Day.

Etwa 200 Jahre später, im mittlealterlichen England wurde um 1644 der Mothering Day verfestigt. Zunächst als Dankensfest an die Mutter Kirche gedacht, wurde es bald dazu benutzt, auch den leiblichen Müttern zu danken - mit Besuchen, kleinen Geschenken und den selbst gebackenen mothering cake.

Nach der erfolgreichen Pioniersarbeit von Anna Jarvis setzte sich der Muttertag nach dem ersten Weltkrieg auch auf dem europäischen Festland durch. Seit 1917 gibt es den Muttertag in der Schweiz, danach wurde er eingeführt in Österreich und Skandinavien. In Deutschland wurde er erstmals 1922 gefeiert. Zur Zeit des Nationalsozialismus bekam der Muttertag einen bitteren Beigeschmack: Der Ideologie entsprechend wurden die Mütter als Garantin des Fortbestandes der arischen Rasse gefeiert.

Vom Muttertag zum Blumentag

Eine rote Nelke für die noch lebende Mutter, eine weiße für die bereits Verstorbene - auch das hat Anna Jarvis eingeführt. "Lasst Blumen sprechen" hat sie aber wohl anders interpretiert, als die Geschäftemacher. Die Wirtschaft entdeckte den Wert des Muttertags. Teure Geschenke wie Parfüm, Dessous, Haushaltshelfer, Schmuck oder Kleidung haben kommerzialisiert, was einst so idealistisch durchgesetzt wurde. Die Frau, die sich für die Mütter dieser Welt einsetzte, und selbst nie Mutter wurde, starb 1948 in einem Altenheim in Philadelphia. Das Bewundernswerte an der Sache war: Die Kosten für Pflege und Unterkunft in diesem Heim übernahmen diejenigen, die mit am meisten vom Muttertag profitieren: die Blumenhändler.

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