Mannheim
Liebe und Sprache

Benching, Ghosting, Lovebombing: Anglizismen-Alarm im digitalen Liebesleben

Mit Dating-Apps und digitaler Kommunikation entsteht allmählich eine eigene Sprache. Neue Anglizismen für nahezu jede Aktion im Liebesleben. Ein Einblick ins Wörterbuch der digitalen Liebe.
 
Mit Tinder, WhatsApp und Co. entstehen in rasantem Tempo neue Wörter. Das Liebesleben klingt damit allmählich wie eine eigene Sprache, die man ohne Wörterbuch für die digitale Welt kaum noch verstehen kann.
Mit Tinder, WhatsApp und Co. entstehen in rasantem Tempo neue Wörter. Das Liebesleben klingt damit allmählich wie eine eigene Sprache, die man ohne Wörterbuch für die digitale Welt kaum noch verstehen kann. Foto: Christin Klose (dpa)

Die Partnersuche wandelt sich im digitalen Zeitalter rasant. Nicht nur in Werbetexten, sondern auch in der alltäglichen Kommunikation verändert das auch die Sprache. Das Wort „parshippen“ ist mittlerweile so gebräuchlich geworden, dass es das Mannheimer Leibniz-Institut für deutsche Sprache (IDS) in seinen Katalog der neuen Wörter aufgenommen hat. Es ist zum Synonym für die Partnersuche geworden. Wie so oft bei Anglizismen gibt es die Wörter im Englischen selbst gar nicht. Hier eine Auswahl der neuesten Wörter aus dem digitalen Liebesleben.

Nach der ersten Nacht verschwunden

Kaum zu glauben, aber auch das „ghosting“ hat es in den anerkannten Katalog der neuen Wörter geschafft. Es bezeichnet eine miese Masche: Das unvermittelte Verschwinden nach der ersten Nacht. Nicht nur körperlich, sondern auch auf allen Kommunikationskanälen. Unerreichbar auf Facebook, WhatsApp oder Handy. Weil man als verlassene Person das Gefühl bekommt, es mit einem bloßen Geist zu tun gehabt zu haben, nennt sich das Verhalten „ghosting“.

Sagt das wirklich jemand?

Wer sich nun fragt, ob Begriffe wie „ghosting“ und parshippen“ tatsächlich im Gebrauch sind, muss nur die Kriterien für die Aufnahme neuer Wörter in das Wörterbuch des IDS betrachten. Da geht es nämlich um die Häufigkeit der Nennungen in Tageszeitungen, Magazinen, Blogs sowie im Rundfunk. 43 Milliarden Wörter durchforsten die Experten auf diese Weise. „Wir haben das Ohr direkt an der Gesellschaft und erforschen, wie sich deren Entwicklung sprachlich niederschlägt“, sagt IDS-Chef Henning Lobin.

Keine Grenzen bei der Kuriosität

Von den unzähligen Begriffen, die das digitale Flirten wie am Fließband neu produziert, sind einige regelrecht kurios. Sie klingen wie aus einem Satire-Programm. Ein „wingman“ ist etwa jemand, der seiner Freundin oder seinem Freund beim Flirten helfen soll. Wenn jemand in einer reinen Freundschaft plötzlich sexuelle Interessen entwickelt, verlässt er damit die „Friendzone“. Beim „Lovebombing“ wird es noch eine Spur direkter. Dabei sind neue Wörter im Liebesleben keine neue Entwicklung, die nur in der digitalen Welt passiert. Lange vor Tinder und WhatsApp kamen bereits Begriffe wie „eingetragene Lebenspartnerschaft“, „Lebensabschnittsgefährte“ oder „On-off-Beziehung“ hinzu, die damals völlig ungewohnt waren.

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Fakten und Tipps zum Thema Liebe und Dating gibt es außerdem hier:

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