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Öko-Test

Baby-Feuchttücher im Test: Gut für's Kind, schlecht für die Umwelt

Öko-Test hat 30 Baby-Feuchttücher getestet und kommt zu einem überwiegend guten Ergebnis. Bezüglich des Umwelt-Aspektes gibt es jedoch noch einige Verbesserungsmöglichkeiten.
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Baby, Kind
Da haben sowohl Eltern als auch Babies gut lachen: Die meisten der Feuchttücher im Öko-Test sind "sehr gut". Foto: Victoria_Borodinova/pixabay.com.

Fast alle jungen Eltern verwenden sie, da sie unheimlich praktisch sind und eine hohe Hygiene garantieren: Baby-Feuchttücher*. Babyhaut gilt es besonders zu schützen, da die natürliche Hautbarriere noch nicht vollkommen entwickelt ist und schädliche Stoffe so viel leichter in untere Hautschichten gelangen können. Deshalb sind schädliche Inhaltsstoffe unbedingt zu vermeiden. 

Öko-Test hat nun insgesamt 30 unterschiedliche Baby-Feuchttücher untersucht. Diese finden sich in Drogerien und Supermärkten und bewegen sich preislich zwischen 0,74 Euro und 4,65 Euro für 80 Stück.

Feuchttücher im Test: Kein krebserregendes Polyhexanid mehr

Die Tücher wurden auf ihre Inhaltsstoffe untersucht, beispielsweise ob Silikone oder synthetische Polymere enthalten sind.

Außerdem klärten die Tester, ob die Tücher Keime enthalten und wie hoch die Menge an Konservierungsstoffen ist.

Wir haben die Ergebnisse und drei der Testsieger für Sie. 

Keine krebserregenden Konservierungsstoffe

Positiv überrascht sind die Öko-Tester davon, dass die Feuchttücher* wesentlich weniger schädliche Stoffe enthalten als im Feuchttücher-Test 2017.

Damals versagten viele Tücher, da sie den kritischen Konservierungsstoff PHMB (Polyhexanid) enthielten. Die Europäische Chemikalienagentur bewertet diesen Stoff als potentiell krebserregend. Im aktuellen Test konnten die Tester jedoch keinen Hinweis mehr auf Polyhexanid finden, da die Feuchttücher heutzutage mit weniger schädlichen Konservierungsstoffen behandelt sind. Ohne diese Konservierung kommen die Tücher leider nicht aus, da sich ansonsten relativ zügig Schimmel oder Keime bilden können. 

Womöglich krebserregende Bleiche-Rückstände

Kritikpunkte gibt es aber dennoch: In fünf der getesteten Feuchttücher* konnten sogenannte halogenorganische Verbindungen entdeckt werden. Diese entstammen vermutlich der Bleiche, mit der die Tücher behandelt sind. Denn einige der Hersteller verwenden Chlorverbindungen, um die Tücher zu bleichen. Manche dieser Verbindungen gelten als krebserregend.

Den vergleichsweise höchsten Anteil dieser halogenorganischen Verbindungen konnten die Tester in den Feuchttüchern Bübchen Aqua Touch 99% pures Wasser finden. Der Hersteller Galderma verspricht jedoch, sein Produkt zu verbessern. Am schlechtesten im Öko-Test schneidet das Produkt Huggies Pure Baby ab, das sogar PEG/PEG-Derivate enthält , welche im Verdacht stehen, die Haut durchlässig für schädliche Fremdstoffe zu machen. 

Der Trend: 99 Prozent Wasser

Immer häufiger versprechen die Hersteller, dass ihre Baby-Feuchttücher* zu 99 Prozent aus Wasser* bestehen. Damit springen sie auf die Wünsche der Eltern an, möglichst wenige künstliche Stoffe an die Haut ihres Kindes zu lassen. Elf der getesteten Hersteller wiesen auf der Verpackung deutlich darauf hin, zu einem Großteil Wasser zu enthalten.

Das lässt den Schluss zu, dass in diesen Produkten eventuell auch mehr schädliche Mikroorganismen ihr Unwesen treiben können, da ein hoher Wasseranteil Keimentstehung begünstigen kann. Da können die Tester jedoch beruhigen: in keinem der Produkte konnte dergleichen nachgewiesen werden. 

Feuchttücher schaden der Umwelt

Ein Problem bleibt allerdings: Die Feuchttücher sind eine sehr hohe Müllbelastung und dadurch umweltschädigend. So schwimmen die Tücher und deren Verpackungen mit zahlreichem anderen Plastikmüll in den Meeren und verunreinigen Strände. Sie zersetzen sich nicht so schnell, da sie aus erdölbasierten Kunstfasern bestehen. Außerdem sorgen unsachgemäß über die Toilette entsorgte Feuchttücher für Probleme in den Kläranlagen. 

Biologisch abbaubare Feuchttücher?

Es gibt einen neuen Trend unter den Herstellern: natürlich abbaubare Feuchttücher*. Diese bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen, wobei es sich zum Großteil um Holz bzw. um Zellulose handelt. Beispielsweise bestehen die Tücher des Herstellers Lillydoo* aus Lyocell, welches sich nach spätestens sechs Monaten zu 90 Prozent zersetzt hat - so zumindest das Unternehmen. Ein Problempunkt ist allerdings nach wie vor die Entsorgung: werden die Tücher über den Restmüll entsorgt, werden sie verbrannt - die biologische Abbaubarkeit der Feuchttücher ist also hinfällig. Vielmehr sollten diese Tücher dann im Bio-Müll entsorgt werden. Außerdem spielt auch die Herkunft des Rohstoffes eine Rolle, beispielsweise des Holzes für die Herstellung von Zellulose.

Die EU schreibt ab 2021 eine deutliche Deklaration auf der Verpackung von Feuchttüchern vor, wenn Kunstfasern enthalten sind. Dies und die Nachfrage der Kunden wird vermutlich zu einer deutlich erhöhten Produktion von biologisch abbaubaren Baby-Feuchttüchern führen. 

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Die besten Feuchttücher für Babys: Das sind die Testsieger

Insgesamt erhalten 22 von 30 getesteten Baby-Feuchttüchern* die Bewertung "sehr gut". Lediglich eines wird mit "gut" benotet, fünf mit "befriedigend". Die Pampers Sensitiv Feuchttücher erhalten ein "ausreichend", der Ausreißer sind die Huggies Pure Baby Wipes, die mit einem "mangelhaft" abgestraft werden. Insgesamt gesehen, sind die Tester zufrieden mit dem überwiegend sehr positiven Ergebnis. 

Babydream Extra Sensitive Feuchttücher 

  • Gesamturteil: Sehr gut
  • Anbieter: Rossmann
  • Preis pro 80 Tücher: 0,74 Euro
  • bedenkliche/umstrittene Inhaltsstoffe: Nein
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Babylove Sensitive Feuchttücher

  • Gesamturteil: Sehr gut
  • Anbieter: DM
  • Preis pro 80 Tücher: 0,74 Euro
  • bedenkliche/umstrittene Inhaltstsoffe: Nein
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Hipp Ultra Baby Sanft Ultra Sensitiv Feuchttücher 99% Wasser

  • Gesamturteil: Sehr gut
  • Anbieter: Hipp
  • Preis pro 80 Tücher: 1,33 Euro
  • bedenkliche/umstrittene Inhaltstsoffe: Nein
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Tipps und Tricks

  • Verzichten Sie auf parfümierte Feuchttücher - diese reizen die Haut nur unnötig
  • Um einen Befall mit Bakterien zu vermeiden: nur mit sauberen Händen in die Packung fassen!
  • Entsorgen Sie gebrauchte Tücher nie in der Toilette, immer im Mülleimer! In Kläranlagen sind Feuchttücher sehr problematisch.

Den kompletten Test lesen Sie auf der offiziellen Website von Öko-Test nach. 

Fazit: Alle Eltern können aufatmen - die meisten der getesteten Baby-Feuchttücher* erhalten eine sehr gute Bewertung von Öko-Test, lediglich ein Produkt wird als "mangelhaft" bewertet. Doch was gut für's Kind und praktisch für die Eltern ist, ist oft schädlich für die Umwelt: die Tücher sorgen häufig für eine Verschmutzung der Natur und für Probleme in den Kläranlagen. Nach wie vor gilt: Am schonendsten für Kind und Umwelt ist der gute alte Stoffwaschlappen in Verbindung mit Wasser.

Informationen zum Thema Familie finden Sie in unserem Artikel zu den aktuellen rechtlichen Bestimmungen.

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