Franken
Helfer in schweren Stunden

Abschied zu Lebzeiten planen

Wer vor seinem Ableben schon alles geregelt hat, spart den Hinterbliebenen viel organisatorischen Aufwand und schafft Klarheit.
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woman with lily flowers and coffin at funeral
Foto: Fotolia/Syda Productions

Über die eigene Beerdigung zu sprechen, kann schwerfallen. Gerade, wenn man sich mit Fragen rund um Tod und Bestattung zum ersten Mal auseinandersetzt, fühlt man sich möglicherweise schnell überfordert – nicht nur emotional. Rechtlich gibt es einiges zu beachten, weshalb es von Vorteil ist, schon zu Lebzeiten alles zu planen. Auf diese Weise entlastet man die Hinterbliebenen organisatorisch und finanziell und kann gleichzeitig die Umsetzung spezieller Wünsche nach dem Tod gewährleisten.

Bei einem Todesfall sind die nächsten Familienangehörigen, also der Ehe- oder Lebenspartner, die Kinder oder nächsten Verwandten für die Bestattung verantwortlich, denn in Deutschland besteht eine Bestattungs- und Totenfürsorgepflicht. Nachdem die gesetzliche Krankenversicherung im Jahr 2004 das „Sterbegeld“ abgeschafft hat, erhalten Hinterbliebene keine finanzielle Unterstützung mehr, außer es wurde vorgesorgt. Der Verlust eines geliebten Menschen ist schwer zu ertragen – gleichzeitig müssen viele Entscheidungen getroffen und Aufgaben erledigt werden. Wo und wie wird der Verstorbene bestattet? Wird er in einem Sarg beerdigt oder eingeäschert in einer Urne? Wie wird die Trauerfeier gestaltet? Zu wissen, was der Tote selbst gewollt hätte, ist für viele Angehörige eine Hilfe. Durch die richtige Vorsorge kann der erwünschte Ablauf gewährleistet werden. Wichtig ist dabei, alle Unterlagen an einem Ort aufzubewahren, an dem sie in jedem Fall gefunden werden können. Eine weitere Möglichkeit ist es, eine Vertrauensperson zu bitten, die Papiere für einen  aufzubewahren oder sie einem Notar zu übergeben.

Bestattungsverfügung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um vorzusorgen: Eine davon ist die Bestattungsverfügung, auch Willenserklärung genannt. Auf diese Weise kann man seine Vorstellungen mitteilen und erleichtert den  Angehörigen  schwere Entscheidungen oder nimmt sie sogar ganz ab.  Durch die Verfügung legt man verbindlich fest, was mit dem Leichnam geschehen soll und entbindet die Angehörigen somit von  Planung und administrativen Aufgaben. Dabei gibt es keine besonderen Formvorgaben zu beachten, ob handschriftlich verfasst oder gedruckt  bleibt jedem selbst überlassen – von einem Notar oder Hausarzt kann man sich die Verfügung auf Wunsch beglaubigen lassen. Eine Kremationsverfügung oder eine Seebestattungsverfügung können ebenfalls zur Absicherung von Vorteil sein, wobei  in der Regel eine mündliche Willensbekräftigung der Angehörigen reicht.

Vorsorgevertrag

Ein großer Unterschied zur Bestattungsverfügung besteht darin, dass man mit einem Vorsorgevertrag zusätzlich auch die finanzielle Absicherung sicherstellt: Denn auf die Angehörigen kommt im Falle einer Bestattung durchschnittlich eine finanzielle Last von rund 7.000 Euro zu. Die Planung und Administration kann man den Trauernden auch in diesem Fall abnehmen, da alle Details mit dem Bestatter abgesprochen werden können und es keine genauen Vorgaben für Inhalte gibt.

Der Vertragsabschluss zu Lebzeiten ist nur in Zusammenarbeit mit einem Bestattungsunternehmen  möglich: Nach Vertragsabschluss wird das veranschlagte Geld bis zum Tod oder einer bestimmten Altersgrenze auf ein Treuhandkonto eingezahlt. Auch wenn man somit gegen Insolvenz des Bestattungsunternehmens abgesichert ist, sollte man zur eigenen Sicherheit niemals Vorauszahlungen leisten. Auf die Hinterbliebenen kommen keine weiteren Kosten zu, da sie nach dem Ableben des Vertragsinhabers auf das Geld zurückgreifen und es für die Beerdigung ausgeben können.

Bestattungsversicherung

Bei einer Bestattungsversicherung handelt es sich um eine Zusatzleistung der Krankenversicherung, wobei auch separate Policen angeboten werden. Ähnlich funktionierend wie eine Risikolebensversicherung, greift die Versicherung im Todesfall des Versicherungsnehmers, wobei eine vertraglich vereinbarte Summe an die Hinterbliebenen ausgezahlt wird. Von diesem Geld werden die Kosten für die Beisetzung beglichen. Die Geldleistungen können dabei konkret an bestimmte Aspekte der Bestattung gebunden werden, wie den Grabstein oder den Sarg. Es gibt verschiedene Varianten, mit oder ohne Gesundheitsprüfung, wobei der Versicherungsschutz entweder sofort oder nach einer gewissen Wartezeit in Kraft tritt. Ab einem gewissen Alter bleiben Versicherungsnehmer sogar beitragsfrei weiterversichert. Wann, hängt davon ab, wann die Bestattungsversicherung abgeschlossen wurde – oftmals gibt es beim Eintritt allerdings eine Altershöchstgrenze. 

Sterbegeldversicherung

Die Sterbegeldversicherung funktioniert wie eine Kapitallebensversicherung in klein: Monatlich oder zu bestimmten Fristen zahlt der Versicherungsnehmer einen Betrag ein, der im Todesfall den Hinterbliebenen ausgezahlt wird. Die Begünstigten sind die direkten Erben, welche für die Beerdigung verantwortlich sind. Eine konkrete Bestattungsvorsorge ist dabei nicht vorgesehen, es handelt sich also um eine reine Kapitalleistung. Im Gegensatz zur Bestattungsversicherung ist der Abschluss bis ins hohe Alter möglich, wobei man mit Fortschreiten des Alters auch höhere Prämien in Kauf nehmen muss.

Als klassische Form der Geldrücklage besteht die Möglichkeit, ein Sparbuch speziell für die Beerdigungskosten einzurichten. Erben sollten eine umfassende Vollmacht dazu erhalten, damit das Geld schon vor der Testamentseröffnung nutzbar für die Bestattung ist.

Laura Krug

Unsere Partner


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