Deutschland
Benzinpreis

Spritpreise steigen: Tanken wird so teuer wie seit Jahren nicht - das steckt dahinter

Kraftstoffe werden immer teurer. Benzin kostete im Mai so viel wie seit den letzten zwei Jahren nicht mehr. Es gibt gleich mehrere Gründe, die den Preisanstieg beeinflussen.
 
Tanken ist so teuer wie seit zwei Jahren nicht mehr.
Tanken ist so teuer wie seit zwei Jahren nicht mehr. Dafür gibt es mehrere Gründe. Foto: andreas160578/pixabay.com
  • Teures Tanken: Kraftstoffpreise in Deutschland auf höchsten Stand seit zwei Jahren
  • Die Corona-Krise und die Mehrwertsteuer sind entscheidende Faktoren
  • Benzin, Diesel, Super: Warum wird es an der Zapfsäule teurer?

Autofahrer in Deutschland werden an der Zapfsäule derzeit besonders krass zur Kasse gebeten: Die Preise für Kraftstoffe haben im Vergleich zur allgemeinen Teuerung überdurchschnittlich zugelegt. Laut der Deutschen Presse-Agentur sind die Benzinpreise in Deutschland auf den höchsten Stand seit zwei Jahren gestiegen.

Benzinpreise in Deutschland: Auf dem höchsten Niveau seit Mai 2019 

Im Mai kostete ein Liter Super E10 im Schnitt 1,483 Euro, 1,7 Cent mehr als im April. Das meldete der ADAC am Dienstag. Auch Diesel wurde teurer: Ein Liter kostete im Schnitt 1,331 Euro, 2,2 Cent mehr. Damit hat der Benzinpreis laut ADAC das höchste Niveau seit Mai 2019 erreicht, der Dieselpreis sogar seit November 2018.

Teuerster Tag sowohl des Monats als auch des bisherigen Jahres war demnach der 30. Mai

Bereits im April dieses Jahres war Superbenzin nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes fast ein Viertel (24,8 Prozent) teurer als ein Jahr zuvor. Die Dieselpreise an den Zapfsäulen lagen nach Mitteilung der Wiesbadener Behörde um knapp ein Fünftel (19,5 Prozent) über dem Wert des Vorjahresmonats. Im selben Zeitraum kletterten die Verbraucherpreise insgesamt um 2,0 Prozent.

Warum Tanken teurer wird

Vor allem zwei Faktoren treiben die Teuerung bei Energie: Die in der Corona-Krise für ein halbes Jahr gesenkte Mehrwertsteuer ist seit Januar wieder auf ihrem alten Niveau. Zudem ist seit Anfang 2021 eine Abgabe von 25 Euro je Tonne ausgestoßenem Kohlendioxid (CO2) fällig, das beim Verbrennen von Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas entsteht. Das lässt die Preise fürs Heizen und Tanken nach oben klettern. Insgesamt verteuerten sich Kraftstoffe im April 2021 um 23,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

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Eine weitere Ursache für die hohen Benzinpreise ist laut ADAC der Anstieg der Rohölpreise. In diesem Jahr sind Rohstoffe aller Art deutlich teurer geworden. Die Einfuhrpreise für Rohöl haben sich den Angaben zufolge im März im Vergleich zum Vorjahresmonat mehr als verdoppelt und liegen wieder auf Vorkrisenniveau. Im März 2020 war die weltweite Nachfrage nach Rohöl infolge der Pandemie deutlich zurückgegangen, was zu einem Preisverfall führte.

Zuletzt haben die Spritpreise allerdings nur noch langsam angezogen. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt kostete Superbenzin der Sorte E10 am Dienstag 1,489 Euro, wie der ADAC mitteilte. Das sind 0,9 Cent mehr als vor einer Woche und 2 Cent mehr als Mitte März. Diesel lag am Dienstag im Schnitt bei 1,339 Euro - das ist ein Cent mehr als vor einer Woche und 1,4 Cent mehr als Mitte März.

Scholz und Scheuer gegen weitere Spritpreis-Erhöhungen

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat sich gegen weiter steigende Benzinpreise ausgesprochen. "Wer jetzt einfach immer weiter an der Spritpreisschraube dreht, der zeigt, wie egal ihm die Nöte der Bürgerinnen und Bürger sind", sagte Scholz der Bild vom Donnerstag (3. Juni 2021). Ein immer höherer CO2-Preis sorge "nicht für mehr Klimaschutz, sondern nur für mehr Frust".

Grünen-Chefin Annalena Baerbock war zuvor für eine Benzinpreis-Erhöhung von insgesamt 16 Cent eingetreten. Ein Teil davon sei schon erfolgt: "6 Cent Preiserhöhung gab es jetzt zum Jahresbeginn, weil erstmalig auch ein CO2-Preis auf Benzin eingeführt worden ist. Wir sagen, dass das schrittweise weiter angehoben werden muss auf die 16 Cent, die (ihr Co-Vorsitzender) Robert Habeck erwähnt hat", hatte die Kanzlerkandidatin am Sonntagabend Bild gesagt.

Dafür wurde sie bereits von mehreren Seiten kritisiert, unter anderem von den Linken. CSU-Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sagte der Bild: "Es geht nicht, dass die Preise immer weiter nach oben gehen." FDP-Fraktionsvize Stephan Thomae forderte gegenüber der Zeitung eine Benzinpreisbremse.

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