Offenbach am Main
Wettervorhersage

Phänomen Wetter: Wie entstehen Vorhersagen - und warum sind Warnungen oft falsch?

Im Radio wird für den kommenden Abend vor starkem Regen, Gewittern und Hagel gewarnt. Also sagt man den Grillabend ab und packt die Regenjacke ein. Und dann scheint den ganzen Tag die Sonne. Im Nachbardorf schaut es aber schon wieder ganz anders aus. Wie kann das sein? Wer ist überhaupt für die Wettervorhersagen verantwortlich?
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Wettervorhersagen warnen uns rechtzeitig vor möglichen Unwettern. Wie kommen die Prognosen zustande und was gilt es zu beachten? Foto: Bernd Schieber
Wettervorhersagen warnen uns rechtzeitig vor möglichen Unwettern. Wie kommen die Prognosen zustande und was gilt es zu beachten? Foto: Bernd Schieber

Fast jeder überprüft regelmäßig das Wetter: Nehme ich morgen das Auto oder das Rad? Wie muss ich mich anziehen? Soll es regnen oder wird es nochmal richtig warm? Die Antworten auf diese Fragen haben große Auswirkungen auf unseren Alltag. Doch wie kann man das Wetter vorhersagen und wieso sind Warnung teilweise ganz falsch? Diese Fragen beantworten wir hier.

Wer beobachtet eigentlich das Wetter?

Die zentrale Stelle für Wettervorhersagen in Deutschland ist der Deutsche Wetterdienst (DWD). Dieser gehört zum Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Der DWD erklärt, dass sie als zentrale Stelle für Wetter- und Klimainformationen tätig sind. Zusätzlich sind sie für die frühzeitige Warnung vor Wetterlagen zuständig, die für die Öffentlichkeit gefährlich werden könnten. Die Beobachtung und Analyse des Wetters für Luft- und Seeschifffahrt gehören ebenfalls zu den Aufgaben des DWD.

Ihre Informationen und Prognosen leiten die Meteorologen des DWD anschließend an Fernsehen, Radio, Zeitungen und Einsatzkräfte weiter, damit die Bevölkerung schnell über das Wetter der kommenden Tage informiert werden kann.

Um frühzeitig Wetterereignisse erkennen zu können betreibt der DWD neben seiner Zentrale in Offenbach am Main ein gewaltiges Netz aus größeren und kleineren Messstellen in ganz Deutschland. So können sie ständig das aktuelle Wetter in Deutschland verfolgen und voraussagen.

Freiwillige Wettermesser aus der Bevölkerung

Besonders interessant: Viele der etwa 1800 regionalen Messstellen des DWD werden ehrenamtlich von ganz normalen Bürgern betreut. Manche machen das schon seit Jahrzehnten und erfassen täglich die Niederschlagsmenge, Temperaturen und andere Wettervorkommnisse.

Was alles zur Dokumentation dazu gehört und welche Auswirkungen das auf den privaten Alltag hat, erklärte Familie Michelsen inFranken.de:

 

Wie entstehen die Vorhersagen?

Neben der Auswertung der Daten aus ganz Deutschland verfolgen die Mitarbeiter des DWD auch das Wetter außerhalb Deutschlands. Dafür arbeitet der DWD mit vielen anderen Ländern zusammen. So können die Daten aus aller Welt erfasst und analysiert werden.

In gewaltigen Rechenzentren werden die Daten gesammelt und automatisch zusammengeführt. Anhand bestimmter Rechenbeispiele können Computer verschiedene wahrscheinliche Wetterszenarien für die nächsten Tage berechnen. Diese Informationen werden anschließend von den Meteorologen ausgewertet. So können Warnungen bis zu fünf Tage vorher angekündigt und verfolgt werden.

Ab wann wird eine Wetterwarnung ausgesprochen?

Dabei spricht der DWD Warnungen vor Niederschlag (Regen, Hagel, Schnee, Glätte), Wind, Gewitter, Nebel und Temperatur aus. Um einzustufen, wie stark ein Wetterereignis wird, haben die Meteorologen ein Stufensystem mit speziellen Werten entwickelt. So spricht man beispielsweise von einem starken Gewitter der Stufe zwei, wenn auch mit Sturmböen, schweren Sturmböen, Starkregen oder Hagel zu rechnen ist.

Die genauen Stufen und Unwetterbezeichnungen findet man hier.

Grundsätzlich kategorisiert der DWD die Unwetter in vier Abstufungen, die immer mit bestimmten Farbtönen versehen sind: Wetterwarnung (Gelb), Warnung vor markantem Wetter (Ocker), Unwetterwarnung (Rot), extremes Unwetter (Violett).

Auch inFranken.de informiert Sie mithilfe dieser Farben immer zeitnah über das aktuelle Wetter in Franken.

 

 

Wie kommt es zu den teils falschen Wettervorhersagen?

Bei ihren Wettervorhersagen berufen sich die Meteorologen auf die weltweiten Wetter-Daten. Gepaart mit der jahrelangen Erfahrung können sie lang- und kurzfristige Prognosen ableiten. So werden auch Wetterwarnungen erkannt und herausgegeben. Dabei können sie, je näher ein Wetterereignis kommt, genauere Aussagen über das zeitliche und örtliche Auftreten geben.

In einem Video erklärt der DWD ausführlich, wie es zu Wettervorhersagen kommt:

 

 

Doch häufig kommt es ja ganz anders, als es gemeldet wurde. Dem DWD ist das Problem bekannt - und sie erklären die Fehler so: "Es liegt in der Natur der Wettervorhersage, sogar eher selten exakt richtigzuliegen. In unserer Atmosphäre laufen hochgradig nicht-lineare Prozesse ab, die auch mit dem Wort "chaotisch" beschrieben werden."

Gerade bei Unwetterwarnungen können hier Unsicherheiten entstehen, denn der DWD warnt grundsätzlich nur für ganze Landkreise. Da diese allerdings meist recht groß sind, kann natürlich auf der einen Seite des Landkreises komplett anderes Wetter sein, als ein paar Dörfer weiter. Ganz konkret lautet es hierzu: "Wir warnen davor, dass irgendwo in einem Landkreis ein meteorologisches Ereignis eintritt, welches potenziell eine gewisse Gefahr darstellt".

Also gilt: Vorsorge ist immer besser. Denn lieber ist man auf ein Unwetter vorbereitet, das dann gar nicht kommt, als dass einem der Grillabend überraschend ins Wasser fällt.

 

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