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Eiskratzen, Lackpflege, Nässe vermeiden- die richtige Autopflege im Winter

Die eisigen Temperaturen setzen nicht nur den Menschen zu. Auch Autos brauchen bei der Kälte Vorsorge und Pflege: Hier die wichtigsten Tipps.
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Wie mache ich mein Auto winterfit? Was muss ich beachten? Symbolfoto: Jan Woitas, dpa
Wie mache ich mein Auto winterfit? Was muss ich beachten? Symbolfoto: Jan Woitas, dpa
Winter in Deutschland und die Temperaturen sinken auf eisige Minusgrade. Ein Härtetest nicht für Menschen - gerade Autos werden vom Wetter stark in Mitleidenschaft gezogen. Wie man sein Auto winterfest macht, wie man es trocken hält, wie man es aufwärmt, was erlaubt ist und was nicht, dafür haben wir hier die besten Tipps.


Auto im Winter: Eis kratzen, Auto vom Schnee freiräumen

Nervig, aber wichtig: Die Autoscheiben vom Eis frei kratzen und vom Schnee befreien. Sonst riskiert der Autofahrer schlechte Sichtverhältnisse und ein Bußgeld. Noch schlimmer: Wird dadurch ein Unfall verursacht, haftet der Fahrer.
Bei Lkws ist das Nicht-Entfernen von Eis und Schnee sogar sehr gefährlich. Das zeigen laut Polizei die Unfallzahlen. So kommt es immer wieder zu herabfallenden Eisplatten auf Autobahnen.
Wer nicht kratzen möchte, sollte sein Fahrzeug abdecken, dann frieren die Scheiben gar nicht erst zu. Planen und Folien zum Abdecken gibt es schon ab 10 Euro. Doch die Zeitersparnis am Morgen muss man am Abend wieder ausbaden, denn die Plane muss befestigt werden und das kann auch dauern.

Wer lieber kratzt, sollte auf die Beschaffenheit des Eiskratzers achten. Gute Kratzer sind aus stabilem Kunststoff, besitzen eine Sägezahnkante zum Entfernen von dickem Eis und haben eine glatte Eisschabekante. Gut ist auch eine Gummilippe zum Entfernen von Wasserfilmen oder ein Besen, um den Schnee wegzukehren.

Abzuraten ist davon, andere Gegenstände wie CD-Hüllen und Scheckkarten zweckzuentfremden. Denn danach sind Hüllen und Karten oft kaputt und im schlimmsten Fall ist auch die Scheibe zerkratzt.


Motor warmlaufen lassen ist nicht erlaubt

Um das Kratzen zu umgehen, lassen viele auch einfach den Motor des Autos laufen. Doch das ist nicht erlaubt: Das Warmlaufenlassen des Motors im Stand verstößt gegen Paragraph 30 der Straßenverkehrsordnung. Ein Bußgeld in Höhe von 10 Euro kann die Folge sein.

Darauf weist der Tüv Thüringen hin. Um für die verpflichtende freie Rundumsicht vor Fahrtbeginn zu sorgen, müssen die Autofahrer beim Eiskratzen den Motor ausgeschaltet lassen.

Das Warmlaufen sei außerdem technisch nicht erforderlich und belaste die Umwelt unnötig. Wer im Winter gern im warmen Wagen starten möchte, sollte sich überlegen, eine Standheizung nachzurüsten, rät der Tüv Thüringen.


Auto im Winter: Winterreifen

Winterreifen sollten bei eisigen Temperaturen eigentlich schon längst montiert sein.


Autobatterie ist der Hauptgrund für Pannen im Winter

Nach Angaben des ADAC ist die Autobatterie Pannengrund Nummer 1 im Winter. Der Automobilclub empfiehlt, dass sie unbedingt gecheckt werden sollte, wenn sie bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt nur noch müde durchdreht. Eventuell muss sie ersetzt werden.


ADAC-Test: Startbooster zum Überbrücken

Startbooster erfreuen sich laut ADAC immer größerer Beliebtheit. Die tragbaren Geräte mit Lithium-Technik sind oft kaum viel größer als eine Zigarettenschachtel. Man kann sie bei ungünstigen Platzverhältnissen einsetzen oder wenn ein herkömmliches Überbrückungskabel nicht zur Hand ist. Der ADAC hat sieben Geräte bis 150 Euro hinsichtlich Sicherheit, Handhabung, Verarbeitung und Funktionalität getestet - mit durchwachsenen Ergebnissen.

Bei sommerlichen bis herbstlichen Temperaturen funktionierten die Geräte gut. Ab Temperaturen von null Grad oder darunter gaben sie nicht mehr die von den Herstellern angegebenen Ströme ab. Kein Starthelfer erfüllte die Herstellerangaben bei minus 18 Grad.

Der ADAC rät dazu, die Booster möglichst nicht bei niedrigen Temperaturen zu lagern und sich genau an die Herstellerangaben zu richten. Generell sollte man nur Starthilfe geben, wenn ein Pannenfahrzeug oder eine Batterie keinen Defekt hat. Ist man unsicher, sollte man stets einen Experten oder eine Werkstatt fragen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass der Motor nach einem Kaltstart während der Fahrt ausfällt. Das steigert das Unfallrisiko.
Getestet wurden die Modelle "Starthilfe" von Dino, "5in1" von Afendo, den "LI400A" von Pro User, "GB30" von Noco, die "Powerbank" von Xlayer, "Power Pack" von APA und "MPB90" von Kunzer. Drei Booster fielen bei der Kurzschlussfestigkeit durch. Durch die fehlende Schutzeinrichtung gingen sie im Test "stark qualmend" kaputt, erklärt der ADAC. Eine gute Gesamtnote vergab er den Boostern von Dino, Afendo und Pro User. Der Booster von Noco schnitt "befriedigend" ab.


Autofahren im Winter: Auf was man beim Lack achten muss

Um den Autolack nach der Autowäsche zu schützen, rät der ADAC ein Hartwachs mit der Hand aufzutragen. Das biete Schutz vor dem Streusalz.


Frostschutz in der Scheibenwaschanlage

Gute Sicht ist gerade bei frostigem Schmuddelwetter wichtig! Nach dem Auffüllen mit Winter-Scheibenreiniger die Anlage so lange betätigen, bis sich die Mischung über Pumpe und Leitungen bis hin zu den Düsen verteilt hat.

ADAC-Wintertipp: Nach dem abendlichen Auto-Abstellen Wisch/Waschanlage kurz laufen lassen! Scharfkantige Streumittel-Reste, am nächsten morgen mit Eiskratzer und kräftiger Hand über die Scheibe geschoben, können durchaus Kratzer auf dem Glas verursachen.


Winter: Wie das Auto trocken halten?

Häufig kommt es auch vor, dass Scheiben im Winter beschlagen oder vereisen, so dass man Feuchtigkeit im Innenraum des Wagens hat. Hier ein paar Tricks, um das zu verhindern:

Beschlagene Autoscheiben am besten mit einem Lederlappen oder -schwamm trocken reiben. Wer Türdichtungen einfettet, kann verhindern, dass Feuchtigkeit eindringt. Geeignet sind Vaseline, Hirschtalg oder Silikonspray.

Um die Nässe im Wageninneren zu binden, kann man auf einfach Hausmittel zurückgreifen. Eine Schale Kaffeepulver auf der Armatur oder Katzenstreu in einer Socke entziehen über Nacht der Luft die Feuchtigkeit.

Die Luftfilter im Wagen müssen regelmäßig ausgetauscht werden. Sind sie verschmutzt, kommt weniger Luft durch, so dass die Scheiben schneller beschlagen.

Viel Nässe im Auto kommt mit den Schuhen herein. Da kann eine Zeitung auf der Fußmatte gute Dienste leisten. Sind die Matten sehr nass, sollte man sie zu Hause trocken.



Den Räum- und Streudienst nicht überholen

Der ADAC empfiehlt, Räum- und Streufahrzeuge nicht zu überholen, denn vor ihnen ist die Fahrbahn häufig gefährlich glatt. Zudem bringt das Überholen in der Regel keinen Zeitvorsprung, denn vor dem Schneepflug fährt man auf ungeräumter Fahrbahn und muss spätestens dann das Tempo wieder drosseln. Lieber: Platz machen, zurückhaltend fahren und auf keinen Fall durch riskantes Überholmanöver die Arbeit des Schneepflugs behindern. Wer zu nah auffährt, wird mit Salz und Schnee bespritzt. mit dpa
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