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Schadensregulierung nach dem Unfall

Bei einem nicht selbst verschuldeten Verkehrsunfall besteht das Recht auf Schadensersatz
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Foto: snowing12 - stock.adobe.com
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Es ist Winter, die Straßen sind nass, verschneit oder vereist. Damit steigt natürlich auch das Unfallrisiko. Im Feierabendverkehr auf dicht befahrenen Straßen kann der ein oder andere Auffahrunfall schneller passieren als einem lieb ist.

Wer durch einen Unfall einen Schaden am Fahrzeug erlitten hat, sollte einen Gutachter hinzuziehen, um die genaue Beschädigung ermitteln zu lassen. Ein Gutachter bzw. Sachverständiger ist wichtig, um den Schaden beweisen zu können, wenn es zu einer Auseinandersetzung mit der gegnerischen Versicherung kommt. Natürlich wird ein Gutachter auch eingeschaltet, um den Anspruch auf Schadensersatz geltend zu machen. Primär gilt, dass der Anspruch auf Schadensersatz besteht, wenn man den Unfall nicht verursacht hat. Die gegnerische Haftpflichtversicherung ist in diesem Fall dazu angehalten, für den Schaden aufzukommen.

Bei der Wahl eines Gutachters sollte man sich nicht auf den vorgeschlagenen Gutachter der gegnerischen Versicherung verlassen. Dieser hat natürlich das Ziel, den Schaden so gering wie möglich zu beurteilen. Aus diesem Grund ist es wichtig, einen unabhängigen Gutachter einschalten. Dieser sollte allerdings ein öffentlich bestellter und vereidigter Gutachter sein, er sollte eine Zertifizierung inne haben sowie einem unabhängigen Berufsverband angehören.

Die Kosten für einen Gutachter sind anhand des monetär entstandenen Schadens zu bemessen. Je komplexer der Schaden, desto höher sind in der Regel die Kosten. Diese trägt die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers - allerdings nicht bei einem Bagatellschaden. Ansonsten berechnen sich die Kosten anhand eines prozentualen Anteils des Schadens.

Bagatellschaden - kein Fall für den Gutachter

Handelt es sich letztlich nur um einen Bagatellschaden, so ist kein Gutachter nötig, da die Haftpflichtversicherung kein Gutachten verlangt. Ein Bagatellschaden liegt vor, wenn nur die Oberfläche des Lacks bzw. das Blech beschädigt ist. Das beinhaltet Kratzer, Dellen oder Schrammen. Generell gilt, dass ein Bagatellschaden den Wert des Autos nicht nachhaltig beeinflusst, da sich eine Reparatur nicht spürbar negativ auf den Wiederverkaufswert auswirkt. Doch auch hier gibt es Ausnahmen, weil es immer darauf ankommt, um was für ein Auto es sich handelt.

Der Gesetzgeber hat keine feste monetäre Bagatellschadensgrenze festgelegt. Allerdings hat sich aus einem Urteil des Bundesgerichtshof im Jahr 2004 ein Wert von 700 Euro ergeben. Was darüber hinausgeht, wird in der Regel nicht als Bagatellschaden gewertet. Die 700 Euro besitzen allerdings keine Allgemeingültigkeit. Es gibt durchaus Gerichte, die die Grenze höher setzen.

Reparaturschaden - Reparatur ist wirtschaftlich sinnvoll

Wenn es bei einem Unfall zu mehr als nur einer Schramme oder einem Kratzer kommt, fallen Begriffe wie Totalschaden oder Reparaturschaden. Ein Reparaturschaden ist das Gegenteil eines Totalschadens - das heißt, die Schäden am Auto können repariert werden und lohnen sich auch im Hinblick auf den Wiederbeschaffungswert eines Fahrzeugs. Der Reparaturschaden beläuft sich monetär auf die Summe, die der geschädigten Person ausgezahlt werden, um das Auto zu reparieren. Die Kosten der Reparatur sind bei einem Reparaturschaden natürlich niedriger als die Wiederbeschaffung eines neuen Autos. Gut zu wissen: Der Restwert des Autos nach dem Unfall spielt hierbei keine Rolle. Bei einem Reparaturschaden sind die Betroffenen nicht dazu verpflichtet, die Auszahlung sachgebunden zu verwenden.

Wirtschaftlicher und technischer Totalschaden

Von einem Totalschaden spricht man, wenn der Schaden am Auto technisch nicht mehr behoben werden kann oder es sich aus wirtschaftlichen Gründen einfach nicht mehr lohnt. Hierbei lässt sich nochmals in einen technischen und einen wirtschaftlichen Totalschaden differenzieren. Der technische Totalschaden macht es unmöglich, das Auto durch eine Reparatur in den vorherigen technischen Zustand zurückzuversetzen.

Von einem wirtschaftlichen Totalschaden ist dagegen die Rede, wenn die Autoreparatur teurer wird als eine Wiederbeschaffung des Autos.

Melissa Hiller

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