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E-Mobilität

Sauber unterwegs

Hybrid, Wasserstoff, Voll-Stromer und Co: Alternative Antriebe im Vergleich
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Foto: rh2010 - stock.adobe.com
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Die Uhr tickt. Weil die Umwelt leidet und das Erdöl knapp wird, gilt der klassische Verbrennungsmotor mit seinen Brennstoffen als Auslaufmodell. Allgemeinen Zögerlichkeiten zum Trotz stehen alternative Antriebe in den Startlöchern oder sind sogar schon länger unterwegs: Innovative Technologien und neue Energie-Formate helfen dabei, den Verbrauch von Benzin und Diesel zu reduzieren. Dass auch bei den aktuell favorisierten Methoden kontrovers debattiert wird, liegt buchstäblich in der Natur der Dinge. Vor- und Nachteile zeigen sich ohnehin oft subjektiv: Bei Interesse an attraktiven Alternativen empfiehlt sich ein akribischer Check der individuellen Lebensbedingungen. Und rege Diskussion mit Anbietern und Ex perten.

Kraftstoff plus: Die E-Hybriden

Bei der Kombi aus Verbrennungsmotor und elektrisch angetriebenem System kann der Fahrer wählen, welchen Modus er für welche Strecke nutzt und wie viel Brennstoff energetisch ersetzt werden soll. Und: Das Mix-Prinzip ist in unterschiedlichen Versionen zu haben. Beim Vollhybrid steht zum Beispiel ein mit Kraftstoff angetriebener Motor einem elektrischen System gleichwertig gegenüber. Er kann mit einem komplett leeren Tank und ohne CO2-Emission bewegt werden. Beim Mild-Hybrid lässt sich der Verbrennungsmotor nur von einem Elektroantrieb unterstützen: Dieser Elektroantrieb ist nicht so groß und nicht so leistungsstark und arbeitet deswegen ausschließlich als kompakter Stromspeicher, für die Energierückgewinnung beim Bremsen und für die Start-Stopp-Automatik. Der Mikro-Hybrid elektrisiert dagegen ausschließlich die Start-Stopp-Automatik. Interessant ist laut Profis die Rückführung von Energie beim Bremsen in den Starter-Akku: Diese Rekuperation ermöglicht ein Recycling der energetischen Verluste beim Bremsen. Der Plug-in-Hybrid wiederum wird auch Steckdosen-Hybrid genannt und setzt auf Minimal-Kooperation. Bei dieser Variante steht der Verbrennungsmotor zur Aufladung des Elektro-Akkus zur Verfügung: Kurze Strecken können dann langsam rein elektrisch zurückgelegt werden.

Komplett elektrisch: Der Voll-Stromer

Alleinunterhalter mit Best-Bilanz: Leise und ohne Emissionen beim Betrieb gilt das reine E-Fahrzeug als Synonym für nachhaltige Umweltfreundlichkeit. Wird der notwendige Strom dabei auch noch aus regenerativen Energiequellen gezapft, gilt auch die Erzeugung als vorbildlich sauber. Vorteile außerdem: Niedrige Betriebskosten und ausreichend Energie für urbane und auch ländliche Kurzstrecken-Vielfahrer. Diskussionspunkte: Die Batterie und ihre Eigenschaften, das nur langsam wachsende Ladenetz und die verhältnismäßig geringe Reichweite von durchschnittlich 300 Kilometern, die aber sowohl für urbane als auch ländliche Kurzstrecken-Vielfahrer ohnehin irrelevant ist. In den Autoländern China und USA werden bereits pro Jahr mehrere hunderttausend Fahrzeuge verkauft.

Wasserstoff und Wasserstoff plus

Das Wasserstoff- oder Brennstoffzellen-Auto arbeitet ebenfalls mit einem E-Motor. Statt einer Batterie ist jedoch Wasserstoff der hauptsächliche Energiespeicher: Mit der Brennstoffzelle produziert ein kleines Wasserstoffkraftwerk den Strom direkt im Fahrzeug - und braucht nur einen kleinen Akku als Puffer. Der Wasserstoff kann innerhalb von drei bis fünf Minuten getankt werden und offeriert mit über 500 Kilometern eine ziemlich hohe Reichweite. Statt Schadstoff-Emissionen tritt außerdem nur Wasserdampf aus. Die Schwierigkeit momentan: In Deutschland stehen nur wenige Wasserstofftankstellen zur Verfügung. Betanken ist zwar teurer als Strom und Diesel, aber kostenmäßig mit Benzin vergleichbar.

Komprimiert oder flüssig: Gasantriebe

Nachschub- oder Reichweitenproblematik: bei Gas-Autos Fehlanzeige. Als Kraftstoff dient wahlweise komprimiertes Erdgas oder sogenanntes Auto- oder Flüssiggas. Erdgas besteht hauptsächlich aus Methan und hat eine geringe Dichte: Damit die notwendige Energiemenge für den Antrieb erreicht wird, muss es auf 200 bar komprimiert werden. Eine Unterbringungs-Problematik hinsichtlich Tank gibt es übrigens nur bei Nachrüstung im Kofferraum, bei Serienfahrzeugen ist der Behälter eher platzsparend unterm Fahrzeugboden installiert. Autogas wiederum präsentiert sich als flüssiges Gemisch aus Butan und Propan, das als Benzinersatz verwendet werden kann. Auch so eine Anlage kann nachgerüstet werden. Weil der Gas-Mix allerdings nicht für alle Motoren passt, sind teilweise Misch-Systeme für Additive notwendig.

Klimafreundliche Treibstoff-Alternative: Biokraftstoffe

Bioethanol beispielsweise ist eine Form von Alkohol, wird aus Biomasse wie Weizen, Roggen oder Zuckerrüben gewonnen, verbrennt schwefelfrei, produziert weniger Schadstoffe und auch die Kohlendioxid-Emissionen sind niedriger. Die reine Form läuft unter der Bezeichnung E100, die aber nur in bestimmten Motoren eingesetzt werden kann. Üblicher ist die Mischung E85 - die übrigen 15 Prozent sind normales Benzin.

Biodiesel wird durch einen chemischen Prozess gewonnen - mit Rohstoffen aus pflanzlichen Ölen oder tierischen Fetten. In Europa Rapsöl, in den USA Sojaöl, in Asien Palmöl: überall wenig Kohlendioxid-Belastung bei Herstellung und Verbrauch und sehr wenig Schwefeloxide, aber trotzdem Dispute wegen diverser Begleiterscheinungen. Übrigens: Aufgrund seiner guten Verbrennungseigenschaften wurde auch Pflanzenöl eine Zeit lang als alternativer Kraftstoff für Dieselfahrzeuge erwogen. Während bei Biodiesel die Öle so umgewandelt werden, dass sie direkt im Motor verwendet werden können, erfordert Pflanzenöl eben doch eine technische Anpassung des Motors.

Tipps

• Der Staat fördert alternative Antriebe und Kraftstoffe auf unterschiedliche Art und Weise. Recherchieren lohnt.

• Bei den Antriebs-Alternativen niemals nur auf Anschaffungskosten fokussieren. Oft niedrigere Betriebskosten mitkalkulieren.

• Des einen Minus, des anderen Plus: Persönliches Nutzer-Profil checken.

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