Franken

Keine Eigenregie bei der Elektronik

Die vernetzte Elektronik in Autos erschwert Reparaturen - besser gleich die Werkstatt aufsuchen
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Was der Autobesitzer selbst tun kann, wie etwa Scheibenwaschwasser nachfüllen, steht in der Betriebsanleitung des Wagens. Sonst gilt: Besser kein Sicherheitsrisiko eingehen!  Foto: TÜV Süd
Was der Autobesitzer selbst tun kann, wie etwa Scheibenwaschwasser nachfüllen, steht in der Betriebsanleitung des Wagens. Sonst gilt: Besser kein Sicherheitsrisiko eingehen! Foto: TÜV Süd

Schnell mal die Glühbirne austauschen, eine neue Batterie einsetzen oder den Vergaser wechseln: Was der mechanisch interessierte Autobesitzer früher selbst tun konnte, ist in Zeiten der Elektronik schwieriger geworden. Die Richtung der Digitalisierung geht bis hin zum autonomen Fahren, jüngst geriet dabei insbesondere der tödliche Uber-Unfall eines selbstfahrenden Autos in den USA in die Schlagzeilen. Für den Laien bedeutet dies leider: Vorbei sind die Zeiten, in denen in Ruhe und mit Erfolg am eigenen Wagen herumgeschraubt werden konnte.


Elektronik statt Mechanik

Die Bauteile sind heutzutage immer vernetzter. Wird eines ausgetauscht, kann es passieren, dass ein anderes nicht mehr funktioniert. Dietmar Clysters, Obermeister und Pressesprecher der Kfz-Innung Rhein-Neckar-Odenwald, gibt in der Deutschen Handwerkszeitung zu bedenken, dass beim Wechsel der Starterbatterie, einer bislang einfach anmutenden Aufgabe, technische Probleme auftreten können. Bei manchen Autos müssen anschließend die Fensterheber oder der elektronische Zündschlüssel neu programmiert werden. Auch der Austausch von Glühbirnen gestaltet sich bei Xenon-Lichtern als äußerst gefährlich, da sehr hohe Spannungen verbaut sind. Clysters zählt die Prüfung des Luftdrucks, Wasser- und Ölstandes als Tätigkeiten auf, die von den Wagenbesitzern problemlos selbst erledigt werden können. Wie genau dies funktioniert und wo sich die Behälter befinden, ist in der Betriebsanleitung des jeweiligen Modells beschrieben.


Besser Vorsicht als Nachsicht

Oft werden kleinere Reparaturen selbst ausgeführt, um Kosten zu umgehen. Wird in den neueren Modellen jedoch die Elektronik beschädigt, muss in der Werkstatt nachjustiert werden und der Autobesitzer im schlimmsten Fall mehr zahlen, als wenn er den Handgriff gleich den Fachleuten überlassen hätte. Die Kfz-Innung Oberfranken räumt mit dem Vorurteil auf, dass ein Werkstattbesuch automatisch teuer ist: Bei regulären Wartungen und Inspektionen können die Experten die Ausgaben bereits einschätzen, Reparaturen werden über einen Kostenvoranschlag festgelegt. Ein anderer Tipp ist, im Vorfeld schriftlich ein Preislimit zu setzen. Sollten während der Reparatur weitere Kosten anfallen, kontaktiert die Werkstatt den Fahrer, bevor diese Grenze überschritten wird. Vor allem, wenn es um die Sicherheit geht, sollte keinerlei Risiko eingegangen werden. Reparaturen an den Bremsen etwa, sollten mit oder ohne Elektronik unbedingt von Sachverständigen ausgeführt werden.
Iris Müller

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