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Naht das Ende des Verbrennermotors? Diese 6 großen Autohersteller ziehen mit - was das bedeutet

Das Aus für den Verbrennermotor? Seit über 150 Jahren treiben Benzin und Diesel unsere Autos an, aber jetzt scheint eine Ära zu Ende zu gehen.
Autos, wohin man schaut.
Autos, wohin man schaut. Foto: CC0 / Pixabay / niekverlaan
  • Eine kurze Geschichte des Verbrennermotors
  • Wie sieht seine Zukunft aus?
  • Was kommt danach?

Seit über 150 Jahren ist er die Hauptantriebskraft im Individualverkehr. Der Verbrennermotor. Seit seiner Erfindung im Jahr 1860 durch den Österreicher Christian Reithmann folgte ein Siegeszug. Bereits 1863 fährt der belgische Erfinder Étienne Lenoir in seinem „Hippo­mobile“ neun Kilo­meter von Paris nach Joinville-le-Pont und zurück, angetrieben mit einem Treibstoff auf Terpentinbasis. 1876 schließlich wurde der erste Serien-Ottomotor produziert. Mit der ersten großen Fahrt durch Berta Benz über eine Strecke von 104 Kilometern wurde der Beweis angetreten, dass dieser Motor zuverlässig war. Heute sind Verbrennermotoren eigentlich kaum wegzudenken. Millionen Autos, Lastwagen und andere Gefährte werden durch ihn angetrieben. Wurde in den letzten Jahrzehnten das Ende des Verbrenners immer mit dem Ende des Ölzeitalters prognostiziert, gilt heute allerdings der Klimawandel als der Umstand, der den Verbrennermotor verstummen lassen wird.

Stirbt der Verbrennermotor aus? Was sagt die Automobilindustrie dazu?

Zum 1. Januar 2021 waren in Deutschland rund 59 Millionen KfZ zugelassen. Dabei waren Benziner mit 65,2 Prozent und Dieselfahrzeuge mit 31,2 Prozent dominierend. Reine Elektrofahrzeuge schlugen zu diesem Stichtag mit 0,6 Prozent und Hybridangetriebene Fahrzeuge mit 1,1 Prozent zu Buche. Dies zeigt eindeutig, dass der Verbrennermotor immer noch den Hautanteil darstellt. Dennoch läuten einige Regierungen und auch Automobilhersteller das Ende des Verbrenners ein.

In mehreren europäischen Staaten wurden bereits Fahrpläne zum Verbot des Verbrennermotors und auch des Verkaufs von fossilen Treibstoffen beschlossen. So werden beispielsweise in Schweden bereits ab 2030 keine benzin- oder dieselangetriebene Neufahrzeuge mehr zugelassen, ebenso in Irland. Finnland folgt 2035, ein Verkaufsverbot für fossile Brennstoffe ist für 2045 vorgesehen, Frankreich verbietet die Neuzulassung ab 2040, ebenso das Vereinigte Königreich. In Deutschland ist ein solches Gesetz momentan nicht in Sicht. Hier sind sich die Parteien nicht einig, auch was mit den noch zugelassenen Fahrzeugen geschehen soll, ist noch völlig offen. 

Doch auch einige Automobilhersteller haben bereits das "Aus" für den Verbrenner angekündigt. So läutet Hyundai in Europa ab 2035 das Ende ein, Fiat hat sich das Ziel gesetzt, bereits ab 2030 keine Verbrenner mehr im Programm zu haben. Bei Audi wird der Ausstieg schrittweise erfolgen, das endgültige Ende ist auch hier für 2035 geplant. Volvo will 2030 komplett auf Elektroantriebe umstellen. Auch andere Hersteller haben Pläne diesbezüglich, dabei schwanken die Enddaten zwischen 2030 und 2045, teilweise werden auch nur Neuentwicklungen oder einzelne Baureihen davon betroffen sein.

Was folgt auf den Verbrennermotor? Und was bedeutet das für den Verbraucher?

Der Verbrenner hat eine lange Tradition. Viele Autofahrer sind über die Pläne der Regierungen und der Hersteller entsetzt. Ein Aus für diese Art der Motorisierung scheint für viele nicht vorstellbar zu sein. Bis dato ist es noch völlig offen, welche Art der Motorisierung in Zukunft die Kraftfahrzeuge antreiben wird. Auch wenn der Anteil der rein elektrisch betriebenen Fahrzeuge zunimmt und die Technologie sich stetig weiter entwickelt, so ist es keineswegs sicher, dass elektrisch betriebene Fahrzeuge unser Straßenbild bestimmen werden.

Neben diesen gibt es Wasserstoffbetriebene Fahrzeuge, auch wird an den sogenannten E-Fuels geforscht, welche klimaneutral verbrennen sollen. Alle Alternativen haben gegenüber den Verbrennern allerdings den großen Nachteil, dass die Infrastruktur, sprich Lade- oder Tankmöglichkeiten, bei weitem nicht so ausgebaut ist wie für die Verbrenner. Dies wird auch noch Jahre dauern und viel Geld kosten.

Und letztlich heißt es für den Verbraucher, dass Autofahren teurer werden wird. Bereits jetzt sind die Preise an den Tankstellen, nicht nur durch die hohen Rohölpreise, die, wenn man Analysten glauben möchte, noch weiter steigen werden, sondern auch durch die CO2-Abgabe auf Rekordhöhe. Da auch Strom und Gas immer teurer werden, ebenfalls bedingt durch die Abgabe und die geplante Abschaltung der Kohlekraftwerke, ist hier eine Entspannung nicht in Sicht. Autofahrer werden sich also weiterhin auf steigende Preise einstellen müssen.