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Auto im Winter

Autokiller in der Eiszeit: 5 fatale Fehler beim Anlassen des Autos im Winter

Nur bei Betriebstemperatur arbeiten Motoren sicher und langlebig. Wenn es im Winter schnell gehen muss, ist der Motorschaden oft nicht weit. Wie fahre ich ein kaltes Auto schonend warm und wo liegen Gefahren? 5 Fehler, die nahezu jeder Autofahrer in der kalten Jahreszeit kennen sollte.
 
Beim Autofahren im Winter führt unvorsichtiges Fahrverhalten schnell zu Motorschäden. 5 Fehler, die fast jedem passieren und 5 Hilfsmittel, die einem das Fahren in der Eiszeit leichter machen.
Beim Autofahren im Winter führt unvorsichtiges Fahrverhalten schnell zu Motorschäden. 5 Fehler, die fast jedem passieren und 5 Hilfsmittel, die einem das Fahren in der Eiszeit leichter machen. Foto: Skitterphoto/pixabay.com

Minusgrade und eisige Tage sind echte Schädlinge für Motoren. Autofahrer müssen sie im Winter darum möglichst sanft warmfahren. Aber wie genau geht das? Und woher weiß ich, wann mein Wagen seine Betriebstemperatur erreicht hat.

Auto im Winter: Bei Eis steigt Motorverschleiß

Die Physik hinter dem Kältetod für Autos ist in einem Satz erklärt: Mit jedem Grad weniger werden die Schmiermittel im Motor zähflüssiger und kommen nicht mehr an alle Stellen, um sie vor den heftigen Reibungen zu schützen. Wer sein Auto morgens mit hohen Drehzahlen und Vollgas zur Arbeit bewegt, fährt mit erhöhtem Verschleiß.

Motorschaden bei Kälte: Falsche Autobenutzung im Winter

Nicht selten kommt es bei unvorsichtiger Nutzung sogar zu schweren Motorschäden, wenn Metallteile ohne schützende Ölschicht gegeneinander arbeiten. Damit das ausgeschlossen ist, sollte man Motor und Getriebe nie mehr als nötig fordern. Da die Flüssigkeit im Winter deutlich kälter wird als im Sommer, dauert er entsprechend auch länger, bis die sichere Betriebstemperatur erreicht ist.

Viele zünden darum einfach im Stand ihren Motor, kratzen erst gar nicht die Scheiben frei, sondern warten ab, bis die Scheibenheizung und Lüftung den Job erledigt haben. Ein Ritual, das sich bei einem Großteil der Menschen eingebürgert hat, die nicht über eine Garage oder ein Carport verfügen. Doch da ist verboten. Wer den Motor auf diese Weise im Stand warmlaufen lässt, den erwartet ein saftiges Bußgeld. 

Für das produzieren von Lärm und unnötigen Umweltbelastungen durch Abgase gibt es nach der Straßenverkehrsordnung eine Geldstrafe in Höhe von 80 Euro. Laut Bußgeldkatalog versagt es die Straßenverkehrsordnung nämlich, den Motor unnötig laufen zu lassen. Dies betrifft auch unnötige Fahrten in Ortschaften, die etwa lediglich dazu dienen, das Eis auf den Scheiben loszuwerden. Hierfür sieht der Bußgeldkatalog eine Geldstraße von 100 Euro vor. Bis zum 27. April 2020 beliefen sich die beiden Geldstrafen auf die wesentlich geringeren Beträge von 10 oder 20 Euro. Doch nicht nur die StVO, sondern sogar das Landes-Immissionsschutzgesetz (LImSchG) kann bei den genannten Verhaltensweisen in Ausnahmefällen zur Anwendung kommen.

Motor im Stand laufen lassen: Schädlich für Auto und Umwelt

Für die meisten Autofahrer dürfte jedoch nicht das einmalige Bußgeld die schlimmste Konsequenz sein, sondern der erhebliche Schaden, der am Motor selbst entstehen kann. Nicht nur die Portokasse und die Umwelt werden belastet, sondern das Fahrzeug selbst wird in Mitleidenschaft gezogen, wenn der Motor im Stand laufen gelassen wird. Die Erklärung: Im Leerlauf verbrennt das Auto den Sprit nicht restlos, was zu folgenden Schäden am Fahrzeug führen kann: 

  • Kolbenfresser (hörbar anhand von Klapper- und Klopfgeräuschen kurz nach dem Motorstart) und Verschleiß der Nockenwelle bei regelmäßigem Laufenlassen des Motors zum Erwärmen des Innenraums und der Scheiben
  • Schäden am Katalysator
  • Starterprobleme beim Anlassen des Kfz
  • Motorschäden aufgrund der verringerten Motorschmierung im Kaltzustand

Auto im Winter richtig warmfahren: Wovon hängt die Betriebstemperatur ab?

Wie macht man es nun also besser für Umwelt, Geldbeutel und das Fahrzeug? Wann das Auto seine Lieblingstemperatur erreicht hat, ist neben der Außentemperatur abhängig von der Standzeit und dem Fahrzeugtyp. „Eine generelle Aussage zur Dauer des Warmfahrens ist nicht möglich“, erläutert Achmed Leser vom Tüv Thüringen. In vielen Autos kann man die Temperatur von Wasser und Öl ablesen.

Bei modernen Fahrzeugen lohnt ein Blick in die digitalen Menüs, wo diese Informationen oft unnötig gut versteckt sind. Manche Hersteller verzichten leider ganz darauf, den Fahrer über die Temperaturen im Motor zu informieren. „Im Normalfall sollten aber alle Flüssigkeiten spätestens nach 10 bis 15 Minuten ihre optimale Betriebstemperatur erreicht haben.“

Wie starte ich das Auto im Winter richtig?

  1. Erst Scheiben freikratzen, dann Motor zünden
  2. Vor dem Losfahren zunächst fünf bis fünfzehn Sekunden abwarten, damit das Motoröl an alle Stellen des Motors gelangen kann
  3. Nach Fahrtbeginn nicht in den höheren Drehzahlbereich rauschen
  4. Drehzahlen solange im niedertourigen Bereich (Benzinmotor: 2000 bis 2500 Umdrehungen; Diesel: eine Nuance weniger), bis der Motor warm ist
  5. Dazu die Temperatur des Kühlwassers (falls vorhanden auch des Motoröls) aufmerksam beobachten

Bequem durch die Eiszeit: 5 Hilfsmittel, die im Winter ins Auto gehören

  • Frostschutz: Dreck, der im Winter auf den Scheiben landet, ist hartnäckig und verschlechtert die Sicht teils in Sekundenschnelle. Um auch im Winter die Scheiben freihalten zu können, braucht es ausreichend Scheibenwischwasser mit Frostschutzmittel.
  • Alte Socken: Ja, richtig gelesen. Nicht etwa zum Warmhalten der eigenen Füße hilft die Strickware, sondern für einen simplen Trick, der am Morgen regelmäßig für Entspannung sorgt. Über die Außenspiegel gestülp, bleiben fällt die Kratzarbeit in den Morgenstunden weg und der Spiegel wird zusätzlich vor kleinen Kratzern und Beschädigungen geschützt.
  • Scheibenenteiser-Spray: Es klingt gemütlich, ist aber vor allem für weniger bewegliche, körperlich eingeschränkte oder ältere Menschen eine große Hilfe. Wem das Kratzen schwerfällt, kann seine Scheiben stattdessen auch einfach frei sprühen.
  • Wolldecke oder Schlafsack: Bei einer Panne unter 0 Grad kühlt man schneller aus, als man meinen möchte. Zumal, wenn man hinsichtlich der Kleidung nicht darauf vorbereitet ist, Stunden im Auto zu warten, oder am Straßenrand zu verbringen.
  • Isomatte statt Eiskratzer: Sie kann Wunder wirken. Ohne Garage und Carport ist sie ein günstiges, schonendes und überaus effektives Mittel, um die Scheiben eisfrei zu halten und beste Sicht zum Start der Fahrt zu garantieren