Deutschland
Verkehrssicherheit

Autofahrer aufgepasst: Tempo-Überwachung und mehr - diese Systeme sind ab Juli Pflicht

Autofahren soll ab 2022 sicherer werden. Um dieses Ziel zu erreichen, werden Mitte des Jahres verschiedene Sicherheits- und Assistenzsysteme in Neuwagen zur Pflicht. Durch einen Geschwindigkeitsassistenten soll beispielsweise die Tempo-Überwachung für Autofahrer ermöglicht werden. Ein Sensor checkt die Müdigkeit, ein anderer den Alkoholpegel.
Diese Sicherheitssysteme werden für Autofahrer ab Juli 2022 zur Pflicht
Neue Fahrzeuge sollen ab 2022 direkt dazu beitragen, den Verkehr sicherer zu machen. Verschiedene Sicherheitssysteme werden ab Juli zur Pflicht. Foto: pixabay/Symbolbild

Tempolimits durch Unachtsamkeit überschreiten - das soll in Zukunft nicht mehr möglich sein. Ein Geschwindigkeitsassistent wird ab Juli 2022 in Deutschland zur Pflicht. Ab dem 6. Juli dieses Jahres müssen neue Fahrzeugtypen, darunter fallen Pkw, Lkw, Transporter und Busse zwingend mit dem intelligenten Geschwindigkeitsassistenten ISA (Intelligent Speed Assistant) ausgestattet sein.

Dadurch soll der Straßenverkehr sicherer werden. Aber das ist nicht alles.

Tempo-Überwachung, Notbremsassistent & Co.: Diese Systeme werden zur Pflicht

Mitte 2022 greift eine neue EU-Verordnung, die vor allem der "allgemeinen Sicherheit und dem Schutz der Fahrzeuginsassen" dient. Das bedeutet: Bevor neue Fahrzeuge von den Regierungen genehmigt werden können, müssen sie bestimmte Assistenzsysteme vorweisen. Das gilt laut ADAC für die Typzulassung neuer Fahrzeuge durch die Hersteller, ab Juli 2024 dann für alle neu zugelassenen Fahrzeuge.

Aber der Geschwindigkeitsassistent ist nicht das einzige Sicherheitssystem das verpflichtend in neuen Fahrzeugen verbaut werden muss. Diese Assistenten sollen künftig im Straßenverkehr zum Alltag gehören:

  • Intelligenter Geschwindigkeitsassistent: überwacht die Geschwindigkeit und gibt Rückmeldung, wenn das Auto zu schnell fährt
  • Müdigkeitsassistent: warnt bei nachlassender Aufmerksamkeit des Fahrenden.
  • Rückfahrassistent: erkennt Personen und Gegenstände hinter dem Fahrzeug und warnt den Fahrenden.
  • Notbremsassistent: erkennt Gefahrensituationen und kann selbst Bremsung einleiten.
  • Notfall-Spurhalteassistent: erkennt, wenn das Auto die Spur verlässt und warnt. Das System kann bei Bedarf eingreifen.
  • Abbiegeassistent/Totwinkelassistent/Kollisionswarnsystem für Busse und Lkw: Die Systeme erkennen Fußgänger*innen und Radfahrer*innen, die sich in unmittelbarer Nähe der Vorder- oder Beifahrerseite des Fahrzeugs befinden, geben eine Warnung ab und können einen Zusammenstoß verhindern.

ISA-Funktion: Geschwindigkeitskontrolle für Autofahrer - zur eigenen Sicherheit und zum Schutz anderer

Der Geschwindigkeitsassistent ISA ist ein System, das verschiedene Sicherheitsassistenten miteinander verknüpft: Dazu gehören ein Tempobegrenzer, eine Verkehrszeichenerkennung sowie ein Tempomat. Das System erkennt über Kameras, Sensoren und digitale Karten, wenn du mit deinem Fahrzeug zu schnell unterwegs bist. Im Ernstfall kann ISA die Leistung des Motors drosseln oder sogar abschalten.

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Einige Beispiele: Wenn ein Fahrer in Waldgebieten trotz Wildunfall-Risiko zu schnell fährt oder zu schnell durch Spielstraßen donnert, wird der Geschwindigkeitsassistent ISA eingreifen. Durch verschiedene Signale kann das System den Autofahrer darüber informieren, dass er zu schnell unterwegs ist. Es werden dann Warntöne zu hören sein, ein Warnhinweis im Cockpit erscheinen oder der Verkehrsteilnehmer wird Gegendruck am Gaspedal spüren.

Aber es gibt auch Kritik am neuen System. Laut ADAC ist beispielsweise noch nicht sicher, ob ISA ausgereift genug ist, um in Fahrzeugen serienmäßig verbaut zu werden. Andere kritisieren, dass die Autolobby an der Konzeptionierung des neuen Systems stark mitgewirkt habe. Außerdem ist das System bei aller Sicherheit sehr leicht zu umgehen: Drückt der Autofahrer das Gaspedal ein bisschen fester, schaltet sich das System ab. Echte Kontrolle ist das also nicht. 

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