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Extremfall Freiheitsstrafe: Das passiert, wenn Sie bei Rot oder Gelb über die Ampel fahren

Ampeln sollen Kreuzungen sicherer machen - doch in der Eile neigen viele Verkehrsteilnehmer dazu, auch bei Gelb oder gar bei Rot noch über die Ampel zu fahren. Wer dabei erwischt wird, muss oft mit einem Bußgeld rechnen - übrigens auch schon bei Gelb. Bei schweren Vergehen droht sogar eine Freiheitsstrafe.
 
Ampel
Wer bei Rot über die Ampel fährt, riskiert eine Strafe. Aber auch bei Gelb kommt man nicht automatisch ungeschoren davon. Foto: WikimediaImages/pixabay.com

Wer es eilig hat, fährt gern noch schnell bei Gelb über die Ampel. Mit ein bisschen Glück bleibt das ohne Konsequenzen. Im schlechtesten Fall hingegen war die Ampel bereits auf rot - und hatte einen Blitzer installiert. 

Auch für Fahranfänger und Fahrradfahrer drohen Konsequenzen bei einem sogenannten "Rotlichtverstoß". Welche das sind, erfahren Sie hier im Überblick. 

Bei Gelb über die Ampel fahren kostet nichts? Doch!

Relativ milde fallen die Konsequenzen aus, wenn Autofahrer bei Gelb über die Ampel fahren - doch es  Grundsätzlich soll bei gelbem Signal vor der Kreuzung auf das nächste Zeichen gewartet werden - somit ist es in dem Fall nicht erlaubt, über die Ampel zu fahren. 

Hier gibt es jedoch eine Ausnahme: "Ist also über den Rückspiegel zu erkennen, dass der Hintermann sehr nah aufgefahren ist, so darf über die gelbe Ampel gefahren und die Kreuzung überquert werden, da Sie ansonsten einen Auffahrunfall riskieren", schreibt das Portal bussgeldkatalog.org. Ist es jedoch möglich, ohne zusätzliche Risiken anzuhalten, darf die Ampel nicht überfahren werden.

Ein Verstoß dagegen wird ebenfalls mit einem Bußgeld geahndet, das im Vergleich zum Überfahren einer roten Ampel jedoch recht niedrig ausfällt: Es liegt bei 10 bis 15 Euro und zählt damit zu den Verwarngeldern.

Bei Rot über die Ampel - im Extremfall droht die Freiheitsstrafe

Beim Überqueren einer roten Ampel müssen Autofahrer mit größeren Konsequenzen rechnen - hier drohen 90 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg. Das ist jedoch  nur die geringste Stufe - die Konsequenzen werden mit zunehmendem Strafbestand erhöht. Das passiert, wenn Sie bei "Rot" über die Ampel fahren und...

  • ... andere dabei gefährden: 200 Euro Bußgeld, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot
  • ... einen Sachschaden verursachen: 240 Euro Bußgeld, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot. Weitere Vergehen und Konsequenzen finden Sie im Bußgeldkatalog

Steht die Ampel mehr als eine Sekunde auf rot, handelt es sich um einen "Qualifizierten Rotlichtverstoß". Damit erhöhen sich die jeweiligen Bußgelder - auf bis zu 360 Euro, wenn dabei ein Sachschaden entsteht. Zudem droht neben zwei Punkten in Flensburg ein einmonatiges Fahrverbot. Je nach Tatbestand ist zudem ein Führerscheinentzug, sowie eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren möglich

Grundlage dafür bildet der Paragraf § 315 des Strafgesetzbuchs (StGB).  Darin heißt es unter anderem: "Wer im Straßenverkehr grob verkehrswidrig und rücksichtslos die Vorfahrt nicht beachtet [...] und dadurch Leib und Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft."  

"Rotlichtverstoß" bei Fahranfängern: Bußgeld und Aufbauseminar

Gerade Fahranfänger sollen sich im Straßenverkehr möglichst genau an die Verkehrsregeln halten. Vielen jungen Fahrern mangelt es noch an Erfahrung im Straßenverkehr, oft werden die eigenen Fähigkeiten überschätzt.  Ein Vergleich unter allen Unfallbeteiligten zeigt, dass 18- bis 24-jährige Fahrer häufiger an Alleinunfällen beteiligt sind, als ältere Fahrer. Das zeigt eine Statistik des ADAC

Um dem vorzubeugen und Fahranfänger zum sicheren Fahren zu animieren, fallen auch die Strafen beim Fahren über eine rote Ampel entsprechend hoch aus: Ein Bußgeld von mindestens 90 Euro, ein oder zwei Punkte in Flensburg und - im schlechtesten Fall - ein einmonatiges Fahrverbot.  

Das Überfahren einer roten Ampel wird als "schwerwiegender A-Verstoß" eingeordnet. Sollte es sich hier um den ersten Verstoß dieser Art während der Probezeit handeln, wird die Teilnahme an einem Aufbauseminar für Fahranfänger fällig. Zusätzlich verlängert sich die Probezeit um zwei Jahre. 

Bußgeld auch für Fahrradfahrer - wenn sie erwischt werden 

Doch nicht nur für Autofahrer gibt es einen Rotlichtverstoß - auch Fahrradfahrer müssen bei einem Vergehen mit Bußgeld rechnen.  Ein "einfacher Rotlichtverstoß" (Ampel war noch nicht länger als eine Sekunde auf "rot") zieht  60 Euro und einen Punkt in Flensburg mit sich. Kommt es außerdem zu einer Gefährdung, erhöht sich das Bußgeld auf 100 Euro, bei einem Unfall oder einer Sachbeschädigung auf 120 Euro.

Ein "qualifizierter Rotlichtverstoß" (Die Ampel war bereits länger als eine Sekunde auf rot) wird mit 100 Euro und einem Punkt geahndet. Inklusive einer Gefährdung sind 160 Euro fällig, bei einem Unfall oder einer Sachbeschädigung 180 Euro. Es gibt jeweils einen Punkt Flensburg. 

Allerdings gestaltet sich die Nachverfolgung bei Radfahrern schwieriger. Zwar können sie von den Ampelblitzern fotografiert werden, da Fahrräder jedoch keine Kennzeichen tragen, ist die Identifizierung des Fahrers kaum möglich. Wenn Radfahrer über eine rote Ampel fahren, erhalten sie also meist nur dann einen Bußgeldbescheid, wenn sie dabei von einem Polizeibeamten beobachtet wurden. Die Polizei ermittelt dann in einer Verkehrskontrolle die Personalien, sodass der Bußgeldbescheid später per Post verschickt werden kann. 

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