Deutschland

Kfz-Steuer: Für welche Autos Besitzer jetzt deutlich mehr Geld zahlen

Zum Jahresbeginn wurde die Berechnung der Kfz-Steuer geändert. Für einige Fahrzeuge bedeutet dies eine konkrete Erhöhung, Besitzer müssen nun mehr Steuern zahlen als zuvor. Wir erklären, welche Autos betroffen sind - und wie hoch die Steuer jetzt ist.
 
Auto Innenraum
Die Erhöhung der Kfz-Steuer hat zu Folge, dass einige Autos teurer werden. Foto: pixabay/Symbolbild

Die Kfz-Steuer wurde 2021 deutlich erhöht - vor allem für "Spritschlucker": Die Bundesregierung hat am Sommer 2020 eine Neuregelung der Kfz-Steuer in Deutschland beschlossen. Die Regierungsparteien wollen die Bundesbürger auf diese Weise motivieren, klimafreundlichere Autos zu kaufen. In den vergangenen Jahren boomte der Absatz von SUVs und Geländewagen, die relativ viel Kohlendioxid (CO2) ausstoßen.

Kfz-Steuer 2021 erhöht: Wer ist betroffen?

Konkret geht es darum, dass die Steuer seit dem 1. Januar 2021 für große "Spritschlucker" erhöht wurde. Hintergrund dieser Änderung ist, dass die Kohlendioxid-Emissionen im Straßenverkehr um rund 40 Prozent verringert werden sollen. Laut Bundesfinanzministerium soll das Gesetz neue Anreize bieten, beim nächsten Neuwagenkauf "ohne Verbote und Strafabgabe" eher einen umweltfreundlicheren Wagen auszuwählen. Das berichtet unter anderem die Deutsche Presse-Agentur.

inFranken.de stellt Änderungen durch die neue Kfz-Steuer kompakt im Überblick vor: 

  • Neues Berechnungsmodell: Das neue Modell hat zum Ziel, umweltunfreundlichere Autos höher zu besteuern, als andere. Neben dem Hubraum fließt hierfür eine neu verschärfte Klimakomponente ein. Diese orientiert sich am Benzinverbrauch, also am Wert des CO2-Ausstoßes. Es gilt: Je höher dieser CO2-Wert, desto höher der Steuersatz.

    Die neue Klimakomponente hat ein Sechs-Stufen-Modell inne und ist steigend - von zwei auf vier Euro pro Kohlendioxid-Gramm je Kilometer. 

    Einige Beispiele: Bei einem CO2-Ausstoß von 95 Gramm pro Kilometer liegt der Steuer-Aufschlag bei null. Von 96 Gramm bis 115 Gramm liegt der Aufschlag, wie bisher, bei zwei Euro pro Gramm sowie Kilometer. Ab einem Ausstoß von 116 Gramm pro Kilometer steigt die Klimakomponente vergleichsweise an. Zuerst auf 2,20 Euro, dann auf 2,50 Euro, 2,90 Euro und 3,40 Euro. Der Spitzensatz liegt ab einem Ausstoß von 195 Gramm auf vier Euro. "Die Steuer wird sich im Vergleich zur bisher gewohnten Höhe deutlich verändern", hieß es dazu bereits im Vorfeld vom Bundesfinanzministerium. 

  • Für wen sich was ändert: Die meisten Verbraucher werden die Steueränderung nicht bemerkt haben, da diese nur für Neuzulassungen gilt. Und längst nicht alle Verbraucher, die sich für einen Neukauf entscheiden, merken die Neuerung. Beispielsweise sind Elektroautos für zehn Jahre von der Kfz-Steuer ausgenommen. 

    Erst ab einem CO2-Ausstoß von 116 Gramm je Kilometer muss mit einem Aufschlag gerechnet werden. Das bedeutet im Umkehrschluss: Der durchschnittliche Neuwagen wird bei der Kfz-Steuer teurer. Wer sich für ein emissionsarmes Auto entscheidet, kann dagegen sogar sparen: Bis zu einem Schwellenwert von 95 Gramm CO2 pro Kilometer gilt ein neuer Steuerfreibetrag von 30 Euro. Autobesitzer müssen bei Zulassung bis Ende 2024 nur den Steuerbetrag, der über die 30 Euro hinaus geht zahlen. Mit Beginn 2025 läuft diese Regelung allerdings aus.
  • Wer wie viel mehr bezahlt: Der CO2-Ausstoß lag im Jahr 2019 im Durchschnitt bei einem Wert von 157 Gramm pro Kilometer. Daran orientiert ist das Durchschnittsauto nun jährlich um 15,80 Euro teurer. Beispielsweise wird ein Familienauto, wie der "VW Passat" (120 Gramm pro Kilometer) einen Euro teurer. Bei einem Kleinwagen, wie dem "Opel Corsa" (95 Gramm pro Kilometer), ändert sich hingegen nichts.

    Anders sieht es bei SUVs aus. Für einen "VW T-ROC" (151 Gramm pro Kilometer) fallen 11,50 Euro an. Für einen "Audi Q8" (182 Gramm pro Kilometer) sogar fast 42 Euro mehr. Auch bei Sportwagen macht sich die Gesetzesänderung bemerkbarer: Für einen "Porsche 911" (215 Gramm pro Kilometer) wären es fast 100 Euro mehr, für einen "Ferrari 812" (340 Gramm pro Kilometer) fast 350 Euro. 

Orientierung am CO2-Ausstoß

Die SPD betonte zuletzt, welch große Bedeutung der Gesetzesänderung im Zusammenhang mit dem verabschiedeten Klimapaket zukomme. Man wolle außerdem "mögliche Kaufzurückhaltungen" durch mangelnde Planungssicherheit in der Corona-Krise vermeiden, erklärte SPD-Fraktionsvize Bartol.

Der ADAC bezeichnet die neue Kfz-Steuer als "ersten Schritt zur vollständigen Orientierung der Kfz-Steuer am CO2-Ausstoß". Es müsse laut ADAC Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand dennoch oberstes Ziel sein, Klimaschutz mit bezahlbarer Mobilität zu vereinen - denn seit 2021 ist Autofahren ohnehin teurer, da ein CO2-Preis für Kraftstoffe wie Diesel und Benzin eingeführt wurde.

Kürzlich hat sich die Bundesregierung dazu entschlossen, die Klimaziele Deutschlands noch weiter zu verschärfen. Nach den Plänen der Großen Koalition sollen schon 2022 die CO2-Preise angehoben werden. Es ist also absehbar, dass die Spritpreise weiter steigen und auf alle Autofahrer mehr Kosten zukommen werden. Ob dies weitere Folgen für die Kfz-Steuer haben wird, ist noch unklar.

Kfz-Steuer: Einfach ausrechnen mit dem Rechner des Bundesfinanzministeriums 

Mit dem Kfz-Steuer-Rechner des Bundesfinanzministeriums lässt sich die jährliche Steuerlast Ihres Autos ganz einfach berechnen. Tragen Sie in die Maske einfach die verlangten Daten ein. Wichtig sind Hubraum, die Abgasnorm, also die Einstufung in eine Schadstoffklasse, und der CO2-Ausstoß Ihres Wagens.

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tu/aa/dpa

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