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Gut durch den TÜV

Wer sich auf die TÜV-Hauptuntersuchung vorbereitet, spart Ärger und Geld .
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Motor mechanic inspecting the engine of a car
Foto: Fotolia

Für viele Autofahrer ist es ein unangenehmer Termin, den man am liebsten auf die lange Bank schieben möchte. Alle zwei Jahre kehrt er wieder und nur wer einen Neuwagen sein Eigen nennt, hat die ersten drei Jahre Ruhe. Die Rede ist von der Hauptuntersuchung – kurz HU –  beim TÜV. Dabei kann der TÜV-Besuch mit entsprechender Vorbereitung zum Spaziergang werden. Wer sich gut informiert und auf wesentliche Dinge achtet, kann eine Menge Zeit, Geld und Nerven sparen.

Umfassende Prüfung

Der Sinn der HU ist es, das Auto auf Verkehrssicherheit, Vorschriftsmäßigkeit und Umweltverhalten zu überprüfen. Hierzu nimmt der TÜV eine umfassende Prüfung des Fahrzeugs vor.  Zu Beginn der Hauptuntersuchung führt der Prüfer eine kurze Probefahrt mit mindestens acht Kilometern pro Stunde  durch. Auffällige Geräusche oder Fahreigenschaften sollen so bereits vor der eigentlichen Prüfung entdeckt werden. Ebenso wird die vorgeschriebene Sicherheitsausrüstung, wie Warndreieck und Verbandskasten,  in Augenschein genommen. Die Ausrüstung muss nicht nur vollständig vorhanden sein, sondern sich auch in einem guten Zustand befinden. In der Werkstatt erfolgt zunächst eine Prüfung der Funktionsfähigkeit aller Bremsen. Diese müssen an allen vier Rädern gleichmäßig ziehen und die vorgeschriebene Mindestabbremsung erreichen. Ein Blick unter die Motorhaube verrät dem Prüfer, ob alle nötigen Flüssigkeiten  wie Bremsflüssigkeit, Kühlflüssigkeit und Öl in der vorgeschriebenen Menge vorhanden sind. Ebenso wird der äußere Eindruck der lichttechnischen Anlage überprüft. Dabei werden die Blinker und Warnblinkanlage  sowie alle Lichter und Nebellichter vorne  wie hinten auf ihre Funktionsfähigkeit kontrolliert.

Ein weiterer Prüfpunkt ist die Abgasuntersuchung. Bei Fahrzeugen mit eingebauter On-Board-Diagnose (OBD) wird diese zur Inspektion der Abgaswerte aktiviert. Erst wenn dieses System Fehler anzeigt, wird eine weitere Abgasmessung durchgeführt. Die gemessenen Abgaswerte müssen innerhalb der zugelassenen Normen liegen. Für die Untersuchung des Unterbodens  kommt das Fahrzeug auf die Hebebühne. Von Interesse für den Prüfer sind insbesondere die sicherheitsrelevanten Bauteile. Rost an tragenden Teilen oder Stoßdämpfern  sowie undichte Leitungen oder poröse Schläuche machen sich hierbei nicht sehr gut. Die elektronischen Sicherheitssysteme werden digital über die OBD-Schnittstelle überprüft, die Aufschluss darüber gibt, ob ABS, ESP und Co. ordnungsgemäß funktionieren. Stellt der Prüfer keine Mängel fest, die bei der Nachprüfung innerhalb eines Monats nach der HU behoben sein müssen, bekommt das Fahrzeug die neue TÜV-Plakette mit einer Gültigkeit von zwei Jahren.

Richtig vorbereitet

Die Vorbereitung auf den TÜV-Besuch beginnt bereits mit der vorangegangenen HU, denn hier bekommt man die neue TÜV-Plakette, auf der das Jahr und der Monat der nächsten HU abzulesen sind. Den Gang zum Prüfstand zu verschlafen,  kann eine kostspielige Angelegenheit werden. Ist die TÜV-Plakette seit mehr als zwei Monaten abgelaufen, verlangt der Gesetzgeber eine vertiefte Prüfung. Hierfür fallen 20 Prozent  mehr Kosten für den Fahrzeughalter an. Auch im Falle einer Verkehrskontrolle oder bei der Beteiligung an einem Unfall  kann ein versäumter TÜV-Termin teuer werden.

Was das Auto angeht, kann man  mit einfachen Mitteln die wichtigsten Punkte vor der HU selbst überprüfen. Dazu unternimmt man eine Probefahrt, bei  der man die Lenkung und die elektrische Ausrüstung einem Test unterziehen. Vibriert oder flattert die Lenkung? Steht das Lenkrad bei Geradeausfahrt in der richtigen Stellung? Ist die Lenkung leichtgängig und zielgenau? Leuchten alle Lampen hell und gleichmäßig stark ohne zu flackern? Funktionieren sämtliche Leuchten und Kontrollleuchten?  Auch die Messstände aller wichtigen Flüssigkeiten sollten überprüft und bei Bedarf aufgefüllt werden. Dann werden die Reifen in Augenschein genommen. Sie müssen die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern aufweisen sowie keine Schäden wie Beulen, Schnitte oder Risse haben.  Pfützen unter dem Wagen oder tropfende Stellen können ein Indiz für einen undichten Auspuff, Leitungen, Getriebe oder Stoßdämpfer sein. Begeben sollte man sich auch auf die Suche nach Rost. Besonders kritische Stellen sind tragende Teile und der Rahmen des Fahrgestells.

Man selbst kennt sein Auto und dessen Schwachstellen am besten.  Wer sich im Klaren darüber ist, was ihn bei der HU erwartet, kann mit entsprechender Vorbereitung die zu beanstandenden Mängel vor dem TÜV-Prüfer entdecken sowie beheben lassen und spart sich neben der Nachprüfungsgebühr garantiert auch so manche Umstände. 

Dennis Tuczay

 

Unsere Partner


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