Viele Marktanteile haben die Franzosen nicht mehr in Deutschland. Fraglich, ob das mit dem neuen DS 4 Crossback besser wird. Trotz viel Qualität ist dies wie immer eine Frage des Preises.

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Die ganz hartgesottenen Citroën-DS-Fans müssen jetzt mal ganz stark sein. Denn wir werden in diesem Fahrbericht über den abenteuerlustigen DS 4 Crossback kein einziges Mal unsere Verzückung in Richtung "Göttin" oder "göttlich" äußern. Auch kommen die Begriffe Citroën und Doppelwinkel-Logo ab sofort nicht mehr vor, denn "DS Automobiles" ist mittlerweile eine eigene Marke im französischen PSA-Konzern, in dem sich als dritter Hersteller auch noch Peugeot tummelt. Über 600.000 Fahrzeuge hat DS seit 2011 weltweit mit den Modellen DS 3, DS 3 Cabrio, DS 4 und DS 5 verkauft, in Deutschland waren es im gleichen Zeitraum nur rund 50.000 Autos.

 

Das neueste Modell hört auf den Namen DS 4 Crossback, und wie der Name bereits vermuten lässt, kann man diese Gött..., ähhh diese Modellvariante nicht nur auf dem sauberen Asphalt, sondern auch auf staubigen Pisten und auf gröberem Untergrund bewegen. Aber drei Zentimeter mehr Bodenfreiheit und eine erhöhte Sitzposition ersetzen natürlich keinen Allradantrieb, also sollte man bitteschön das ganz grobe Gelände auch mit diesem feinen DS meiden.

Die ersten Berührungen des crossen, 4,28 Meter langen, Franzosen fühlen sich gut an: Volllederausstattung! Die verschiedenen Leder-Arten, beispielsweise das vollnarbige Nappaleder oder das traumhaft schöne Semi-Anilinleder, unterstreichen den Premiumanspruch von DS. Hier ist alles per Hand vernäht, auch das Armaturenbrett und sämtliche Türverkleidungen. Macht pro Fahrzeug acht Stunden Handarbeit. Ein besonderer Hingucker ist das Bracelet-Design in den sportlichen Sitzen, das in der Tat an die Bänder von hochwertigen Armbanduhren erinnert. Das hat allerdings auch seinen Preis: Übertriebene 4.500 Euro kostet diese duftende Leder-Orgie. Auch außen bemerken wir den neuen Luxus à la française, denn die zweifarbige Dach-/Karosserie-Variante ist im Segment der Premium Kompaktlimousinen einmalig. Ein spezielles, fünfköpfiges Lack-Experten-Team benötigt für jedes Fahrzeug rund sieben Stunden, um dieses Kontrastprogramm per Hand aufzutragen.

Und wie fährt sich so viel Noblesse auf unseren Straßen? Wir testen den DS 4 Crossback HDI 180. Der Zweiliter-Turbodiesel mit durchzugsstarken 180 PS und Sechsgang-Automatikgetriebe kostet in der Nacktversion schon happige 31.390 Euro. Kommen nun noch einige sinnvolle Sonderausstattungen und schutzbietende Fahrerassistenzsysteme dazu, ist man schnell bei 40.000 Euro und mehr. Allerdings ist der Gegenwert gegeben. Schon nach der ersten Kilometern verblüffen nicht nur das Triebwerk, sondern auch das Fahrwerk, die Bremsen und die Lenkung. Das fühlt sich alles nach guter, deutscher Wertarbeit an, so viel Straffheit und Präzision gab es bei französischen Automobilen noch nie. Nur über die Werksangabe zum durchschnittlichen 4,4-Liter-Verbrauch lässt sich nur müde lächeln. Ob mit oder ohne viel Fahrspaß sind eher sechs bis sieben Liter Dieselkraftstoff nötig, um 100 Kilometer im Crossback zurückzulegen. Aber das dann immerhin ehrlich und dank der dreifachen Abgasreinigung auch garantiert sauber.

Technische Daten (DS 4 Crossback HDI 180): Viertürige Schräghecklimousine mit leichter Offroad-Optik und fünf Sitzplätze, Länge: 4,28 Meter, Breite: 1,81 Meter (mit Außenspiegeln: 2,05 Meter), Höhe: 1,53 Meter, Radstand: 2,61 Meter, Tankinhalt: 60 Liter, Kofferraumvolumen: 359 bis 1.021 Liter, Motor: 2,0-Liter-Turbodiesel, Sechsgang-Automatikgetriebe, Leistung: 180 PS, maximales Drehmoment: 400 Newtonmeter bei 2.000 U/min, 0-100 km/h: 9,3 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 217 km/h (mit 19-Zoll-Rädern, sonst 205 km/h), Durchschnittsverbrauch laut Werksangabe: 4,4 Liter/100 km, CO2-Emission: 115 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: A, Basispreis: 31.390 Euro.