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Kriminalität

Auto-Diebstahl: Diese Modelle werden besonders häufig geknackt

Manche Modelle werden von Auto-Dieben bevorzugt gestohlen. Doch warum ist das eigentlich so? Dabei kommt es auch auf die Region an und wie leicht oder wie schwer man es den Langfingern macht.
Manche Typen erfreuen sich bei Dieben großer Beliebtheit
Manche Typen erfreuen sich bei Dieben großer Beliebtheit Foto: CC0 / Pixabay / TheDigitalWay
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  • Welche Autotypen lassen Diebe besonders gerne mitgehen?
  • Wie kann man sich dagegen schützen und wann zahlt die Versicherung?
  • So häufig werden Autos in Deutschland gestohlen
  • Was fangen die Diebe mit den geklauten Autos an?

Wenn das eigene Auto einfach weg ist, ist der Ärger groß. Doch auf welche Fahrzeuge haben es die Autodiebe eigentlich meistens abgesehen? Und: kann man sich davor überhaupt schützen? Völlig ausschließen kann man einen Diebstahl wohl nie, aber zumindest lässt sich die Wahrscheinlichkeit deutlich verringern.

Welche Modelle besonders gefragt sind

Der Schreck ist groß, wenn man sein Auto auf der Straße sucht, sich auch sicher ist, wo man es geparkt hat, doch das Fahrzeug ist weg. Die gute Nachricht vorweg: Zumindest für das Jahr 2020 sind die Zahlen der Autodiebstähle in Deutschland insgesamt rückläufig. Dennoch ist solch ein Diebstahl allemal mit viel Ärger für die Fahrzeugbesitzer verbunden, auch wenn in den meisten Fällen die Teilkasko-Versicherung für die Wiederbeschaffungskosten aufkommt. Problematisch wird es mit den Versicherungsleistungen nur dann, wenn man den Wagen nicht abgeschlossen hat oder etwas zu sorglos mit dem Fahrzeugschlüssel umgegangen ist. In jedem Fall steht man erstmal ohne fahrbaren Untersatz da, benötigt ein Ersatzfahrzeug. Einen vergleichbaren Wagen mit der gewünschten Ausstattung neu zu ordern, kann bis zur Auslieferung oftmals mehrere Monate dauern. Dazu kommt eine Strafanzeige wegen Diebstahl bei der Polizei und zumeist ein nicht unerheblicher Schriftverkehr mit der Versicherung. 

Welche Fahrzeuge werden eigentlich am häufigsten gestohlen? Nach wie vor finden sich in den Top Ten der Diebstahlstatistik vor allem SUVs, aber nicht ausschließlich Wagen des eher gehobenen Preissegments. Die genaue Rangfolge hat der ADAC auf Basis der Zahlen des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) veröffentlicht:

  1. Land Rover Velar (15,5 Wagen geklauter Fahrzeuge pro 1000 Autos)
  2. BMW X 6 (9,0 pro 1000)
  3. Kia Stinger (6,7 pro 1000)
  4. Land Rover Range Rover (5,9 pro 1000)
  5. Toyota Lexus NX (4,4 pro 1000)
  6. Toyota LandCruiser (4,3 pro 1000)
  7. Toyota Prius+ (3,9 pro 1000)
  8. Porsche 911 (3,5 pro 1000)
  9. Ford/USA Edge (3,4 pro 1000)
  10. BMW X5 (3,4 pro 1000)

Diebstahlschutz: Diese Systeme und Orte können dein Auto schützen

Die allerbeste Methode, sein Auto vor Diebstahl zu schützen, ist das Parken in der eigenen und gut gesicherten Garage oder einem Parkhaus bzw. einem bewachten Gelände. Dies sollte jedoch nicht dazu verleiten, den Wagen offen in der Garage stehenzulassen. Dies gilt umso mehr, wenn du möglicherweise ein paar Wochen im Urlaub bist. Denn letztlich gibt es kein Hindernis, das sich nicht auch auf die eine oder andere Weise überwinden lässt. Dies ist lediglich eine Frage des Aufwandes und der zur Verfügung stehenden Zeit. Wenn du aber gar nicht zu Hause bist oder ohnehin keine Garage zur Verfügung hast, lohnt es sich umso mehr, dein Auto zusätzlich zu sichern. Es sei denn, in deinem Wagen ist schon ab Werk ein guter Schutz eingebaut. Falls nicht, kannst du zum Beispiel eines der folgenden Diebstahlschutz-Systeme nachrüsten oder noch zusätzlich einbauen:

  • Die Stromzufuhr unterbrechen: Bei diesem System der Firma 2bfirst technologies lässt sich über eine Fernbedienung die Stromzufuhr unterbrechen und damit das Auto nicht mehr starten (ab 99.- €).
  • GPS-Ortung des Fahrzeugs: Mit diesem nicht ganz billigen Gerät (ca. 1.000 € plus monatlich 10 €) lässt sich das Fahrzeug jederzeit orten. Allerdings kann es dann schon zu spät sein und das Fahrzeug bereits mehrere Ländergrenzen überwunden haben. Wird das Fahrzeug zerlegt und in Einzelteilen verkauft, nutzt die Ortung nur wenig.
  • Deutlich günstiger sind mechanische Lösungen wie die Lenkrad- oder Parkkralle. Für Preise von ca. 20 bzw. 30 Euro lassen sich Lenkrad oder Räder blockieren. Beides bietet allein optisch eine gewisse Abschreckung und erschwert einen Diebstahl ganz erheblich. Das Hantieren damit ist allerdings nicht unbedingt jedermanns Sache.
  • Sogenannte Gangschaltungssperren erschweren ebenfalls das schnelle Entwenden des Fahrzeugs, da es mehrere Minuten dauert, die Sperre zu knacken. Die Kosten liegen inklusive Einbau bei 300-400 Euro.
  • Ortung per Handy: Besitzer*innen eines iPhones können sich ein Programm namens iCarAlert auf dem Handy installieren. Hiermit lassen sich bestimmte Parameter wie Entfernung, Geschwindigkeit oder Neigung des Fahrzeugs programmieren. Sobald sich diese verändern, ruft das Handy eine zuvor eingegebene Rufnummer an und lässt sich dann orten. Dazu muss man jedoch sein iPhone im Wagen verstecken. Ob dies eine gute Idee ist und ob man ohne Handy unterwegs sein möchte, ist eine andere Frage. Dazu kommt das gleiche Problem wie bei der GPS-Ortung: Sobald das Gerät reagiert, ist das Auto schon weg.

Welches System dich hiervon am meisten überzeugt, hängt selbstverständlich von vielen Faktoren wie etwa der Handhabbarkeit, dem Preis und der Frage ab, ob du bereits einen anderen Diebstahlschutz an Bord hast. Außer diesen Schutzsystemen ist es allerdings auch ganz entscheidend, wo du dein Auto abstellst: Die höchste Diebstahlrate weist in Deutschland übrigens Berlin mit 2267 Fahrzeugen im Jahr 2020 auf. Auch in Leipzig und Hamburg sind die Autodiebe äußerst aktiv. In Süddeutschland werden jedoch am wenigsten Kfz geklaut: In Bayern und Baden-Württemberg wurden zusammen nur 905 Fahrzeuge entwendet. Wenn dir dein Auto am Herzen liegt, könnte es sich also lohnen, einmal über einen Wohnortwechsel nachzudenken.