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Auffahrunfall mit dem Auto: Haftet teilweise auch der Vordermann?

Meistens haftet bei einem Auffahrunfall nur der Fahrer des hinteren Autos. Doch gibt es auch Ausnahmen? Etwa, wenn das vordere Fahrzeug ohne jeglichen Grund bremst?
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Auffahrunfall: haftet immer der hintere Fahrer?
Auffahrunfall: haftet immer der hintere Fahrer? Foto: PublicDomainPictures/pixabay

In der Regel gilt: Wer auffährt, hat Schuld. Grund hierfür ist der sogenannte „Anscheinsbeweis“, durch den ohne konkrete Beweise darauf geschlossen werden kann, dass bei einem Auffahrunfall automatisch der hintere Fahrer die Schuld hat. Ein neues Urteil (Az.: 13 S 69/19)  des Landgerichts Saarbrücken zeigt jedoch, dass dies nicht immer der Fall sein muss. Wenn der Vordermann völlig grundlos bremst, kann es passieren, dass dieser auch mithaften muss.

Frau im vorderen Fahrzeug bremste abrupt ab

Der ADAC weist auf den Fall hin, der sich wie folgt zugetragen hat: Eine Autofahrerin war außerhalb der Ortschaft gefahren und das Tempolimit auf der Straße wurde von 70 km/h auf 50 km/h verringert. Die Fahrerin bremste ihren Wagen zunächst leicht ab, dann verringerte sie das Tempo plötzlich so stark, dass ihr Wagen fast zum Stillstand kam.

Der Mann im hinteren Fahrzeug konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhr auf. Für den Auffahrenden war das abrupte Abbremsen ohne ersichtlichen Grund der Auslöser für den Unfall und er forderte daher Schadenersatz in Höhe von 50 Prozent.

Die Versicherung der Frau verwies auf den Anscheinsbeweis und verweigerte die geforderte Zahlung. Auch das Amtsgericht war dieser Auffassung. Der Fahrer des hinteren Fahrzeugs ging daraufhin in Berufung und hatte Erfolg.

In manchen Fällen muss auch der Vordermann haften

Das Gericht gestand zu, dass durch das Bremsmanöver der Frau eine verstärkte Gefährdung des Mannes im hinteren Fahrzeug stattgefunden hatte, dieser müsste aber auf plötzlich auftauchende Hindernisse gefasst sein. Das Landgericht ging daher davon aus, dass der Fahrer zu wenig Abstand gehalten hatte oder nicht aufmerksam fuhr.

Der Richter verglich das grundlose Abbremsmanöver der Fahrerin mit dem zu geringen Abstand oder des unaufmerksamen Fahrens des Mannes und beurteilte diese potentiellen Unfallursachen als gleichwertig. Die Schuld der beiden Fahrer wurde schließlich gegeneinander abgewogen und das Gericht legte fest, dass die Beteiligung für den Unfallschaden für beide Seiten gleich hoch ist.

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Cecilia Klauser/dpa

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