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Aquaplaning: So reagieren Sie richtig

Die Sommerreifen scheinen regelrecht an der Fahrbahn zu kleben - bis ein Gewitter mit Platzregen losbricht. Die unterschätzte Gefahr: Aquaplaning. Dann sollten Autofahrer sofort langsamer fahren und den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug vergrößern, rät der TÜV Süd.
 
Vorsicht bei Starkregen auf der Straße: Aquaplaning ist eine häufig unterschätzte Gefahr. In Franken kam es gestern (Samstag, 9. Juni 2018) zu zahlreichen Unfällen aufgrund der schweren Unwetter und heftigen Regenfälle. Symbolfoto: Andreas Rosar/dpa
Vorsicht bei Starkregen auf der Straße: Aquaplaning ist eine häufig unterschätzte Gefahr. Symbolfoto: Andreas Rosar/dpa

Wenn das Sommergewitter mit Platzregen losbricht, wird Aquaplaning schnell zur realen Gefahr. Wer es schon einmal erlebt hat, weiß, wie rasch Aquaplaning jegliche Kontrolle über das Auto unmöglich macht. Was also tun, wenn die Reifen auf der Fahrbahn zu schwimmen anfangen?

Empfohlen werden sanftes Lenken und ein gefühlvoller Umgang mit Bremse und Gas. Heftige Lenkbewegungen und starkes Beschleunigen bei Regen vergrößern die Rutsch- und Aquaplaning-Gefahr. Vor allem bei kurvigen Strecken kann eine nicht angepasste Fahrweise fatale Folgen haben. Manche Experten empfehlen sogar, die Kupplung durchzutreten und das Steuer ganz ruhig zu halten, bis die Reifen wieder Grip haben.

Bei Aquaplaning nicht auf ESP oder ABS verlassen

Auf Assistenzsysteme wie ESP oder ABS dürfen sich Autofahrer auf nasser Fahrbahn nicht verlassen. Sie bringen den Experten zufolge praktisch nichts, weil sich die Griffigkeit der Reifen bei Aquaplaning auf Glatteis-Werte reduziert oder sogar gegen Null tendiert. Wenn die Reifen nicht greifen, können die Systeme ihre stabilisierende Wirkung erst gar nicht entfalten.

Hier besteht erhöhtes Aquaplaning-Risiko

Wer die Fahrbahn bei Regen genau beobachtet, kann unter Umständen Aquaplaning vorhersehen. Unmittelbare Gefahr droht dem TÜV zufolge immer dann, wenn die Fahrstreifen vorausfahrender Fahrzeuge schnell wieder verschwinden oder sich Rinnen und Pfützen bilden. Auch ein schwammiges Gefühl beim Lenken und kurzes Durchdrehen der Antriebsräder beim Überfahren von Fahrbahnmarkierungen können ebenfalls Aquaplaning-Gefahr ankündigen. Ein erhöhtes Risiko besteht zudem auf ausgefahrenen Straßen und in Senken.

Aquaplaning: So reagieren Sie richtig

Beginnen die Räder zu schwimmen, verlieren also die Bodenhaftung, gilt es die Kupplung zu treten, damit das Fahrzeug an Tempo verliert. Bei einer Automatik muss man in den Leerlauf (N) wechseln. Außerdem darf man bei Aquaplaning nicht bremsen und niemals hektisch lenken. Auch Fahrzeuge mit Allradantrieb sind übrigens nicht vor Aquaplaning sicher.

Wie kann man Aquaplaning verhindern?

Wenn der Platzregen Sie auf der Straße überrascht, können Sie Aquaplaning vielleicht noch verhindern. Wir sagen Ihnen in Stichpunkten, was Sie dafür tun müssen - und wie Sie reagieren sollten, wenn Ihre Reifen die Haftung verlieren:

  • Fahren Sie langsamer!
  • Sind auf der Fahrbahn Spurrinnen, fahren Sie versetzt
  • Achten Sie auf die Fahrgeräusche. Wenn Wasser gegen den Unterboden spritzt, wird es lauter - ein Zeichen für Aquaplaning
  • Fuß vom Gas!
  • Aber nicht aktiv bremsen!
  • Kupplung treten (beziehungsweise Automatik auf "N" stellen)
  • Keine hektischen Lenkbewegungen
  • Warten, bis die Reifen wieder Grip haben

Oft sinkt bei Platzregen die Sicht drastisch - auch weil wegen des plötzlichen Temperaturunterschiedes die Windschutzscheibe beschlagen kann. Als Reaktion darauf sollten Autofahrer ebenfalls langsamer fahren und Gebläse oder Klimaanlage auf höchster Stufe einschalten.

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