Lichtenfels
Garten

Die Spätzünder im Garten - Waldrebe, Winterjasmin und Klivien legen jetzt erst so richtig los

Der kommende Winter hält noch einige Überraschungen parat. Selbst in der kalten Jahreszeit gibt es noch Pflanzen, die blühen und geerntet werden können.
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Die Waldreben leuchten jetzt mit ihren schneeweißen Fruchtständen. Foto: Josef Schröder
Die Waldreben leuchten jetzt mit ihren schneeweißen Fruchtständen. Foto: Josef Schröder

Jetzt leuchten überall an Waldrändern und Wegeböschungen die Fruchtstände der Waldrebe wie schneeweiße Bubiköpfe aus den Gehölzen. Im Frühjahr wird der Samen mit der anhaftenden Feder davon geweht. Die Waldrebe mit den botanischen Namen Clematis vitalba ist besonders auf Kalkböden eine markante Pflanze. Es handelt dabei um die einzige echte Liane, die bei uns vorkommt. Gern wächst sie an Waldrändern und in Hecken. Sie klettert an Bäumen und Sträuchern empor und kann bis zu zehn Meter Länge erreichen. Das sehr leichte Holz ist von vielen winzigen Poren durchzogen. Diese machen es möglich, dass das Wasser aus dem Boden über die Wurzeln hoch aufsteigen kann. Die Waldreben wurden wegen ihres geringen Gewichtes früher gern für die Herstellung von Huckelkörben genommen. Bevor die Triebe verarbeitet wurden, kamen sie in kochendes Wasser, damit sich die Rinde löst. Heute sind die Triebe der Liane ein begehrtes dekoratives Bastelmaterial.

Klivien benötigen Ruhepause

Klivien brauchen eine Ruhepause von zwei bis drei Monaten. Während dieser Zeit soll sie kühl in einem unbeheizten Raum bei etwa 10 bis 12 Grad stehen und kaum gegossen werden. Eine solche Auszeit ist für die Blütenbildung notwendig. Zeigt sich die Blüte, sind die Pflanzen dann wärmer zu stellen. Früher, als die Räume deutlich kühler und nicht so gut isoliert waren, blühten Klivien viel besser als heute.

Bunte Farben wirken stimulierend

Dekorative Übertöpfe müssen etwas größer als das Pflanzgefäß ausfallen. Somit kommt lebenswichtiger Sauerstoff leichter an die Wurzeln. Steine oder Tonscherben auf dem Grund des Übertopfes kann Staunässe mildern.

Bunte Blumensträuße mit leuchtenden Farben wirken besonders jetzt stimulierend. Auch winterblühende Topfpflanzen wie Orchideen und Amaryllen erheitern bei dem trüben Wetter das Gemüt. Wenn man bei der Amaryllis-Schnittblume gleich ein Stecken bis zum Anschlag in den Stiel nach oben hin eingibt, wird das Umfallen vermieden. In die Vase soll bei dieser Schnittblume, so wie auch bei anderen weichstieligen Pflanzen wie Gerbera, nur etwa 5 Zentimeter Wasser kommen, um Fäulnis zu verhindern.

Rettich mit Laub abdecken

Der schwarze Rettich ist wegen seiner guten Haltbarkeit bis weit in den Winter hinein sehr beliebt. Er verträgt 5 bis 6 Grad Minustemperaturen. Wenn der Rettich mit Laub oder einem Vlies zugedeckt wird, kann der Frost kaum in den Boden. Dann wird eine laufende Ernte bis Ende Dezember möglich. Am sichersten ist es aber, schwarze Rettiche vor einer großen Frostperiode aus dem Boden zu nehmen und wie die Möhren einzuwintern.

Beim Putzen von Lauch und auch Zwiebeln sollte man aber trotzdem darauf achten, Reste mit den braunen Puppen nicht auf den Kompost zu werfen. Sonst besteht nämlich die Gefahr, dass daraus im Frühjahr die schädlichen Insekten schlüpfen und ihre Eier für die erste Generation an den Neupflanzungen ablegen können.

Siebenschläfer im Vogelkasten

Gern nehmen Bilche wie Sieben- und Gartenschläfer so wie Haselmäuse Vogelkästen zur Verbringung des Winterschlafes an. Dazu werden die Kästen von den Bilchen mit Federn, Haaren und Heu ausgepolstert. Das sollte jetzt beim Reinigen der Vogelkästen bedacht und beobachtet werden.

Gartenarbeiten länger hinauszögern

Das frostfreie Wetter verleitet dazu, jetzt noch viele notwendige Arbeiten im Garten zu verrichten. Der Winter hat sich in den letzten Jahren immer mehr nach hinten verschoben, so dass oft kaum Zeit im Frühling für wichtige Gartenarbeiten verblieben ist. Übrigens, je später ein Garten im November umgegraben wird, umso weniger Nährstoffe werden ausgewaschen.

Das milde Wetter lässt das Gras noch ein wenig sprießen. Der Rasen sollte aber kurz in den Winter gehen, damit sich kein Schneeschimmel bilden kann. Am besten ist es, mit dem Rasenmäher gleichzeitig das noch aufliegende Laub zu zerkleinern. Daraus entsteht ein wunderbares Gemisch, welches sehr leicht verrottet, da die Stickstoff- und Kohlenstoffkomponente stimmt. Dieses Substrat eignet sich z.B. auch zum Abdecken von Gemüsebeeten und natürlich zum Mulchen von Sträuchern.

Der Winterjasmin öffnet seine ersten Blüten

Der Nacktblütige- oder Winterjasmin hat sich heuer nicht mehr lange bitten lassen und seine funkelnden gelben Blüten schon geschickt. Sie erscheinen vor dem Blattaustrieb am nackten Holz. Daher kommt auch der Name nacktblütiger Jasmin. Er hat die botanische Bezeichnung Jasmin nudiflorum. Als sogenannter Spreizklimmer berankt er Gerüste, Mauern und Zäune. Der Winterjasmin wird etwa zwei Meter hoch. Die blühenden Triebe sind im Winter als Vasenschmuck begehrt. Im Frühjahr werden die verblühten Triebe des Winterjasmins scharf zurück geschnitten, da nur am einjährigen Holz im nächsten Winter neue Blüten kommen. Der Winterjasmin ist ein echter Geheimtipp für einen erlebnisreichen Garten.

Bild: Der Winterjasmin hat schon seine ersten Blüten geöffnet.



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