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Trauer und Tod

Die Arbeit mit dem Tod – Wie fühlt sich ein Bestatter-Azubi

Jeden Tag sind Bestatter von Todesfällen umgeben. Zur Normalität wird die Arbeit mit Verstorbenen aber nie. Eine Auszubildende berichtet, worauf man sich in dem Beruf einlässt.
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Als Auszubildende bei einem Bestattungsunternehmen hat Dorina Spannenberger täglich mit Toten zu tun. Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa-tmn
Als Auszubildende bei einem Bestattungsunternehmen hat Dorina Spannenberger täglich mit Toten zu tun. Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa-tmn

In unserer heutigen Gesellschaft ist der Tod weit weg. Besonders junge Menschen haben in der Regel kaum Berührpunkte mit dem Thema Sterben. Anders Dorina Spannenberger: "Der Tod gehört zum Leben dazu. Wir haben einen Anfang - den begleitet die Hebamme - und ein Ende. Das begleitet der Bestatter." Die 33-jährige lässt sich zur Bestattungsfachkraft ausbilden und kümmert sich täglich um verstorbene Menschen und deren Hinterbliebene.

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Der Tod – Handwerk ohne Routine

Spannenberger absolviert derzeit den praktischen Teil ihrer Ausbildung. In einem Bestattungsunternehmen lernt sie handwerkliche Abläufe kennen, die jedoch nie zur Routine werden: „Jede Beerdigung und jede Trauerfeier sind individuell und einzigartig.“ Der Bundesverband deutscher Bestatter betont entsprechend die Herausforderungen, die den Beruf ausmachen. Bestatter seien gleichzeitig Handwerker, Berater, Seelsorger, Unternehmer, Ausbilder und Dienstleister und tragen daher enorme Verantwortung. Trotzdem bewegt sich der Verdienst während der Ausbildung am unteren Ende der Skala. Magere 500 Euro im ersten Lehrjahr.

Empathie als Kern der Arbeit

Neben dem Hauptschulabschluss als Mindestvoraussetzung sind es vor allem zwischenmenschliche Kompetenzen, die in dem Beruf zählen. Man brauche Einfühlungsvermögen für die besondere Situation von Trauernden, erklärt Elke Herrnberger vom Bundesverband Deutscher Bestatter (BDB). Empathie findet auch Spannenberger entscheidend: «Es ist wichtig, zu hören, was die Leute sagen und auch, was sie nicht sagen. Genau das macht es oft aus.»

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Wenn Verstorbene Lächeln

Am Schwierigsten stellen sich viele vermutlich die hygienische Versorgung der Leichname vor. Ein genormtes Regelwerk schreibt Bestattern genau vor, wie Verstorbene zu waschen und zu desinfizieren sind. "Es ist einem schon bewusst, dass da ein Mensch liegt. Ich habe aber auch schnell gemerkt, da ist niemand mehr da. Es ist eine menschliche Hülle", berichtet Dorina Spannenberger von diesem Teil ihrer Arbeit. Dass sie keine Berührungsängste hat, liegt womöglich an dem ersten Verstorbenen, den sie zu Gesicht bekommen hat. Denn der sah nicht nur friedlich aus, sondern hat tatsächlich gelächelt.  

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