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Berlin
Trauer & Gedenken im Netz

Der Tod und das Virus: Trauern jetzt digital?

Ein Grab. Trauernde Angehörige, Freunde, Weggefährten. All das ist schon schwer genug. Corona macht das Abschiednehmen nicht leichter, eröffnet aber auch neue Wege. Es geht um Gedenken und Abschiednehmen trotz der Ausgangsbeschränkungen: Ein virtueller Friedhof wie trauer.inFranken.de?
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Trauer und Trost müssen in Zeiten des Kontaktverbots neue Wege finden. Die Corona-Krise zeigt, wie wichtig das Abschiednehmen ist. Aber auch, dass weit mehr als traditionelle Formen des Gedenkens möglich sind.
Trauer und Trost müssen in Zeiten des Kontaktverbots neue Wege finden. Die Corona-Krise zeigt, wie wichtig das Abschiednehmen ist. Aber auch, dass weit mehr als traditionelle Formen des Gedenkens möglich sind. Foto: Wolfgang Kumm (dpa)

Hilfe und Dienstleistungen im Trauerfall: Unter trauer.inFranken.de

Das neuartige Coronavirus bedroht nicht nur das Leben, sondern auch den Umgang mit dem Tod. „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind...“, heißt es in einem bekannten christlichen Lied. Aber was bedeutete s für Beerdigungen, wenn sich wegen des Kontaktverbots kaum noch Leute versammeln dürfen?

Trostlos und ohne echten Abschied

Aktuell sind alle Veranstaltungen in Kirchen, Moscheen und Synagogen untersagt. Zwar sind Beerdigungen von dem strengen Kontaktverbot, das seit Sonntag gilt, ausgenommen, allerdings dürfen sie bundesweit nur unter freiem Himmel und im engsten Familienkreis durchgeführt werden.

Die Münchner Bestatterin findet dafür klare Worte: „Das ist eine Katastrophe.“ Trauernde können weder von einer Gemeinschaft aufgefangen und getröstet werden, noch kann die Gemeinschaft der Hinterbliebenen tatsächlich Abschied nehmen. „Dass alle nochmal im Gedenken an den Verstorbenen zusammenkommen, gibt den Betroffenen immer sehr viel Trost.“

Die Beschränkungen bedeuten: Keine Trauerfreier mit Reden und Musik, keine Erde, kein Weihwasser, kein Beisammensein nach der Beerdigung, keine Aufbahrungen und Trauergespräche fast ausschließlich telefonisch. Nur die Zeremonie am Grab selbst ist noch zugelassen. Dem Tod wird der kleinstmögliche Platz im Leben eingeräumt.

Bestattungen als zentraler Bestandteil des Lebens

„Bestattungen sind eine der wichtigsten Aufgaben, die wir haben, weil über Tod und Sterben in unserer Gesellschaft noch viel zu wenig gesprochen wird“, sagt Theresa Brückner. Sie ist Pfarrerin für Kirche im Digitalen Raum im Kirchenkreis Tempelhof-Schöneberg. Auf ihrem Youtube- und Instagram-Account „theresaliebt“ zeigt sie, dass Seelsorge auch digital geht, mit Bibelzitaten, Livestreams und auch Trauerbegleitung: „Ich mache momentan ganz viel Seelsorge über Instagram. Die Menschen leiden darunter, dass sie schwerkranke Familienangehörige nicht besuchen oder Menschen im Sterbeprozess nicht begleiten können. Ich sehe meine Aufgabe darin, sie aufzufangen.“

Virtueller Friedhof und Rat: Unter trauer.inFranken.de

Wenn die Krise etwas Gutes habe, dann die Aufwertung neuer Möglichkeiten: „Dadurch wird klar, welche Möglichkeiten sich durch die digitale Vernetzung ergeben.“ Seit Jahren gibt es von inFranken.de selbst einen virtuellen Friedhof, der Jahr für Jahr verbessert und erweitert wird. Schon jetzt trauern und gedenken Hunderttausende auf trauer.infranken.de, entzünden online Gedenkkerzen und finden Rat und Unterstützung im Trauerfall.

Auf trauer.inFranken.de finden Sie Bestatter der Region im Branchenbuch sowie Infos und Unterstützung für den Trauerfall.

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